Kurzprofil

Dublin liegt an der Mündung des Flusses Liffey an der Ostküste von Irland und ist Hauptstadt des Landes. Der Liffey mündet in die Dubliner Bucht, welche sich zur Irischen See öffnet. Im Süden grenzt Dublin an eine flache Hügelkette, die Umgebung im Norden und im Westen der Stadt ist durch flaches Farmland gekennzeichnet.

Die umliegenden Verwaltungsbezirke Kildare, Meath und Wicklow werden gemeinsam mit Dublin oft als Einheit betrachtet und dann als "Dublin Region", "Greater Dublin Area" oder "Dublin City Region" bezeichnet.

Der Großraum Dublin ist die bevölkerungsreichste Region in Irland. Laut Zensus 2006 leben dort 1,66 Mio. Menschen. Damit hat die Region eine kritische Masse hinsichtlich wichtiger Wirtschaftsfaktoren wie der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, einer vollwertigen Bildungsinfrastruktur sowie umfangreicher Unternehmensaktivitäten entlang vieler Wirtschaftszweige erlangt.

Dublin ist das wirtschaftliche, kulturelle und verwaltungstechnische Zentrum Irlands. Beinahe 40 Prozent der Bevölkerung Irlands leben in der Dublin City Region, die zehn Prozent der Landfläche Irlands ausmacht und in der ca. 40 Prozent der Arbeitsplätze in Irland beheimatet sind. Etwas weniger als die Hälfte der Produkte und Dienstleistungen in Irland werden hier erzeugt, ebenso wird beinahe die Hälfte des nationalen Steueraufkommens erbracht. Dublin hat eine junge Bevölkerung, die zur Hälfte zwischen 10 und 39 Jahren alt ist.

Der Verwaltungsbezirk Dublin weist mit 48.580 Euro (2008) die höchste Bruttowertschöpfung pro Kopf in Irland auf (Landesdurchschnitt 34.469 Euro, 2008). Über 200.000 Menschen arbeiten im International Financial Services Centre (IFSC), dem Gerichtsbezirk südlich des Liffey, der Handels- und Tourismusbranche und den Unternehmen der New Economy. Dublin ist bspw. der EU-Hauptsitz von Unternehmen wie Google, Ebay und Yahoo. 

2008 konnte sich die Dublin City Region achtzehn neue Investitionsprojekte der IDA Ireland (Industrial Development Agency) in Höhe von insgesamt 240 Mio. Euro sichern. Damit werden 1.350 neue Arbeitsplätze geschaffen. Unternehmen wie IBM und Citigroup haben durch Investitionen ihre F&E Aktivitäten deutlich erweitert und andere Unternehmen wie Facebook haben neue Niederlassungen eröffnet. 

Eine günstige Demografie und Investitionen im Ausbildungsbereich sorgen für ein reichhaltiges Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften:

  • 36 % der Arbeitskräfte sind jünger als 25 Jahre.
  • Die Gesamtausgaben bei der weiterführenden Bildung wurden in zehn Jahren bis zum Jahre 2008 um durchschnittlich 10 % jährlich erhöht (verglichen mit einem Durchschnitt von 3 % in Europa).
  • Umfangreiche grundlegende Fertigkeiten im Bereich der hochwertigen Produktion, bei globalen Dienstleistungen und bei Forschung, Entwicklung und Innovation (RD&I).
  • Englische Muttersprachler und eine Vielzahl von mehrsprachigen Mitarbeitern.
  • Demografischen Prognosen zufolge wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2020 um 30 % auf über 5,3 Millionen wachsen.

Internationale Anziehungskraft

Das Straßennetz mit Anschluss an alle wichtigen Schnellstraßen des Landes ist eher eng ausgelegt. Zudem kommen zahlreiche Einbahnstraßen und häufige Baustellen hinzu. 2011 wurde die Erhebung einer Gebühr für die Straßenbenutzung in ausgelasteten Stadtbereichen diskutiert. Das Verkehrsministerium hat dieses Vorhaben allerdings aufgrund der nicht ausreichenden Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr bis voraussichtlich 2016 ausgesetzt.

