Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Südafrika hat zahlreiche bilaterale Kooperationsabkommen mit Ländern in Afrika. Intensive Beziehungen bestehen zu Algerien, Botswana, Ägypten, Äthiopien, Kenia, Lesotho, Mali, Marokko, Mosambik, Namibia, Nigeria, Senegal, Sudan und Tunesien.

Ferner hat Südafrika bisher 42 bilaterale Abkommen mit internationalen, nicht-afrikanischen Partner geschlossen, darunter mit den Ländern Argentinien, Australien, China, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indien, dem Iran, Italien, Korea, Norwegen, der Schweiz, UK und den USA.

Deutschland ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Partner Südafrikas im Bereich der WTZ. Die bilaterale WTZ- Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika erfolgt auf Grundlage des am 12.06.1996 unterzeichneten Ressortabkommens zwischen dem BMBF und dem DST über Zusammenarbeit auf den Gebieten der Wissenschaft, Forschung und Technologie. Das Abkommen regelt die Einsetzung eines gemeinsamen Komitees (Joint Science and Technology Cooperation Committees, JC). Dieses tritt alle zwei Jahre zusammen und fördert die Zusammenarbeit bei der Durchführung gemeinsamer Forschungsvorhaben, Nutzung wissenschaftlich-technischer Einrichtungen und dem Informationsaustausch.

Das JC ist eine von neun ständigen Arbeitsgruppen der binationalen Südafrikanisch-deutschen Kommission (BNC), die von den Außenministern beider Staaten geleitet wird.  Es gibt Arbeitsgruppen zu den Themen Außen- und Sicherheitspolitik, Kultur, Verteidigung, Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Umwelt, Arbeit und Soziales, Wissenschaft und Technologie und Berufliche Bildung.

Südafrika und Deutschland sind beratende Mitglieder für das vierte Antarktis-Abkommen und haben das Protokoll zum Schutz der Antarktis ratifiziert. Beide Länder betreiben Forschungsstationen in unmittelbarer Nachbarschaft: Neumayer II und SANAE IV.

Quelle: www.esastap.org.za/southafrica/bilateral_int.php

Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen

IBSA (India-Brazil-South Africa Dialogue Forum) 

IBSA ist eine trilaterale Entwicklungsinitiative zwischen Indien, Brasilien und Südafrika zur Unterstützung von Süd-Süd-Kooperationen. Die 2003 gegründete FuE Kooperation umfasst insbesondere Informations- und Kommunikationstechnologien, Biokraftstoffe, erneuerbare Energie und Klimawandel. Im Jahr 2013 wurden im Rahmen dieser Initiative insbesondere Programme im Bereich Infektionsforschung, Biotechnologie, IT und traditionelles Wissen trilateral gefördert.

NEPAD (New Partnership for Africa's Development)

Südafrika ist Mitglied der 2001 gegründeten New Partnership for Africas Development (NEPAD), einer zentralen Initiative der African Union (AU) und des African Ministerial Council on Science and Technology (AMCOST).

Die beteiligten Staaten wollen durch gute Regierungsführung sowie Wirtschafts- und Entwicklungszusammenarbeit die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung des Kontinents schaffen.

Global Research Alliance

Die Global Research Alliance wurde 2000 auf Initiative des CSIR gegründet. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von neun technologieorientierten Forschungsorganisationen: Die Australian Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation, Battelle in Ohio/USA, CSIR Südafrika, CSIR Indien, Danish Technology Institute, Fraunhofer-Gesellschaft, Netherlands Organisation for Applied Scientific Research, SIRIM Berhad - Malaysia und VTT Technical Research Centre of Finland. Ziel ist die Schaffung von Wissensnetzwerken.

SADC (Southern African Development Community)

Die SADC Minister für Wissenschaft und Technologie unterzeichneten 2007 das SADC Protokoll zu Wissenschaft, Technologie und Innovation in Pretoria. Ziel ist, Kooperationen zu fördern und den Transfer von Wissenschaft, Technologie und Innovation in den Mitgliedstaaten zu optimieren.

ICSU (International Council for Science)

Das ICSU wurde 1931 als wissenschaftsbezogene Nicht-Regierungsorganisation gegründet. Er verfügt über ein Regionalbüro in Pretoria (ICSU-ROA). Die Förderung der sozioökonomischen Entwicklung des afrikanischen Kontinents durch Wissenschaft und Innovation ist das Ziel des ICSU. Im September dieses Jahres wurde der südafrikanischer Mathematiker Daya Reddy zum nächsten Präsidenten des ICSU gewählt. Er wird sein Amt im Oktober 2017 antreten.

Quellen:

Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Südafrika hat ausgeprägte Forschungsbeziehungen zur Europäischen Union, die ihre Wurzeln im Abkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit aus dem Jahr 1997 haben.

