StartseiteLänderHightech-RegionenCanada’s Technology Triangle

Kurzprofil

Die kanadische Region Waterloo (auch Region of Waterloo, offiziell Regional Municipality of Waterloo) liegt im Süden der Provinz Ontario und umfasst das Städtedreieck Kitchener, Waterloo und Cambridge sowie die vier Stadtgemeinden North Dumfries, Wellesley, Wilmot und Wollwich. Auf einer Fläche von knapp 1.400 Quadratkilometern leben fast 550.000 Menschen, damit ist die Region das zehntgrößte Ballungsgebiet Kanadas und das viertgrößte in Ontario. Die Bevölkerungsstruktur ist kulturell vielfältig und sehr dynamisch: Bis 2031 soll laut Consider Canada die Einwohnerzahl auf 729.000 ansteigen.

Das Städtedreieck beherbergt einen international anerkannten Technologiecluster, der unter dem Namen „Canada’s Technology Triangle“ (CTT) bekannt ist und Stärken in Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Automobilindustrie, Produktion, Hochtechnologie und dem Finanzsektor aufweist. Zu den jüngeren Wirtschaftssektoren, die sich dynamisch entwickeln, zählen Lebenswissenschaften/Biotechnologie und der Energiesektor. Die benachbarte Stadt Guelph (28 Kilometer östlich von Waterloo, 121.000 Einwohner) steht durch gute Beziehungen und Kooperationen mit dem CTT in Verbindung und kann als Teil dessen bezeichnet werden.

Die vier Standorte, die in diesem Clusterportrait zusammenfassend betrachtet werden, zeichnen sich jeweils durch spezielle Charakteristika aus:

  • Die Schwerpunkte der Stadt Kitchener liegen im produzierenden Gewerbe und den Gesundheitswissenschaften,
  • Cambridge ist primär Standort der Automobilbranche,
  • Waterloo ist ein Hightech-Standort mit hoher F&E-Intensität und
  • Guelph ist ein starker Innovationscluster im Bereich der Lebenswissenschaften.

Durch den Zusammenschluss zu einem großen Technologiecluster konnte sich das CTT zu dem stärksten und bedeutendsten Standort der kanadischen Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln. Das Innovationspotenzial, das die Entwicklung regionaler Start-Ups wie BlackBerry (ehemals Research in Motion, gegründet und mit aktuellem Firmensitz in Waterloo) begünstigte, strahlt eine hohe Anziehungskraft auf Investoren im In- und Ausland aus, die bereits Firmen wie Google, Toyota und Microsoft in das Clustergebiet ziehen konnte.

Die Region ist stark geprägt durch die britische Kolonialherrschaft im 18. Jahrhundert und deutsche Zuwanderer zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1833 und 1916 trug die Stadt Kitchener (heutiger Verwaltungssitz der Waterloo Region) den Namen „City of Berlin“ und war die heimliche Hauptstadt der Deutschen in Kanada. In Ontario gibt es außerdem viele Städte, die heute noch deutsche Namen tragen wie zum Beispiel Baden, Mannheim und New Hamburg in der ländlichen Gegend Wilmot.

Internationale Anziehungskraft

Das Technologiedreieck hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der innovativsten und dynamischsten Wirtschaftsstandorte Kanadas entwickelt. Das fDi Magazine listet die Waterloo Region im American Micro Cities of the Future-Ranking (2011/2012) in den Top Ten von vier Kategorien: Micro Cities of the Future (Rang 2), Human Resources (Rang 10 und einzige kanadische Micro City in der Listung), Infrastructure (Rang 3) und Quality of Life (Rang 2 und bestplatzierte kanadische Micro City).

