Kurzprofil

Monterrey ist Hauptstadt des Bundesstaates Nuevo León im Norden Mexikos, der 15 km Grenze mit dem US-amerikanischen Bundesstaat Mexiko teilt. Die Stadt ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zentren Mexikos und hat ca. 1,13 Mio. Einwohner; in der als Zona Metropolitana de Monterrey bezeichneten Agglomeration, die im folgenden Porträt als Cluster vorgestellt wird, leben etwa 4,1 Mio. der 4,8 Mio. Einwohner des Bundesstaates Nuevo León. Sie setzt sich aus den folgenden Verwaltungsbezirken zusammen: Apodaca, Cadereyta Jiménez, Escobedo, García, Guadalupe, Juárez, Monterrey, Salinas Victoria, San Nicolás de los Garza, San Pedro Garza García, Santa Catarina und Santiago.

Monterrey ist Sitz zahlreicher bedeutender, multinationaler Unternehmen wie Mercedes-Benz, BMW, Sony, Toyota, Toshiba u.a. Die Region weist eine sehr hohe Wirtschafts- und Innovationskraft auf, so liegt sie beispielsweise hinsichtlich des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der Finanzdirektinvestitionen (FDI) und der Patentanmeldungen weit über dem nationalen Durchschnitt.

Eine weitere Bezeichnung für die Stadt ist La Ciudad de la Montañas (dt. Stadt der Berge), welche auf die von den Bergen der Sierra Madre del Sur umgebene Lage der Stadt anspielt, welche häufig auch als die "amerikanisierteste" aller mexikanischen Städte bezeichnet wird.

Internationale Anziehungskraft

Die Metropolregion Monterrey (Zona Metropolitana de Monterrey) ist die drittgrößte im gesamten Land. Mit einem Pro-Kopf-BIP von 28.290 USD (2014) ist Monterrey die zweitreichste Stadt des Landes. Internationale Unternehmen wie Accenture, Sony, Toshiba, Samsung, Toyota, Ericsson, Nokia, Dell, HTC und LG haben Niederlassungen im Cluster.

Der Bundesstaat Nuevo León steht für 4 Prozent der gesamten mexikanischen Bevölkerung und gleichzeitig für 8 Prozent des gesamten mexikanischen BIP. Das Pro-Kopf-BIP des Bundesstaats lag 2012 bei ca. 20.000 USD und damit etwa doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt. Der Exportwert betrug im selben Jahr insgesamt 35 Mrd. USD und stand somit für 11 Prozent aller mexikanischen Exporte.

Der Bundesstaat steht für ca. 18,5 Prozent aller ausländischen Finanzdirektinvestitionen (FDI) in Mexiko. 2.900 ausländische Unternehmen haben Niederlassungen im Bundesstaat und die Hälfte der führenden mexikanischen Unternehmen ihre Unternehmenszentralen in Monterrey. In den ersten beiden Quartalen 2014 betrugen die FDIs in Nuevo León 1,2 Mrd. USD (11,8 Prozent der gesamten FDIs in Mexiko). Die Anzahl der Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner ist hier dreimal höher als im mexikanischen Durchschnitt. In Bezug auf den Anteil an FuE-Ausgaben liegt der Bundesstaat Nuevo León in Mexiko an dritter Stelle.

Gleichzeitig ist der Cluster aufgrund seiner geographischen Lage Knotenpunkt für den bilateralen Verkehr zwischen den USA und Mexiko. Dies, verbunden mit dem Zugang zu überdurchschnittlich qualifizierten Arbeitskräften und dem 1994 abgeschlossenen nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA), nach dessen Abschluss das bilaterale Handelsvolumen zwischen den USA und Mexiko von 88 Mrd. USD (1993) auf 507 Mrd. USD (2013) anstieg, sorgt für die hohe Attraktivität des Standortes bspw. für Unternehmen, die nach Lateinamerika expandieren wollen.

Größere Bekanntheit erlangte Monterrey 2002, als dort die Internationale Konferenz der Vereinten Nationen über die Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit stattfand, aus der der sog. Monterrey Consensus hervorging, der seither als zentraler Bezugspunkt in Fragen zur internationalen Entwicklungskooperation gilt.

