Politische Zielsetzungen: Südafrika

  1. Bildungspolitische Ziele
  2. Forschungspolitische Ziele

Bildungspolitische Ziele

Die Reorganisation bzw. Transformation des staatlichen Bildungsswesens gehört seit dem Ende der Apartheid zu den Prioritäten der südafrikanischen Regierung. Durch massive Investitionen in den Bildungssektor sollen die strukturellen Defizite sowie die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen nach und nach beseitigt werden. Im Januar 2014 wurde ein diesbezügliches "Weißbuch" (White Paper for Post-School Education and Training) veröffentlicht, in dem die Ziele konkretisiert werden. Bis 2030 sollen diese umgesetzt werden. Wichtige Ziele sind dabei die Verbesserung der Qualität öffentlicher Schulen, die Stärkung der Mathematik und der Naturwissenschaften an Schulen und Hochschulen, die Steigerung der Absolventenzahlen in der höheren Bildung sowie die stärkere Teilhabe farbiger und schwarzer Bevölkerungsgruppen an der höheren Bildung. Bei einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 50% kommt dem tertiären Bildungsbereich auch zur Prävention sozialer Probleme eine wichtige Rolle zu.

Folgende Maßnahmen wurden zu Erreichung dieser Ziele u.a. ergriffen:

  • National Student Financial Scheme (NSFAS)
    Das NSFAS unterstützt junge Menschen aus einkommensschwachen Familien bei der Finanzierung ihres Studiums. Mit  höheren Einschreibungsraten hat sich auch der Bedarf an finanzieller Unterstützung erhöht.
  • Youth into Science Strategy (YiSS)
    YiSS ist eine gemeinsame Initiative von DST und DHET, deren Implementierung 2007 startete. Ziel ist es die Bildung junger Menschen in Naturwissenschaften und Technologie zu fördern.
  • National Skills Development Strategy (NSDS III)
    Am 1. April 2011 ist die NSDS III in Kraft getreten. Berufsorientierte Lernformen und -inhalte  sowie die Neuordnung der institutionellen Zuständigkeiten stehen in der dritten Auflage der NSDS im Mittelpunkt.
  • Green Paper for Post-School Education and Training
    Das Papier wurde im Januar 2012 veröffentlicht und soll zu einer stärkere inhaltliche Ausrichtung der tertiären Bildungsinstitutionen auf konkrete, vom Arbeitsmarkt geforderte Fähigkeiten beitragen.

Langfristiges Ziel Südafrikas ist es, sich von einer rohstoffbasierten zu einer wissensorientierten Wirtschaft zu transformieren.

Quelle:

Nach oben

Forschungspolitische Ziele

Südafrika hält innerhalb des afrikanischen Kontinents eine absolute Spitzenstellung im Bereich Forschung und Entwicklung. Ziel der Regierung ist es, die Ausgaben für FuE bis 2018 auf 1,5% des BIP zu erhöhen.

Zehn-Jahres-Innovationsplan   

Zur Förderung der Innovationen hat die Regierung den Zehn-Jahres-Innovationsplan 2008-2018 aufgestellt. In diesem ressortübergreifenden Plan werden sieben prioritäre Forschungsbereiche (Grand Challenges) definiert: Biotechnologie und Gesundheitsforschung, Weltraumforschung und Astronomie, Energiesicherheit, Globaler Klimawandel sowie Human- und Sozialentwicklung (siehe auch im Kapitel Stärken des Forschungssystems).

Folgende wichtige Gesetzesinitiativen bilden die Grundlage für die Umsetzung des Zehn-Jahres-Innovationsplans:

  • Nationale Strategie Weltraumforschung und-technologie
    Ein ressortübergreifendes Regierungskomitee hat den Entwurf für eine Nationale Strategie Weltraumforschung und-technologie erarbeitet. Ziel der Regierung ist es, Südafrika unter den führenden Nationen für den innovativen Gebrauch von Weltraumforschung und-technologie zu platzieren. Am 01. April 2009 wurde die südafrikanischen Weltraumagentur ("South African National Space Ageny-Sansa") gegründet. In dieser Agentur werden alle weltraumbezogenen Aktivitäten, unter anderem Aktivitäten bezüglich des Square Kilomtre Aray (SKA), des Southern African Large Telescope und der Start von Südafrikas Satelliten SumbandilaSat in der Sansa, organisiert. Zudem wurde im Juli 2008 die Astronomy Geographic Advantage Bill unterzeichnet. Durch dieses Gesetz können bestimmte Regionen als astronomisch vorteilhaft (z.B. wegen hoher atmosphärischer Durchlässigkeit oder geringer Lichtverschmutzung) erklärt werden, um groß angelegte und wichtige astronomische Einrichtungen vor jeglichen Einflüssen zu schützen, die die Forschungsaktivitäten behindern könnten.

  • Steuervergünstigungen für FuE
    Um weitere FuE Investitionen anzustoßen, hatte DST,  in enger Zusammenarbeit mit der National Treasury und dem South African Revenue Services (SARS), mit Wirkung ab 02.11.2006 Steuervergünstigungen für FuE eingeführt. Für zuschussfähige Investitionen sind bis zu 150% steuerlich abzugsfähig.

  • Intellectual Property Rights from Publicly Financed Research (IPR)
    Am 14.01.2009 ist das Gesetz zu den geistigen Eigentumsrechten aus öffentlich finanzierter Forschung in Kraft getreten. Die sinnvolle Nutzung geistigen Eigentums aus öffentlich finanzierter FuE soll durch dieses Gesetz sichergestellt werden. Ein nationales Büro für das Management von geistigem Eigentum soll die gesamten Aktivitäten organisieren.

  • Technology Innovation Bill (TIA Act)
    Nach In -Kraft-Treten des TIA- Acts im Dezember 2008 wurde die TIA im Juli 2009 offiziell eröffnet.  Die Agentur verfolgt das Ziel, Erfindungen und deren kommerzielle Nutzung zu fördern und technologische Innovationen voranzutreiben. Im Jahr 2010 konzentriert sich die TIA auf die Bereiche HIV/AIDS- und Tuberkuloseforschung, Bildung und ländliche Entwicklung.

Quelle:

Nach oben

Eine Initiative vom

Projektträger