Das CTT profitiert unter anderem durch seine strategisch günstige Lage: Durch die direkte Anbindung an Kanadas Super Highway 401 (King's Highway, offiziell MacDonald Cartier Freeway) ist die Waterloo Region an die meistbefahrenste Autobahn der Welt angeschlossen. Über diese ist mit einer 45-minütigen Autofahrt Kanadas größter internationaler Flughafen Toronto Pearson International Airport erreichbar. Darüber hinaus verfügt die Region über einen eigenen Flughafen, den Region of Waterloo International Airport (YKF), der täglich Flüge nach Montreal, Ottawa, Calgary und Chicago anbietet.

Durch die geographische Nähe zu den USA und drei nahegelegenen Grenzübergängen (Windsor/Detroit, Niagara Falls, Sarnia/Port Huron) erhält man innerhalb von nur einer Tagesfahrt Zugang zu rund 135 Millionen Menschen. Die Region Waterloo ist nur 90 Kilometer westlich von Toronto entfernt, die Grenze zum US-Bundesstaat New York befindet sich in nur 150 Kilometern Entfernung, Detroit (Michigan, USA) liegt knapp 290 Kilometer entfernt.

Der öffentliche Personennahverkehr in der Region ist ebenfalls gut ausgebaut: Kitchener ist an die Hochgeschwindigkeitsstrecke der VIA Rail Canada angeschlossen. Es wird dreimal täglich eine Direktverbindung nach Toronto angeboten, von dort aus sind weitere Großstädte wie Montréal oder Québec bequem zu erreichen. Mit einem Großprojekt (Investitionsvolumen: 818 Millionen CAD) soll die Verbindung des Städtedreiecks Kitchener-Waterloo-Cambridge und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ausgebaut werden. Der Güter- und Frachtverkehr wird durch Canadian National Railway und Canadian Pacific Railway geregelt und über Knotenpunkte in Kitchener und Guelph transportiert.

Die Provinz Ontario ist für die kanadische Wirtschaft ein wichtiger Motor. 2011 erwirtschaftete Ontario mit knapp 655 Milliarden CAD über 37 Prozent des Bruttoinlandprodukts Kanadas. Das Technology Triangle steuerte rund 20 Milliarden CAD bei, 2012 wuchs das BIP auf 30 Milliarden CAD an. Auch im Außenhandel ist die Provinz führend: 40 Prozent (335 Milliarden CAD) der nationalen Exporte stammen aus Ontario, Hauptabnehmerländer sind die angrenzenden USA, das Vereinigte Königreich, China, Deutschland und Japan. Zwischen Kanada und Deutschland besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, ebenso wie mit einer Vielzahl weiterer Länder. Ein Großteil der Finanzdirektinvestitionen (FDI) und der mehr als 240 ausländischen Unternehmen im CTT stammen aus Deutschland, den USA, dem Vereinigten Königreich, Frankreich Japan und den Niederlanden. Ein Beispiel für FDIs in die Region ist der Autohersteller Toyota. Seit 2003 produziert die Toyota Motor Manufacturing Canada Inc. ihr Lexus-Modell in Cambridge, dem einzigen Lexus-Produktionsstandort außerhalb Japans. Mitte 2012 gab Toyota bekannt, 100 Millionen CAD in seinen kanadischen Standort investieren zu wollen, um die jährliche Produktion von 30.000 auf 104.000 Fahrzeuge anheben zu können. In diesem Zuge sollen 400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Investition inkludiert darüber hinaus die Produktion einer Hybridversion des Lexusmodells (jährlich 15.000 Fahrzeuge).

Thematische Stärkefelder

Das Technologiedreieck und das benachbarte Guelph zeichnen sich durch Stärken in folgenden Branchen aus: IKT, Automobilindustrie und Finanzsektor. Darüber hinaus weist der Cluster eine hohe Innovationskraft in Biotechnologie, Lebenswissenschaften und dem Energie- und Umweltsektor auf.

