StartseiteLänderAsienChinaZusammenfassungÜberblick zur Kooperation mit Deutschland

Überblick zur Kooperation mit Deutschland: China

Seit der Unterzeichnung des Regierungsabkommens zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit im Jahr 1978 haben sich zahlreiche und weitgefächerte Kooperationen entwickelt. Die Bildungskooperation beider Länder wird durch bildungspolitische Strategiegespräche vorangetrieben, in denen es vor allem um die Themen Hochschulkooperationen, Mobilität von Studierenden und Wissenschaftlern geht. Bei den Reformbemühungen zur Verbesserung der beruflichen Ausbildung ist Deutschland, durch traditionell umfassende Expertise in der beruflichen Bildung, als Kooperationspartner besonders attraktiv. Die deutsch-chinesische Kooperation in der beruflichen Bildung gehört zu den Bereichen, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Seit 2011 finden regelmäßige Sitzungen der Leitungsgruppe der Deutsch-Chinesischen Allianz für Berufsbildung statt. Beteiligt sind sowohl die Wirtschaft als auch Bildungseinrichtungen.

Im Strategieprojekt VETnet fördert das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Auslandshandelskammern (AHK) in neun Ländern mit dem Ziel, ausgewählte AHKs vor Ort als dauerhafte Ansprechpartner für die berufliche Bildung im Partnerland zu etablieren. Dafür bringen die AHKs wie zum Beispiel die AHK Shanghai vor Ort in China ihre Expertise und ihre Netzwerke ein und arbeiten vor allem daran, Unternehmen für die berufliche Bildung zu gewinnen.

Einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der 2014 beschlossenen Innovationspartnerschaft zwischen Deutschland und China leistet die im Oktober 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlichte China-Strategie. Diese bildet die Basis für die Zusammenarbeit mit China in Forschung, Wissenschaft und Bildung bis zum Jahr 2020. Derzeit ist die vom BMBF verantwortete deutsch-chinesische Forschungskooperation besonders aktiv in den Bereichen Innovationsforschung, Umwelttechnologien, Elektromobilität, optische und Lasertechnologien, Lebenswissenschaften sowie Meeres- und Polarforschung.

Aus chinesischer wie aus deutscher Sicht ist das jeweils andere Land ein wichtiges Herkunfts- und Zielland für internationale Studierende und ein wichtiger Ko-Publikationspartner. Aus chinesischer Perspektive steht Deutschland als Zielland für chinesische Studierende mit 23.616 Personen an neunter Stelle, aus deutscher Perspektive belegt China damit Rang 1 als Herkunftsland für internationale Studierende (Quelle: UNESCO Institute of Statistics Global Flow of Tertiary-Level Students, erfasst werden nur diejenigen Studierenden, die einen Abschluss im Ausland anstreben). Zu den internationalen Studierenden in China liegen der UNESCO zwar Gesamtzahlen vor, jedoch keine Aufschlüsselung nach Herkunftsländern. Der Deutsche Akademische Austauschdienst gibt die Anzahl der deutschen Studierenden in China mit 7.536 an (Quelle: DAAD-Ländersachstand China (2017), Bezugsjahr 2015). Als Ko-Publikationsland liegt Deutschland aus chinesischer Perspektive hinter Japan auf Platz sieben (Quelle: Scopus Elsevier).

Laut Hochschulkompass existierten im August 2018 über 1390 deutsch-chinesische Hochschulkooperationen. Internationale Mobilität von und nach China wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) gefördert. Das Austauschverhältnis der DAAD Geförderten aus China und Deutschland ist relativ ausgewogen. Im Selbstzahlerbereich klaffen die Zahlen weit auseinander: ca. 35.000 chinesischen Studierenden in Deutschland stehen etwa 8.000 deutsche Studierende in China gegenüber. Hier besteht noch Wachstumspotential, um die Reziprozität des Austauschs zu erhöhen. Die AvH fördert ausländische Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Fächer und Länder, die mit Forschungsstipendien und -preisen nach Deutschland kommen, um hier mit deutschen Fachkollegen über längere Zeit zusammenzuarbeiten. Die Mehrheit der von der Stiftung geförderten chinesischen Stipendiaten war 2017 in den Naturwissenschaften (39 Prozent) tätig, gefolgt von den Geisteswissenschaften (30,6 Prozent), den Lebenswissenschaften (17,4 Prozent) und den Ingenieurwissenschaften (13 Prozent).