Der Monterrey International Airport bzw. General Mariano Escobedo International Airport gilt als einer der modernsten Flughäfen Nordamerikas und ist der nach den Passagierzahlen (2014: 7,1 Mio.) gemessen viertgrößte des Landes. Er liegt 24 Kilometer nordöstlich vom Stadtzentrum Monterreys bei Apodaca. Neben Inlandsflügen in die wichtigsten mexikanischen Städte bietet der Flughafen tägliche Verbindungen zu den großen amerikanischen Luftfahrtknoten an; die am häufigsten angeflogenen US-Flughäfen sind Houston, Dallas und Atlanta. Der Flughafen ist Drehkreuz der größten mexikanischen Fluggesellschaft Aeromexico. Der zweite Flughafen Del Norte International Airport liegt ebenfalls in Apodaca und wird hauptsächlich für den privaten Flugbetrieb benutzt.

Monterreys internationale Anziehungskraft wird auch durch folgende Rankings und Auszeichnungen illustriert:

Jährlich findet im Frühjahr die Expo Manufactura statt. Die größte mexikanische Messe für die Metall-, Kunststoff- und Fertigungsindustrie wird bereits seit 1996 veranstaltet und zieht auch zunehmend deutsche Akteure an.

Die Dichte an Akteuren ist in Apodaca und San Pedro Garza García besonders hoch: Im wenige Kilometer südwestlich vom Zentrum Monterreys gelegenen San Pedro Garza García sitzen neben der katholischen Universität (UDEM) u. a. die Großkonzerne ALFA, Gamesa, Vitro, PYOSA und CYDSA. Der mit einem Jahresumsatz von 15 Mrd. USD drittgrößte Zementhersteller der Welt, CEMEX, hat seinen Hauptsitz seit seiner Gründung 1906 im Cluster.

Apodaca liegt ungefähr 20 Kilometer nordöstlich von Monterrey. Die Stadt hat 400.000 Einwohner und in ihrem Einzugsbereich liegen neben zwei internationalen Flughäfen auch der Wissenschafts- und Innovationspark PIIT (Parque de Investigación e Innovación Tecnológica), in dem unter anderem das Center for Innovation and Strategic Development of Products (CIDEP) der ITESM (Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey.

Die organisierte Kriminalität und der in Mexiko seit Jahren grassierende Drogenkrieg stellten und stellen auch für Monterrey ein Sicherheitsproblem dar. Um der Drogengewalt entgegenzuwirken, entstand 2013 in öffentlich-privater Partnerschaft die sogenannte Fuerza Civil, eine neue Polizeieinheit mit einem doppelt so hohen Grundgehalt wie dem der regulären Polizei und abgeschirmten Wohnbereichen, die die Einsatzkräfte vor dem Einfluss der Drogenmafia schützen sollen. Inzwischen zählt die Fuerza Civil fast 7.000 Polizeibeamte.

Nach oben

Thematische Stärkefelder

Die traditionell wichtigsten Sektoren in Monterrey sind Elektronik, Stahl, Glas (75 Prozent der nationalen Produktion von Glasbehältern), Zement (60 Prozent der mexikanischen Zementproduktion), Kunststoffe (60 Prozent der künstlichen und synthetischen Fasern), Chemie, Automobil und Lebensmittel (50 Prozent der nationalen Bierproduktion). Der größte Stahlhändler in Mexiko, Villacero, hat seinen Sitz in Monterrey. Aufgrund seines starken Stahlsektors wird die Stadt des Öfteren auch das "Pittsburgh of Mexico" genannt.

Nach oben

Parallel dazu hat sich die Industriestruktur des Bundesstaats Nuevo León in den vergangenen Jahrzehnten von einer eher niedrig-wertschöpfenden Fertigung hin zu einem Zentrum hoher Wertschöpfungsaktivitäten gewandelt.