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT):

Die Region Waterloo weist in dieser Branche hohes Wachstums- und Innovationspotenzial auf. Bislang arbeiten 30.000 Experten in über 800 Unternehmen, zu denen auch IKT-Größen wie Open Text, Electronic Arts, Google, Desire2Learn, Christie Digital und BlackBerry (ehemals Research in Motion) gehören, die in der Region auch Einrichtungen für Forschung und Entwicklung (F&E) betreiben. 2011 verzeichnete diese Branche mehr als 300 Start-Ups und über 1.200 neue Arbeitsplätze.

Die Stadt Waterloo ist aufgrund ihrer Universität (University of Waterloo) der Hochtechnologiestandort des CTTs, da dort die höchste Konzentration von hoch qualifizierten Fachkräften und Forschungseinrichtungen zu finden ist.

Automobilindustrie:

Der Produktionssektor ist der Motor der CTT-Wirtschaftsaktivitäten. Die Stärken der Region liegen in modernen Fertigungstechniken ("Advanced Manufacturing") und der Automobilherstellung, die in der Region eine lange Tradition besitzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Kitchener das erste Automobil Kanadas hergestellt, das LeRoy-Auto. Über 50.000 Spezialisten der Region Waterloo (18 Prozent der regionalen Arbeitskräfte) arbeiten im Produktionssektor, über 7.000 speziell in der Automobilbranche. Zu den größten Unternehmen im Cluster zählen Toyota Motor Manufacturing Canada Inc., ATS Automation Tooling Systems, Rockwell Automation Canada Control Systems, Lear Canada, Kuntz Electroplating Inc., Tenneco Cambridge, Canadian General-Tower Ltd., Sutherland-Schultz Inc. und Ontario Drive and Gear Ltd..

Die Regierung der Provinz Ontario verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, neue und "grüne" Technologien im Automobilsektor voranzutreiben und zu kommerzialisieren. Verschiedene Förderprogramme unterstützen Unternehmungen in diesem Bereich durch finanzielle Zuwendungen: Der Automotive Innovation Fund (Investitionsvolumen 250 Millionen CAD) unterstützt F&E-Projekte hinsichtlich kraftstoffsparender Fahrzeuge, der Emerging Technologies Fund umfasst ebenfalls 250 Millionen CAD und der Innovation Demonstration Fund (50 Millionen CAD) unterstützt neue Technologien in ihrer Anfangs- und Testphase. Darüber hinaus können steuerliche Vorteile (beispielsweise Steuererleichterungen für wissenschaftliche Forschung und experimentelle Entwicklung) in Anspruch genommen werden. Ontarios Automobilindustrie investiert jährlich etwa 500 Millionen bis eine Milliarden CAD in Forschung und Entwicklung.

Forschungstätigkeiten finden ebenfalls an den Hochschulen in der Region statt: An mehreren Colleges und Universitäten gibt es eigene Fachbereiche für F&E im Automobilsektor.

Finanz- und Unternehmenssektor:

Die Region ist aufgrund ihrer langen Historie beliebt bei nationalen und internationalen Unternehmen aus der Finanz- und Unternehmensbranche, die bis in das 19. Jahrhundert reicht. 1839 gründete sich die Gore Mutual Insurance Company in Cambridge, seit dem haben sich prominente Unternehmen in der Region angesammelt. Firmen wie die Bank of Montreal, Ernst & Young, Deloitte, KPMG, Stantec Engineering, Toronto Dominion Bank und Rogers Wireless haben die Waterloo Region als Standort für ihre Hauptsitze in der Provinz gewählt und Unternehmen wie Gowlings, Miller Thomson, Borden Ladner Gervais, Sun Life Financial Canada und Bereskin & Parr haben den Cluster in ihre weltweiten Netzwerke eingeschlossen.