Im Rahmen des auslaufenden Forschungsrahmenprogramms FP7 der Europäischen Kommission profitierte Südafrika von 32,4 Mio. € Fördergeldern für 171 Vorhaben. Bei 939 eingereichten, gültigen Anträgen hat Südafrika im Vergleich zu den anderen BRICS-Staaten eine überdurchschnittliche Erfolgsquote von 18 % erreicht (Brasilien 12%, Russland, Indien und China je 15 %). Die Beteiligung Südafrikas im neuen Forschungsrahmenprogramm HORIZONT 2020 wird weiter ausgebaut, insbesondere auf den Gebieten Gesundheit (2. Phase EDCTP), Erdbeobachtung (GEO) und Forschungsinfrastrukturen (ESFRI, European Strategy Forum for Research Infrastructure). Meeresforschung, Bergbau und Rohstoffe, Bio-Ökonomie und Umwelttechnologien wurden als weitere  Kooperationsfelder auf dem 12. SA-EU Joint S&T Cooperation Committee  (JSTCC) im Januar 2014 identifiziert.

EDCTP (European and Developing Countries Clinical Trials Partnership)

An der Initiative zur langfristigen klinischen Untersuchung von Impfstoffen und Arzneimitteln gegen HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose ist Südafrika seit 2004 beteiligt. Ende 2013 wurde die erste Forschungsphase abgeschlossen, welche von Seiten der EU mit 35 Mio. Euro unterstützt wurde. Die 2. Programmphase der Initiative ist bereits angelaufen. Südafrika wird zukünftig als Vollmitglied noch stärker involviert sein, sowohl partizipativ als auch finanziell. Ende 2014 war es Gastgeber der internationalen EDCTP-Konferenz sein.

EUREKA

Südafrika wurde im Juni 2014 als assoziiertes Mitglied ins EUREKA-Netzwerk aufgenommen.

Derzeit sind 40 Staaten und die Europäische Kommission Mitglieder in EUREKA: Die EU-Staaten, Island, Israel, die ehemalige Republik Mazedonien, Monaco, Montenegro, Norwegen, Russland, San Marino, die Schweiz, Serbien, Ukraine und die Türkei. Zusätzlich kann mit Ländern außerhalb Europas ein Assoziierungsabkommen geschlossen werden. Derzeit gibt es neben Südafrika auch Assoziierungsabkommen mit der Republik Korea und Kanada.

In 2016 wurde Südafrika ein neues Partnerland in Eurostars. Eurostars ist ein von EUREKA und H2020 gemeinsam finanziertes Programm, um kleine und mittlere Unternehmen bei einer Kooperation mit zum Netzwerk gehörenden Partnern zu unterstützen.

Seit 2010 besteht auch die südafrikanisch-europäische Strategische Partnerschaft, die u.a. zu folgenden Aktivitäten im Rahmen von FP 7 geführt hat:

  • DST und BMBF beteiligen sich am High Level Policy Dialogue (HLPD), einer  Institution des EU-Afrika-Politikdialogs zu Wissenschaft, Technologie und Innovation. Sie sind permanentes Mitglied des europäisch-afrikanischen Sekretariats, das als Umsetzungsorgan des HLPD die zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen vorbereitet und die den Dialogprozess koordiniert.

  • Das European South African Science and Technology Advancement Programme (ESASTAP), implementiert durch das DST und gemeinsam mit der EU finanziert, ist eine Plattform zur Förderung europäisch-südafrikanischer FuE-Kooperationen. Das im November 2012 begonnene und seitdem fortlaufend erweiterte, dreijährige Nachfolgeprojekt ESASTAP Plus verfolgte das Ziel, die Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Südafrika weiter auszubauen und zu vertiefen. In ESASTAP 2020 steht von 2016 bis 2019 das Thema Innovation im Vordergrund. An dem Projekt sind vier südafrikanische (DST, NRF, TIA und ASSAF) und sechs europäische Partner (u.a. PT-DLR) beteiligt.

  • CAAST-Net (Plattform zur Förderung von Kooperationen und Partnerschaften zwischen Europa und Subsahara-Afrika) war ein im 7. FRP gefördertes INCO-Net (International Cooperation Network). Das Nachfolgeprojekt CAAST-Net Plus hat zum Ziel, die Förderung multidisziplinärer, multisektoraler und bi-regionaler FTI Partnerschaften zu Schlüsselthemen von beidseitigem Interesse zu unterstützen.

  • Neu hinzu kam 2011 das ERA (European Research Area) Netzwerk EraAfrica, dessen Ziel es ist, einen gemeinsamen europäischen Ansatz der Forschung in Afrika zu vermarkten. Die gemeinsame Förderbekanntmachung von ERAfrica gibt europäischen und afrikanischen Wissenschaftlern die Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit an einem Forschungsthema in den Bereichen "Interfacing Challenges", "New Ideas" sowie "Renewable Energies". Beteiligt sind insgesamt 20 Förderorganisationen aus 15 Ländern (Ägypten, Belgien, Burkina Faso, Deutschland, Elfenbeinküste, Finnland, Frankreich, Kenia, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, die Schweiz, Südafrika und die Türkei). Ziel ist die Schaffung einer langfristigen Forschungszusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten und/oder assoziierten Ländern und Afrika.