Die Bundesregierung des Bundesstaates Nuevo León entwickelte ab 2004 eine Strategie, um die vom Fertigungssektor geprägte Wirtschaft zu einer wissensbasierten Wirtschaft zu transformieren. Die Strategie beinhaltete zwei Säulen: Einerseits die Schaffung des Technologieparks PIIT (siehe Kapitel "Akteure und Netzwerke"), um die Ansiedlung von Forschungs- und Entwicklungszentren zu fördern, andererseits die Bildung von insgesamt 11 Netzwerken in identifizierten Stärkefeldern, um dort Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu stärken. Zu diesen Netzwerken zählen u.a. das Aerospace Cluster, das Software and ICT Cluster (Csoftmty), das Automotive Cluster, das Home-Appliances Cluster (CLELAC), das Monterrey Nanotechnology Cluster (MNC-9), das Housing Cluster und das Biocluster. Auch das Institut für Technologische und Höhere Studien Monterrey (Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, ITESM, siehe Kapitel "Bildung, Qualifikation und Fachkräfte") hat dazu geführt, dass das Bruttoinlandsprodukt des Clusters in den vergangen Jahren deutlich gestiegen ist.

Monterrey ist national führend im Hinblick auf die Produktion in den Bereichen Automobilen, Luftfahrt, Haushaltsgeräten, Software und IT, Gesundheitswesen, Biotechnologie, Nanotechnologie, Landwirtschaft, Wohnungsbau und der Medien- und Unterhaltungsindustrie.

Derzeit gibt es im Bundesstaat Nuevo León über 400 Unternehmen mit insgesamt über 14.000 Arbeitsplätzen im IKT-Sektor. Der Jahresumsatz der Branche beläuft sich auf etwa. 2 Mrd. USD. Das branchenbezogene Netzwerk Csoftmty ist binnen zehn Jahren von 15 auf 200 Mitglieder angewachsen und unterstützt diese beispielsweise dabei, Zugang zum US-amerikanischen Markt zu finden oder enger mit Hochschulen zusammenzuarbeiten und bietet Hilfestellung bei Förderanträgen.

Institutionell wird die Branche durch das Netzwerk Monterrey IT Cluster mit Sitz im PIIT (siehe Kapitel "Akteure und Netzwerke") unterstützt, in dem ca. 40 IKT-Unternehmen vernetzt sind. Die vier spezifischen Themenschwerpunkte des Netzwerks liegen in der Entwicklung von Software und Softwarepaketen, Anwendungen für Netzwerk- und Hardwaregeräte sowie für Multimedia und E-Learning. Durch den besonders zwischen 2008 und 2011 in Monterrey grassierenden Drogenkrieg stagnierte insbesondere die IT- und Software-Branche im Cluster.

Die Luft- und Raumfahrtindustrie Mexikos konnte in den vergangenen fünf Jahren Wachstumsraten von über 18 Prozent jährlich aufweisen. Das Netzwerk Monterrey Aerocluster vereint ca. 30 Akteure aus Luft- und Raumfahrtindustrie im Cluster und fördert die Entwicklung der Branche im Bundesstaat Nuevo León. Im Juni 2014 wurde Monterrey Aerocluster von der Europäischen Union mit dem Bronze-Label ausgezeichnet.

Von der Stärke der lokalen Stahlindustrie profitiert die Automobilindustrie. Der südkoreanische Autohersteller KIA hat den Bau eines Montagewerks in Monterrey im Wert von mehr als 1 Mrd. USD angekündigt, das über eine Produktionskapazität von rund 300.000 Automobilen p.a. verfügen wird. Hinsichtlich des Automobilexports steht Mexiko mittlerweile weltweit an vierte Stelle (hinter Japan, Deutschland und Südkorea). Auch BMW hat im 400 km südlich von Monterrey gelegenen San Luis Potosi den Bau eines Fertigungswerkes, das ab 2019 mit 1.500 Mitarbeitern in Betrieb gehen soll, angekündigt. Zusätzlich haben internationale Automobilunternehmen wie Toyota, Ford und Goodyear zukünftige Investitionen in Nord- und Zentralmexiko in Höhe von 25 Mrd. USD angekündigt.

Das im März 2007 gegründete Netzwerk Automotive Cluster Nuevo León (Cluster Automotriz de Nuevo León, A.C.) hat derzeit rund 90 Mitglieder, darunter Erstausrüster (Caterpillar, Daimler, John Deere etc.), Tier1- und Tier-2-Zulieferer sowie Hochschulen, Forschungszentren und öffentliche Einrichtungen.