Biotechnologie und Lebenswissenschaften (Life Sciences):

Der aufstrebende Sektor der Biotechnologie und Lebenswissenschaften konzentriert sich in den Städten Waterloo und Guelph, die durch Forschungskooperationen stark miteinander vernetzt sind. Über 140 Unternehmen und 125 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, zu dem u.a. das Canadian Centre for DNA Barcoding (weltweit erste und größte Einrichtung für DNA-Barcoding) gehört, repräsentieren diesen Sektor. Stärken liegen vor allem in Bioinformatik, Gesundheitsinformationen, Agrarbiotechnologie, physikalischer Technik und angewandter Informatik, Pharmazeutik und Medizin.

Zu den ansässigen Unternehmen, die Präsenzen und/oder Forschungseinrichtungen betreiben, gehört unter anderem Agfa HealthCare, Syngenta und Spectra Digital Corp, Firmen wie Christie Medical Holdings Inc., Oculys Health Informaticsund MultiMension unterstützen F&E an der Universität Waterloo. Durch die enge Zusammenarbeit der Universitäten in Waterloo und Guelph ist die Ausbildung von Fachkräften und Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet sehr stark ausgeprägt. Eine Vielzahl von (universitären) Forschungseinrichtungen ist in der Region ansässig.

Energie- und Umweltsektor:

Die Provinz Ontario ist ein anerkannter Umweltcluster: Mit 2.400 Unternehmen und 62.000 Arbeitsplätzen im Bereich Energie und Umwelt finden 40 Prozent der Sektoraktivitäten Kanadas in Ontario statt. Darüber hinaus ist die Provinz führend bei der Erzeugung von Windenergie: 2003 wurden in der Provinz lediglich zehn Windkraftanlagen betrieben, heute sind es mehr als 1.000. Durch die strategisch gute Lage in Reichweite zu mehreren Great Lakes (Lake Ontario, Lake Erie, Lake Huron) positioniert sich auch das Städtedreieck als aufstrebender Cluster hinsichtlich erneuerbarer Energien in Nordamerika. Die Region beheimatet Unternehmen wie ATS Automated Systems und Canadian Solar.

Mit exzellenten Forschungs- und Lehreinrichtungen, starker Innovationskraft und einer "grünen" und nachhaltigen Energiepolitik der Regierung wird Energie- und Umweltfragen große Aufmerksamkeit beigemessen. Das Ontario Ministry of Energy verfolgt einen Energieplan, um Nachhaltigkeit, Clean Energy und Investitionen in den Energiesektor zu fördern. Ziel ist es, erneuerbare und "saubere" Energie in dem Bundesstaat einzuführen und für die Wirtschaft attraktiv und fruchtbar zu gestalten.

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Akteure und Netzwerke

Der Cluster zeichnet sich durch eine besonders enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aus, denn den vier wichtigsten Universitäten des Technologiedreiecks und der Stadt Guelph sind Technologie- und Forschungsparks angegliedert.

University of Waterloo:

Zu den Kennzeichen der Universität gehört der Technologie- und Wissenstransfer zwischen der Universität und privaten Unternehmen. Die Hochschule betreibt eine Vielzahl von herausragenden F&E-Institutionen mit Schwerpunkten in IKT, Gesundheitswesen, Biotechnologie und Umweltwissenschaften. Zu den wichtigsten zählen das Centre for Bioengineering and Biotechnology, das Institute of Biochemistry and Molecular Biology, das Waterloo Centre for Automotive Research (WatCAR) und das Waterloo Institute for Nanotechnology. Ziel der Universität ist es speziell, Studenten und Absolventen möglichst früh einen Einblick in den F&E-Alltag neben dem normalen Lehrbetrieb zu gewähren und studentische Projekte bzw. Start-Ups zu fördern. Finanzielle Unterstützung und Zugang zu Technik auf dem neuesten Stand garantieren u.a. universitäre Programme wie die VeloCity.