Der Flughafen von Dublin (Dublin Airport) ist der größte Flughafen in Irland und zählt zu den zehn größten in Europa. Im Durchschnitt werden pro Tag ca. 60.000 Fluggäste abgefertigt und über 600 Flugbewegungen koordiniert. 63 Fluggesellschaften bedienen vom Dubliner Flughafen aus 190 Flugrouten. Dabei sind die bedeutendsten Ziele London, Paris, New York, Manchester, Birmingham, Frankfurt, Malaga, Amsterdam, Edinburgh und Madrid. In den nächsten Jahren werden von staatlicher Seite ca. zwei Milliarden Euro in den Dubliner Flughafen investiert. Die Kosten für das Projekt werden mit vier Milliarden Euro beziffert. Das Flughafenmanagement plant zudem die Errichtung einer Airport City zur Ansiedlung von internationalen Unternehmen in direkter Nähe zum Flughafen. Das Gesamtprojekt wird mit vier Mrd. Euro beziffert. 

Im Hafen von Dublin (Dublin Port) sind alle Beladungs- und Entladungsmöglichkeiten von roll in/roll out über lift in/lift out bis hin zur Bunkerung von Schüttgütern, Flüssigkeiten und Gasen gegeben. Besonders im Hinblick auf den Fährverkehr zu der britischen Insel, nimmt der Hafen eine zentrale Bedeutung für den Personenverkehr ein. Folgende Fakten können ergänzt werden:

  • Der Dubliner Hafen ist mit 4.000 Mitarbeitern der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Irland.
  • Fünf Fährgesellschaften verkehren zwischen Dublin und Großbritannien mit bis zu fünfzehn Fahrten am Tag.
  • Ca. 38 % des irischen Bruttoinlandsproduktes werden über den Dubliner Hafen transportiert.
  • 80 % aller Waren werden in Containern verschifft.

Beinahe 50 % der Waren, die im Dubliner Hafen angelandet werden, sind für das Gebiet innerhalb der M-50 (Autobahn um Dublin) bestimmt. Der Anteil erhöht sich auf 75 % wenn ein Gebiet von 80 km um die Stadt betrachtet wird.

Obwohl Irland besonders stark von der Finanzkrise betroffen war, strahlt der Cluster Dublin insbesondere für Unternehmen der Biotechnologie- bzw. Pharmabranche weiterhin eine große internationale Anziehungskraft aus. So hat sich der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer im September 2011 entschlossen, weitere 200 Millionen Euro in den Standort zu investieren. Die Bekanntmachung erfolgte in einer Phase, in der das Unternehmen FuE-Kapazitäten abbaute und seine Produktlinie verkleinerte.

Ernst & Young stellte 2010 in einer Studie fest, dass Irland zu den zehn attraktivsten Ländern für Direktinvestitionen aus dem Ausland zählt. Dublin selbst wurde Platz fünf für seine Attraktivität für Investitionen innerhalb Europas attestiert. Damit liegen nur London, Paris, Madrid und Moskau vor Dublin. Die besten deutschen Städte sind Frankfurt und Düsseldorf auf den Plätzen acht und neun.

Dublin konnte 2009 vor diesem Hintergrund 41 neue Investitionsprojekte realisieren, das waren acht mehr als in 2008. Schlüsselinvestitionen in Forschung und Entwicklung 2010 kamen von IBM, die ihr erstes Smarter Cities Technology Centre in Dublin eröffneten und damit 200 Arbeitsplätze schufen, sowie von DiaSorin, die ihre Dubliner Niederlassung als Firmenhauptsitz für Forschung und Entwicklung im Bereich Molekulare Diagnostik etablierten.

Die Attraktivität für ausländische Investoren ist auch auf die investitionsfreundliche Steuer-und Förderungspolitik zurückzuführen, denn es wird dabei nicht zwischen inländischen und ausländischen Investoren unterschieden. Der Körperschaftssteuersatz ist mit 12,5 % sehr niedrig und Irland hat zudem mit 56 Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, so dass eine Doppelbesteuerung vermieden wird und die Investoren von den niedrigen Steuern in Irland profitieren können. Die Förderungen werden in der Hauptsache über Steuerbefreiungen für Investitionen gewährt. Irland verfügt beispielsweise seit 2004 über ein F&E Steuergutschriftmodell, das im Falle der Qualifikation viele Vergünstigungen für Bewerber bereithält.

Mehr Informationen zu den zahlreichen Steuerermäßigungen und Befreiungen können in dem Tax Guide der IDA Ireland nachgelesen werden.