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) kooperiert seit über 40 Jahren mit wissenschaftlichen Partnern in China (seit 1974), insbesondere mit der Chinese Academy of Sciences (CAS), mit der die MPG eine privilegierte und strategische Partnerschaft verbindet. Im Zuge einer Diversifizierung der China-Kooperation wird zudem die Zusammenarbeit mit Top-Universitäten (z.B. Peking University) und Hongkong verstärkt. 2014 wurde ein Memorandum of Understanding mit der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) unterzeichnet. Von den mehr als 8.700 ausländischen Nachwuchs- und Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die 2017 an Max-Planck-Instituten forschten, kamen rund 1.122 aus China (entsprechend 13 Prozent, im Vergleich der Herkunftsländer stellt China damit die größte Gruppe). Insgesamt wurden 2018 rund 126 Kooperationsprojekte der MPI mit Partnern in China gemeldet, der Großteil davon im Bereich der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion. Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) unterhält seit 1999 eine Repräsentanz in Peking. Hauptzielgruppen der Zusammenarbeit sind deutsche sowie chinesische Unternehmen sowie exzellente chinesische wissenschaftliche Einrichtungen.

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) betreibt seit dem Jahr 2003 ein Büro in Peking zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen der Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft in China und als Anker für Identifikation, Zusammenführung und Abgleich gemeinsamer Forschungsinteressen mit unseren chinesischen Partnern. Im Rahmen einer seit dem Jahr 2006 laufenden Vereinbarung mit dem China Scholarship Council (CSC) haben sich seit 2007 etwa 50 Doktoranden/innen pro Jahr zu Ausbildungs- und Forschungsaufenthalten an Helmholtz-Zentren aufgehalten. In den Helmholtz-Zentren arbeiten inzwischen über 1100 junge chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, unter ihnen mehr als zehn Nachwuchsgruppenleiter/innen. Ebenfalls wurden mehr als zehn Wissenschaftler/innen aus Helmholtz Zentren im Rahmen des seit dem Jahr 2008 laufenden, sog. Top-1000-Talente-Programms der chinesischen Regierung angeworben.

Andere Ressorts sind ebenfalls aktiv. So kooperieren das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unter dem Dach des Deutsch-Chinesischen Forums für wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit auf Ministerebene mit der National Development and Reform Commission, unter anderem in Arbeitsgruppen zu den Themen Energie, Umwelttechnik und Kreislaufwirtschaft, Medizinwirtschaft und Biotechnologie. Hauptfokus in den Arbeitsgruppen auf höherer ministerieller Arbeitsebene ist die Unternehmenszusammenarbeit, aber durchaus auch der Austausch von Experten.

Abschließend ein Überblick über Präsenzen deutscher Forschungs-, Förder- und Mittlerorganisationen vor Ort in China:

  • Das Chinesisch-Deutsche Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ) ist eine als Joint-Venture gegründete Forschungsförderungseinrichtung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der National Natural Science Foundation of China (NSFC) mit Sitz in Peking;
  • Der DAAD ist insgesamt an vier Standorten vertreten (DAAD in China): „Außenstelle Peking“, „ DAAD Informationszentrum Shanghai”, „DAAD Informationszentrum Guangzhou” und „Informationszentrum Hongkong;“
  • Fraunhofer hat seit 1999 eine Repräsentanz in Peking (Fraunhofer Representative Office Beijing)
  • Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) ist seit dem Jahr 2003 durch das Helmholtz-Büro in Peking repräsentiert. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in langfristigen strategischen Projekten in den sechs Forschungsbereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Information, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr;
  • Das CAS-MPG Partner Institute for Computational Biology (PICB) ist rechtlich und administrativ ein Institut der Chinese Academy of Sciences (CAS). Organisatorisch gehört es zu den Shanghai Institutes for Biological Sciences (SIBS), dem größten biowissenschaftlichen Campus der CAS. Es ist nach dem Vorbild der Max-Planck-Institute aufgebaut und wird, wie diese, alle zwei Jahre durch einen international besetzten Fachbeirat evaluiert.

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