Darüber hinaus gehören zu der Universität ein Forschungs- und Technologiepark, der David Johnston Research + Technology Park. Der 50 Hektar große Technologiepark wird von der Regierung Kanadas, der Provinz Ontario, der Region Waterloo, der Stadt Waterloo sowie von Communitech und der Canada’s Technology Triangle Inc. (CTT Inc.) finanziert. Angesiedelte Unternehmen haben Zugang zu universitären Forschungsergebnissen und werden bei der Markteinführung unterstützt.

Der Park ist Mitglied der kanadischen und weltweiten Association of University Research Parks, der Canadian Association of Business Incubation, des Startup Canada-Netzwerks, der National Business Incubation Association und der International Association of Science Parks.

Innerhalb des Parks befindet sich das Research and Technology Park Accelerator Centre. Dieses Zentrum unterstützt die universitäre Forschung dabei, Ergebnisse und Technologien für den Markt aufzubereiten und zu kommerzialisieren. Das Conrad Business, Entrepreneurship and Technology Centre, ebenfalls im Technologiepark und Teil der Faculty of Engineering, ist für die Unterstützung und Ausweitung der Innovationskultur in der Waterloo Region zuständig und bietet außerdem einen eigenen Master of Business, Entrepreneurship and Technology an.

University of Guelph:

Hervorgegangen ist die Hochschule 1964 aus dem Zusammenschluss des Ontario Agricultural College, dem Macdonald Institute und dem Ontario Veterinary College. Der Forschungsuniversität stehen jährlich rund 158 Millionen CAD für Forschung und Entwicklung zur Verfügung: Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesellschaft, Umwelt, Gesundheit und Nahrungsmittelwissenschaften. Die Universität gehört zu den anerkanntesten und innovativsten Einrichtungen des Landes, an die 55 Forschungszentren und Netzwerke gegliedert sind.

Im Bereich Agrarbiologie und Lebensmittelwissenschaft ist die Forschung des 2008 neu eröffneten Zentrums für Agrotechnologie (Agri-Technology Commercialization Centre) bedeutsam. In letzterem arbeiten Forscher mit Patentberatern und Experten für Agrarunternehmen zusammen. Forschung, Technologie und neue Agroprodukte sollen mit dieser Strategie schneller auf dem Weltmarkt angeboten werden. Im Zentrum ansässige Partnerunternehmen sind BioEnterprise, Marsland Centre, Ontario Agri-Food Technologies und Soy 20/20.

F&E in Agrarwissenschaften an der Universität werden von der Regierung Ontarios gefördert: Zwischen dem Ministry of Agriculture and Food und der Hochschule besteht seit mehreren Jahren die “OMAFRA-U of G Partnership”, die jährlich 1,15 Milliarden CAD zur Wirtschaft Ontarios beitragen soll.

Die Universität verfügt so wie die University of Waterloo über einen eigenen Forschungspark, der mehr als 60 Unternehmen (im bestehenden Research Park South) aus den Bereichen Lebenswissenschaften und Biotechnologie beherbergt. Der Park befindet sich mit dem Bau des Research Park North in der Expansionsphase.

Conestoga College Institute of Technology and Advanced Learning:

Das Conestoga College ist eines von sieben führenden Polytechnischen Instituten in Kanada. Es engagiert sich in der Zusammenarbeit mit anderen Universitäten und setzt dabei stark auf den unternehmerischen Praxisbezug. 2011 wurden drei neue Exzellenzzentren fertig gestellt und eröffnet: Das Cowan Health Science Centre und die School of Engineering and Information Technology, in welcher das Institute of Food Processing Technology liegt.

Wilfrid Laurier University

Besonderes Merkmal dieser Universität ist das Angebot für Studenten, Studium und Beruf zu kombinieren. Die WLU hat Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Betriebswirtschaft, Geographie und Human- und Sozialwissenschaften. Unter anderem kooperiert die WLU mit der Conestoga University bei der Ausbildung von wissenschaftlichem Personal.