Im EUROPEAN CITIES MONITOR 2010 wird Dublin attestiert, dass die irische Hauptstadt der beste Standort in Bezug auf staatliche Unterstützung und steuerliche Anreize bleibt. Insgesamt belegt das Clustergebiet Dublin in diesem Ranking Platz 20. Das Ranking beruht auf der Einschätzung verschiedener Standortfaktoren durch Unternehmen.

In der Studie des Globalization and World Cities Research Network (GaWC) wurde Dublin als eine der 30 besten Städte im Sinne der weltweiten Vernetzung eingestuft (Einstufung: Alpha World City-).

In der neunten Auflage des Global Financial Centres Index (GFCI) von März 2011 setzt Dublin den Abstieg im Ranking aus den vorherigen Erhebungen fort (siehe Abbildung). Die Autoren führen dies auf den Reputationsverlust in Zusammenhang mit der Bankenkrise in Irland zurück. Insgesamt belegt Dublin mit Stockholm im weltweiten Vergleich den 33. Platz. Auf europäischer Ebene erlangt Dublin den achten Platz als eines der führenden Finanzzentren. Bei der Frage, welche Stadt zukünftig als Finanzzentrum deutlich mehr Bedeutung erlangen wird, belegt Dublin im weltweiten Vergleich den siebten Platz.

Dublin ist mit der Health and Safety Ireland sowie The Energy Show Ireland der Standort zweier international bedeutender Messen. Erstere zieht über 1.000 Besucher aus den Bereichen Fischerei und Landwirtschaft, Gastronomie, Transport, Handwerk, Bau(branche), Gesundheit und Erziehung an. Sie informiert über die neuesten Gesetzgebungen über Sicherheit am Arbeitsplatz und bietet Konferenzen, Services und neue Produkte an.

The Energy Show Ireland ist die größte jährlich stattfindende Fachausstellung für erneuerbare Energien und Gebäudetechnik in Irland. Hersteller, Lieferanten und Berater aus den Bereichen Photovoltaik, Solarenergie, Windkraft, Geothermie, Biomasse sowie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik nutzen die Messe, um ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Die Messe beinhaltet eine Sonderausstellung zum Thema Elektro- und Hybridfahrzeuge sowie ein umfassendes Seminarprogramm.

Resource Ireland ist die nationale Fachmesse für Wasser, Recycling, Abwasser, Energie und Umwelt-Industrien. Sie findet jährlich im RDS Irish International Convention and Exhibition Centre in Verbindung mit der IWWE sowie den Ausstellungen Road Technology und Civil Engineering statt. Seminare vervollständigen die Ausstellung und machen sie somit zu einem wichtigen Ereignis in der Umwelttechnik.

Thematische Stärkefelder

Die Hauptgeschäftsaktivitäten Irlands sind in den Bereichen Dienstleistungen, Konsumgüter, Clean Technology, Unterhaltung & Medien, Industrieerzeugnisse & Dienstleistungen, Informations- & Kommunikationstechnologie, internationale Finanzdienstleistungen, Medizintechnik und Biowissenschaften sowie Pharmazeutika zu finden (vgl. Tabelle 1).

Die besonderen Stärken der Region Dublin liegen in den Bereichen Biopharmazie, internationale Finanzdienstleitungen, IKT und digitale Medien. Das macht die Ansiedlung von Unternehmen wie Pfizer (Biopharmaziecampus, Produktionsstätten und Hauptsitz), Citigroup, Sony oder Amazon deutlich.

Dublin ist Hauptsitz der wichtigsten irischen Finanz- und Handelsinstitutionen. Das wirtschaftliche Tempo hat seit dem Beitritt (1973) in die damalige Europäische Wirtschaftsgemeinschaft kontinuierlich zugenommen. Neben allen irischen Geschäftsbanken haben sich eine Reihe von ausländischen Geldinstituten angesiedelt.  Grund hierfür ist die – zumindest vor der Wirtschaftskrise – geringe Regulierung der Bankgeschäfte. Die Irische Börse hat ihren Sitz ebenfalls im Zentrum Dublins. Sie ist eine der ältesten Börsen weltweit und handelt durchgehend seit 1793.

Im International Financial Service Centre (IFSC) sind rund 400 Unternehmen mit ca. 10.000 Beschäftigten in den Bereichen Banking, Versicherungen, Vermögensverwaltung und Finanzmitteldisposition tätig. Die Bilanzsumme der IFSC Banken lag im Dezember 2008 bei 428,4 Mrd. Euro. Großkonzerne wie die Citigroup, ING, BNY Mellon, State Street, BNP Paribas und die AON Insurance sind hier ansässig. Bei den Finanzdienstleistungen nehmen Forschung, Entwicklung und Innovation (RD&I) einen immer größeren Stellenwert ein und Konzerne wie Citigroup und Aon bauen diese seit 2008 verstärkt aus.