  • Die Beteiligung südafrikanischer Forscher an den insgesamt 106 eingereichten ERAfrica-Anträgen in den drei Schwerpunkten ist mit insgesamt 108 Forschern ausgesprochen hoch gewesen, d.h. im Durchschnitt ist in jedem eingereichten Antrag ein südafrikanischer Wissenschaftler vertreten. Bei den insgesamt zehn zur Förderung vorgesehenen Projekten mit deutscher Beteiligung sind in sechs Vorhaben südafrikanische Wissenschaftler involviert.

Mitgliedschaften in internationalen Regierungsorganisationen

G20

Südafrika ist Mitglied der G20. Damit ist es an den jährlichen Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs beteiligt, welche teilweise auch die Themenbereiche Bildung, Forschung und Entwicklung betreffen.

Organisation for Economic Development (OECD):

Südafrika ist zwar kein Mitglied der OECD, kooperiert bei Forschungsfragen jedoch eng mit dieser. Seit 1999 ist Südafrika als Teilnehmer (frühere Bezeichnung Beobachter) im OECD-Ausschuss für Wissenschafts- und Technologiepolitik vertreten. Daneben ist Südafrika Teilnehmer im Global Science Forum (GSF) und hatte eine tragende Rolle bei der GSF-Aktivität "Research Co-operation between Developed and Developing Countries in the Area of Climate Change Adaptation and Biodiversity".

Afrikanische Union

Als weiterer wichtiger Prozess wurde im Juni 2014 in einer Versammlung der Afrikanischen Union eine offizielle "Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsstrategie für Afrika" (STISA-2024) verabschiedet. Diese wurde mit Beteiligung von hochrangigen Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und Forschern entwickelt und fokussiert sich auf sechs vorrangige sozioökonomische Themengebiete, welche dem strategischen Rahmen der Afrikanischen Union entsprechen. Zu diesen zählen Nahrungssicherheit und die Bekämpfung von Hunger, Krankheitsprävention, Kommunikation, der Schutz des Weltraums, die Verbesserung des Zusammenlebens sowie die Schaffung von Wohlstand.

UNESCO

Südafrika gehört zu den Gründungsstaaten der UNESCO. 1956 trat das Land vorübergehend aus der Organisation aus; seit Dezember 1994 ist sie jedoch wieder Mitglied.

SADC (Southern African Development Community)

Die Southern African Development Community (SADC) ist eine regionale Organisation zur wirtschaftlichen und politischen Integration im südlichen Afrika. Ihr Sitz ist Gaborone  in Botswana. Die SADC Minister für Wissenschaft und Technologie unterzeichneten 2007 das SADC Protokoll zu Wissenschaft, Technologie und Innovation in Pretoria. Ziel ist, Kooperationen zu fördern und den Transfer von Wissenschaft, Technologie und Innovation in den Mitgliedstaaten zu optimieren.

BRICS-Staaten

Die Vereinigung der BRICS-Staaten stellt zwar keine internationale Regierungsorganisation im engeren Sinen dar, aufgrund ihrer strategischen Relevanz soll sie hier dennoch aufgeführt werden. Mit den weiteren BRICS-Staaten unterhält Südafrika intensive Forschungsbeziehungen. Unter anderem fand in Südafrika im Februar 2014 ein erstmaliges  Treffen der jeweiligen Wissenschaftsminister statt, bei welchem gemeinsam die "Cape Town Declaration" unterzeichnet wurde. Diese soll den Fokus der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit auf die gemeinsamen Herausforderungen legen, zu denen insbesondere die Bereiche Gesundheit, Ernährungssicherung, Klimawandel und Umwelt, Energie und der soziale Wandel gehören.

Carnegie-Gruppe

Südafrika wird zu den jährlichen Treffen der sogenannten Carnegie-Gruppe der nationalen Wissenschaftsberater und Wissenschaftsminister eingeladen. Dort kommen Vertreter der G7/G8-Länder (Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Japan, USA, Kanada, Russland sowie die EU-Kommission) und seit 2008 auch Vertreter der G5-Länder Brasilien, China, Indien, Südafrika und Mexiko zusammen. Vorsitz und Gastland rotieren (2012: Deutschland, 2013: USA, 2014: Großbritannien). 2015 liegt der Vorsitz entweder bei Indien oder Italien. Die Carnegie-Gruppe fasst anders als etwa G7/G8- oder G20-Ministertreffen keine offiziellen Beschlüsse. Auf Öffentlichkeitsarbeit wird bewusst verzichtet, der Schwerpunkt liegt auf dem informellen und offenen Meinungsaustauch.

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