Branchenbezogene Akteure und Netzwerke:

  • Die Hochschulen der Region, das Conestoga College ausgeschlossen, sind Mitgliedsinstitutionen des nationalen Netzwerks AUTO21, das durch F&E und die Vernetzung von Akteuren Kanadas Automobilbranche stärken und fördern möchte.
  • Advanced Foods and Materials Canada Inc. (AFM Canada) ist eine Non-Profit-Organisation, die bei der Kommerzialisierung von Innovationen im Bereich Lebensmittelwissenschaften, Gesundheitswesen und Biotechnologie unterstützt.
  • Die Ontario Automotive Communities Alliance (OACA) repräsentiert 60 Gemeinden und Städte in der Provinz und vernetzt so die Automobilbranche in Ontario.
  • Das Canadian Water Network, ansässig in der Universität Waterloo, ist Teil des Networks of Centres of Excellence. Bislang erhielt das Netzwerk (etwa 200 Partner aus Industrie und Wissenschaft) 61 Millionen CAD von der kanadischen Regierung und ist führende Organisation im Bereich des “Water Managements”.
  • Das Canadian Digital Media Network, mit Hauptsitz im Cluster, vernetzt 21 große Forschungseinrichtungen in ganz Kanada miteinander und bietet ihnen darüber hinaus Zugang zu einer 6.000-Menschen starken „Online-Community“ bestehend aus Spezialisten der Branche.
  • Das Waterloo Region Manufacturing Innovation Network vernetzt Mitglieder mit Akteuren der regionalen Branche und bietet Programme zur Marktorientierung.

Die (regionale) Entwicklung unterstützende Institutionen:

  • Canada's Technology Triangle Inc. (CTT Inc.) ist eine nicht gewinnorientierte, privat-öffentliche Organisation für wirtschaftliche Entwicklung. Das Ziel von CTT Inc. ist es, die Region Waterloo als Wissenschafts- und Ausbildungsstandort zu unterstützen und die dort ansässigen High-Tech-Unternehmen miteinander zu vernetzen. Die Vision der Organisation ist, die Region des Technologiedreiecks Waterloo, Kitchener, Cambridge zu einer führenden Destination ausländischer Direktinvestitionen zu machen. Zu den zentralen Aufgaben und Aktivitäten des CTT Inc. gehören das weltweite Marketing des Technologiedreiecks und die Entwicklung privat-öffentlicher Partnerschaften zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung.
  • Communitech ist eine industriegeleitete Organisation zur Förderung des Technologiesektors in der Region Waterloo. Über 700 Unternehmen sind Mitglied dieser Institution, die 1997 gegründet wurde. Unter ihnen sind Unternehmen mit globaler Bedeutung, wie BlackBerry (ehemals Research in Motion), Open Text und COM DEV. Sie ist das regionale Zentrum für die Markteinführung von Innovationen und die Förderung der wirtschaftlichen Prosperität. Letzteres wird durch den Abbau von Hindernissen bei der Gründung und beim Wachstum von Unternehmen zu erreichen versucht. Zu den Hauptaufgaben zählen daher die Beschleunigung der Fähigkeiten zur Marktorientierung und -einführung und die Schaffung robuster Exportkapazitäten. 2010 eröffnete die Organisation ihr Communitech Hub, ein Digital Media Innovationszentrum, in dem Lehreinrichtungen, multinationale Konzerne, Start-Ups und Unternehmer unter einem Dach zusammen arbeiten können. Das Communitech Hub ist, neben dem Accelerator Centre im Techpark der University of Waterloo, wichtiger Akteur im Canadian Digital Media Network.
  • Auch die Handelskammern von Kitchener-Waterloo, Cambridge und Guelph haben eine wichtige Funktion und übernehmen die Repräsentation der dort ansässigen Unternehmen.
  • Die Ontario Centres of Excellence, die über ein Büro im Cluster verfügen, unterstützen die Verbreitung von Innovationen und investieren in vielversprechende Projekte und Start-Ups. Mit dem Industry-Academic Collaboration Program (IACP) verfolgen die OCEs das Ziel, den Wissens- und Technologietransfer innerhalb des Netzwerkes für öffentliche Forschungseinrichtungen zu stärken, Investitionen in regionale Forschung und Innovationen zu vergrößern und den Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern. Das Programm beinhaltet drei Hauptkomponenten: Vermarktungsstrategien für Kooperationen zwischen Unternehmen und akademischen Einrichtungen, Talentförderung und Technology Transfer Partnerships.