Die Firma Wyeth (2009 aufgekauft durch Pfizer) hat in Dublin einen der weltgrößten Biopharmazie-Campusse etabliert. Der Campus ist die einzige Einrichtung in Europa, in der die Herstellung von Biotechnologieprodukten, Impfstoffen bis hin zu Molekülen unter einem Dach möglich ist. 

Wyeth ist mit 1.370 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Pharmaziebranche in Irland. Die Anlage hat eine Fläche von ca. einer Million Quadratmeter und ist die größte Investition in die Entwicklung und Herstellung von Biopharmazeutika weltweit.

Die School of Biotechnology ist als strategische Einheit des Campus an der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften angesiedelt. Die Schwerpunktthemen sind Biotechnologieentwicklung, Biochemie, Mikrobiologie, Genetik, Bioinformatik, Immunologie, Virologie und Molekulare Zellbiologie. 

Seit 1989 sind weltweit agierende Unternehmen im Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie wie z. B. IBM, Intel, Hewlett Packard, Symantec, Dell, und Microsoft zugewandert und beschäftigten 2003 mehr als ein Prozent der Bevölkerung. In den vergangenen Jahren ist allerdings eine vermehrte Weiterwanderung zu beobachten. 

Das Digital Hub Projekt ist eine Initiative der irischen Regierung. Es liegt im historischen Stadtkern von Dublin und wurde als ein Zentrum für Innovation, Kreativität, Forschung und Ausbildung der Medienwirtschaft initiiert. Hier sind Unternehmen wie Goa Games, Amazon, Zamano, Havok und Kavaleer Productions ansässig. Zudem hat sich Dublin zu einem Cluster für Online-Dienstleistungsunternehmen wie Google, Ebay, PayPal, Yahoo und Facebook entwickelt. Aktuell sind etwa 80 Unternehmen im Digital Hub ansässig.

Tabelle 1: Überblick über die in Irland produzierten Güter (Quelle: Central Statistics Office Ireland)

Tabelle 1: Überblick über die in Irland produzierten Güter (Quelle: Central Statistics Office Ireland)

Industriezweig

Wertschöpfung in Tausend Euro

 

Bergbau (ausgenommen Rohstoffe zur Energiegewinnung)

779.595

 

Lebensmittel

17.188.573

 

Getränke

2.073.748

 

Textilien und Lederwaren

422.820

 

Papierprodukte und Druckerzeugnisse

1.494.020

 

Chemikalien und chem. Produkte

7.449.264

 

Grundstoffe für Pharmaprodukte

34.667.425

 

Gummi- und Kunststoffe

925.453

 

Metallprodukte, Maschinenbau

3.865.333

 

Computer u. elektronische, optische sowie elektrische Geräte

9.135.039

 

Holz- und nichtmetallische Produkte; Möbel

3.032.251

 

Transporthilfsmittel

651.588

 

Sonstiges

6.768.804

 

Gesamt

88.453.913

 

Akteure und Netzwerke

Das Forbes Magazine ermittelt jährlich die weltweit wichtigsten Unternehmen. Die Rangfolge wird aus einer Kombination von Umsatz, Nettogewinn, Aktiva und Marktwert berechnet. Dieser Rangliste entsprechend sind folgende weltweit bedeutende Unternehmen in Dublin ansässig. Die Nennung erfolgt mit Unternehmensname und Platzierung:

Accenture Consultants (386), WPP Group (417), Covidien (432), CRH Group (463), Bank of Ireland (956), Allied Irish Banks (981), Cooper Industries (1.223), Experian Group (1.258), Irish Life & Permanent (1.268), Ryanair Holdings (1.308), Smurfit Kappa Group (1.587), DCC plc (1.951), Shire plc (1.177)

Dublin wurde zur European City of Science 2012 gewählt und will diesen Titel dazu nutzen, die Reputation Irlands als Forschungs- und Entwicklungsstandort weiter auszubauen. Ein besonderer Ansatz besteht in der Erforschung von Smart Technologies für eine nachhaltige ökonomische Erneuerung, für die die Irische Regierung ein Rahmenprogramm aufgelegt hat.