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Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Die Bevölkerung in der Waterloo/Guelph Region ist kulturell vielfältig: Rund ein Fünftel der Bewohner spricht neben einer der Amtssprachen Englisch und Französisch eine weitere Sprache. Zu den meistgesprochenen Sprachen gehören Chinesisch, Arabisch, Deutsch, Mandarin, Panjabi, Spanisch und Portugiesisch. Der Altersdurchschnitt in der Region liegt bei 37,7 Jahren, dabei sind über 81 Prozent der rund 550.000 Menschen über 15 Jahre alt (Zensus 2011). Die Arbeitslosenquote liegt bei knapp sieben Prozent.

Die Waterloo Region weist aufgrund der Vielzahl von höheren Bildungsanstalten hohe Studierendenzahlen auf: Fast 100.000 Studenten leben dort, an den Universitäten in Waterloo und Guelph sind 34.000 bzw. 22.000 Studierende eingeschrieben. Die beiden großen Hochschulen rangieren im Times Higher Education Ranking 2012/2013 innerhalb Nordamerikas auf den nicht näher differenzierten Rängen 226-250 und 301-350. Die Studenten genießen schon während ihres Studiums die Möglichkeit, an forschungsorientierten Projekten zu arbeiten: An der University of Waterloo sind 16.000 Studierende in sogenannten Co-op-Programmen untergebracht, im Finanzjahr 2010/2011 haben Studenten rund 190 Millionen CAD erwirtschaftet.

Auch die Absolventen des Conestoga College genießen eine gute Reputation: Rund 87 Prozent werden innerhalb von sechs Monaten eingestellt, über die Hälfte der Beschäftigten in der Gesundheitspflege der Waterloo Region wurden am Conestoga ausgebildet.

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Entwicklungsdynamik

In den vergangenen Jahren hat sich die Region Waterloo/Guelph zu einem anerkannten Technologiecluster entwickelt, von dem eine hohe Anziehungskraft ausgeht. Die Vielzahl von Forschungseinrichtungen und die ausgeprägte Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft haben dazu beigetragen, dass der Cluster internationale Konzerne angezogen und eigene Start-Ups (u.a. BlackBerry, ehemals Research in Motion) hervorgebracht hat.

Die BMO Financial Group attestiert dem Cluster in einem Bericht ein erneutes Wachstum bis 2016:

  • Die Arbeitslosenquote soll durch die Schaffung von rund 13.000 neuen Arbeitsplätzen um einen Prozent gesenkt werden,
  • durch den Bau einer direkten Bahnverbindung zwischen dem Städtedreieck Waterloo, Cambridge und Kitchener (Investitionsvolumen 818 Millionen CAD) wird nicht nur die Baubranche gestärkt, sondern auch noch intensivere Kooperationen innerhalb des Clusters gefördert,
  • in der Region sollen knapp 2.000 neue Wohneinheiten entstehen,
  • das Bruttoinlandsprodukt soll zwischen 1,7 und 3 Prozent ansteigen.

Die Investition des Autoherstellers Toyota (100 Millionen CAD) in seinen Produktionsstandort im Cluster unterstützt den wirtschaftlichen Ausbau der Region und seine Position als führender Investitions- und Technologiestandort. Die einzigen Hybrid-/Lexusmodelle, die nicht in Japan hergestellt werden, stammen aus dem Technologiedreieck und werden die Exportkraft des Clusters weiter stärken.

 

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