Im weltweiten „Times Higher Education and QS World University Rankings” belegt Irland Platz sechs; dabei lagen fünf der irischen Universitäten unter den TOP 300 weltweit. Das Trinity College und das University College in Dublin sind im Ranking die zwei bestplatzierten Universitäten Irlands. 

Die Dublin Region besitzt fünf Universitäten:  Trinty College DublinDublin City UniversityUniversity College DublinRoyal College of Surgeons in Dublin sowie die National University of Ireland in Maynooth, Verwaltungsbezirk Kildare. Zudem sind im Osten Irlands vier Technologiezentren angesiedelt, zu denen das Dublin Institute of Technology zählt. Colleges wie das National College of IrelandNational College of Art and DesignCollage of Anaesthetists of IrelandRoyal College of Physicians of IrelandRoyal College of Surgeons in Ireland und das St. Patrick's College, Drumcondra (College von DCU) sowie zahlreiche weitere, private und öffentliche Colleges ergänzen das Bildungsangebot und stärken das Forschungs-, Entwicklungs-  und Innovationspotential dieser Region. 

Besonders der Biopharmazie-Campus von Pfizer prägt mit einem Investitionsvolumen von insgesamt zwei Mrd. US-Dollar die private Forschungslandschaft. Bei Pfizer wird in Irland die gesamte Wertschöpfungskette von der Idee bis zum fertigen Produkt abgedeckt.

Enterprise Ireland ist der National Contact Point für Förderungen im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (FP7) und bietet Förderungen sowohl für Unternehmen als auch für Forschungseinrichtungen an. Beispielsweise gibt es spezielle Programme zur Unternehmensentwicklung für Start-ups in verschiedenen Entwicklungsphasen oder für Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen. So wurde das Projekt IMS Arcs mit Beteiligung von mehreren akademischen Partnern auch aus Deutschland (Fraunhofer FOKUS, Berlin) gefördert. Das Angebot von Enterprise Ireland ist sehr breit aufgestellt und weist Ähnlichkeiten mit den Fördermaßnahmen des BMBF oder BMWi aus.

Die Science Foundation Ireland bietet eine Reihe von Fördermöglichkeiten für Forschungseinrichtungen zur grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung an. Dabei besteht die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit Unternehmen. 

Wenn Enterprise Ireland, Science Foundation Ireland und IDA Ireland zusammenarbeiten, um Innovationen in Irland zu ermöglichen, dann geschieht dies unter dem Label Innovation Ireland.

Der World Trade Centre Dublin (WTC Dublin) ist ein wichtiger Akteur für die weltweite Vernetzung des Clusters. Als Mitglied der World Trade Centre Association (WTCA) unterstützt WTC Dublin irische Unternehmen bei der Suche nach ausländischen Handels- und Kooperationspartner. Gleichzeitig fungiert das Zentrum als Ansprechpartner für ausländische Akteure, die auf dem irischen Markt Fuß fassen wollen. Die WTCA ist eine weltweit aktive, autonome Non-Profit-Organisation mit mehr als 750.000 Partnerunternehmen. Das Netzwerk besteht aus knapp 300 Handelszentren in ca. 100 Ländern. Die WTCA unterhält zehn Niederlassungen in Deutschland, u. a. in Düsseldorf, Hamburg und Köln.

In der Dublin City Region werden mehrere Gewerbeparks von der IDA Ireland zur Ansiedlung von nationalen und internationalen Unternehmen unterstützt. Zu diesen Gebieten mit unterschiedlichen Angeboten an Flächen und verfügbaren Einrichtungen zählen: 

Besonders interessant hinsichtlich der angesiedelten Unternehmen ist der City West Business Park, da hier Unternehmen aus allen Stärkefeldern Dublins wie AC Nielsen, Adobe, Alcatel, Allied Irish Bank, AOL, Colgate Palmolive, Esat / BT, Independent News & Media PLC, Pfizer, Roche, Sage, Sanofi Aventis, SAP, Sony, TDK, Unilever und Xilinx vertreten sind.

Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Irland, die St. Kilian’s Deutsche Schule Dublin, und die Deutsch Irische Industrie- und Handelskammer haben ihren Sitz in Dublin.

Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

In Irland herrscht ein heterogenes Qualifikationsniveau potentieller Arbeitnehmer vor. Das National Framework of Qualifications (NFQ) ist ein System von zehn Stufen, das es erlaubt, die verschiedenen Anforderungen und Qualifikationsstufen miteinander zu vergleichen. Eine interaktive Grafik auf der Internetseite des NFQ liefert Informationen zu diesem Ausbildungssystem.

Das gesetzliche Ausbildungssystem wird von der „Ireland's National Training and Employment Authority (FÁS)“ in Kooperation mit dem Department of Education and Science, Employers and Unions organisiert. Die Ausbildung ist ein bedarfsorientiertes, theoretisch und praktisch bildendes Programm für Beschäftigte. Es ist darauf ausgerichtet, die Fähigkeiten des Auszubildenden industrie- und marktgerecht zu fördern.

Eine duale Berufsausbildung wie in Deutschland gibt es jedoch nur bedingt. In den meisten Fällen erfolgt die Ausbildung durch Anlernen im Betrieb. Eine schulische Begleitung ist nicht üblich. Im Rahmen der “Apprenticeship” der Ireland's National Training and Employment Authority (FAS) kann über mehrere Jahre eine theoretische Qualifikation neben der praktischen Tätigkeit in einem Betrieb in bestimmten Berufen erworben werden. Dazu bewerben sich die in einem Beschäftigungsverhältnis befindlichen Kandidaten gesondert bei der FAS. Während der schulischen Blöcke werden die Teilnehmer von der FAS bezahlt.

Durch die Ansiedlung von internationalen Unternehmen im High Tech Bereich sind die Anforderungen an die akademische Ausbildung fortlaufend gestiegen. Einer Studie der OECD folgend wurde die Verantwortung für diesen wichtigen Bereich zentralisiert und der „Higher Education Authority (HEA)“ übertragen. Diese Übertragung wurde durch den “Institutes Institutes of Technology Act” im Jahre 2006 ermöglicht, der den Instituten mehr Autonomie zugesteht.

Die Dublin City Region ist das Zentrum für akademische Ausbildung in Irland (wichtigste Hochschulen und Bildungseinrichtungen s. 4. Akteure und Netzwerke) und hat den höchsten Anteil an Arbeitskräften mit einem akademischen Abschluss in Irland. Drei von vier Ph.D.s kommen aus dem Verwaltungsbezirk Dublin. Grundsätzlich werden dabei Abschlüsse von Universities, Colleges, Institutes of Technology und Vocational Education Committees unterschieden. 

Die Dublin City Region weist in Bezug auf Einwohner und Beschäftigte folgende Statistik auf:

Tabelle 2: Bevölkerungsanzahl und Beschäftigtenverhältnis im Großraum Dublin (Quelle: Central Statistics Office Ireland)

Tabelle 2: Bevölkerungsanzahl und Beschäftigtenverhältnis im Großraum Dublin (Quelle: Central Statistics Office Ireland)

Verwaltungsbezirk in der Dublin City Region

Bevölkerung

Unternehmen

Beschäftigte

Dublin

1.187.176

1.359

47.270

Kildare

186.335

245

14.525

Meath

162.831

226

6.413

Wicklow

126.194

172

6.531

Summe

1.662.536

2002

74.739

Entwicklungsdynamik

Der Rückgang der traditionellen Dubliner Produktionsbetriebe, Brauereien, Destillerien sowie Lebensmittel- und Textilunternehmen seit den 1970er Jahren hinterließ Gebäudeleerstände im Innenstadtbereich. Die Rezession in den 1980er Jahren führte darüber hinaus zu einem Einbruch in der Immobilienbranche. Mehrere Industrieniederlassungen wurden in den Vororten rund um die Stadt mit Hilfe von staatlichen Förderungen in den 90er Jahren errichtet und zogen neue Unternehmen vorwiegend aus den Branchen Informationstechnologie, Elektronik, Chemie und Finanzdienstleistungen an.

Dublin hat den Dublin City Development Plan 2011 - 2017 aufgestellt, in dem die Ansätze und Ziele des Clusters für eine nachhaltige und dynamische Stadt im Zentrum der Dublin City Region vorgestellt werden.

Die Ratingagenturen bescheinigen Dublin aufgrund der niedrigen Steuern und der einsetzenden Erholung nach der Wirtschaftskrise gute Aussichten. Dies wird durch die zunehmenden Direktinvestitionen und dem damit ausgesprochenen Vertrauen durch Industrie aus dem Ausland, bspw. durch Pfizer oder IBM, belegt.

Eine Initiative vom

Projektträger