Monterrey ist zudem ein wichtiges Zentrum der Lebensmittelindustrie Mexikos. FEMSA, der größte Getränkeproduzent Mexikos, ist im Clustergebiet ansässig. Die Division Coca-Cola FEMSA ist der zweitgrößte Coca-Cola-Abfüller der Welt. Neben dem Getränkegeschäft betreibt FEMSA u.a. die Handelskette OXXO mit über 8.400 Filialen in Mexiko. Hierbei handelt es sich um kleinere Lebensmittelläden (Convenience Stores). Der zweite nationale Marktführer mit Sitz in Monterrey ist Sigma Alimentos. Die 1980 gegründete Firma gab zuletzt einen Jahresumsatz von 3,72 Mrd. USD an und ist Mexikos größter Produzent von Kühl- und Gefrierkost.

Akteure und Netzwerke

Der Parque de Investigación e Innovación Tecnológica (PIIT) befindet sich nahe der Schnellstraße zum Flughafen Mariano Escobedo, 7 km außerhalb des Stadtkerns Apodacas. Als Kooperationsprojekt der Universitäten, öffentlicher Forschungszentren, Unternehmen und der Bundesregierung, soll PIIT die angewandte, marktorientierte Forschung fördern, um so die Entstehung innovationsbasierter Unternehmen zu unterstützen und internationale Konzerne anzuziehen. Die thematischen Schwerpunkte des PIIT liegen in den Bereichen Biotechnologie, Mechatronik, Neue Werkstoffe, Nanotechnologie, IKT und Gesundheit.

Im Park befinden sich beispielsweise Forschungseinrichtungen der Universidad Autónoma de Nuevo León (UANL) wie das Center for Innovation, Research and Development in Engineering Technology (CIIDIT), einem interdisziplinären Exzellenzzentrum mit Technologieschwerpunkten in Nanotechnologie, neuer Materialien, Mechatronik und Softwareentwicklung.

In ihm finden sich derzeit folgende Forschungseinrichtungen sowie Inkubatoren (Nanotechnologie, Biotechnologie und Erneuerbare Energien):

•    Universitäre Forschungszentren und Fakultäten

•    Öffentliche Forschungszentren

•    Private Forschungs- und Entwicklungszentren

  • Motorola Engineering Design Center
  • International Baking Innovation Center (Pepsico - Gamesa)
  • Centro de Tecnologia SIGMA Alimentos
  • Monterrey IT Cluster
  • Centro de Investigación Aplicada (PROLEC)
  • Centro de Tecnología Aplicada (VIAKABLE)
  • Instituto para la Innovacion y Tecnología (KATCON)
  • METALSA
  • CAINTRA
  • Schneider Electric
  • ANCE
  • COPAMEX

•    Inkubatoren

  • Nanotechnologie-Inkubator
  • Biotechnologie-Inkubator
  • Inkubator im Bereich Erneuerbare Energien

Nach oben

Der PIIT wird derzeit um eine Fläche von etwa 40 ha erweitert, wodurch Platz für 20 bis 30 neue Forschungszentren geschaffen werden wird. Der Wissenschaftspark wird dann mit voraussichtlich 6.000 Wissenschaftlern und Ingenieuren zu den größten in Lateinamerika zählen.

Deutsche Brückenköpfe im Cluster

Insgesamt sind rund 1.200 deutsche Unternehmen in Mexiko aktiv. Die 1929 gegründete Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer hat Ihren Sitz in Mexiko-Stadt und zählt zu den ältesten deutschen Kammern der Welt. Mit ca. 500 Mitgliedsunternehmen ist sie die größte europäische Auslandshandelskammer im Land. Gemeinsam mit der Servicegesellschaft DEinternational de México bietet die AHK ein breites Spektrum an Dienstleistungen an. Seit 1973 existiert in Monterrey außerdem ein Deutsches Kulturzentrum.

Der Lateinamerikaverein mit Sitz in Hamburg ist ein Netzwerk für Unternehmen mit Interesse an Lateinamerika und berät seine Mitglieder beim Auf- und Ausbau ihrer Geschäftstätigkeit in der Region.

Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Nuevo León weist den höchsten Akademiker-Anteil in der Bevölkerung aller mexikanischen Bundesstaaten auf: Jährlich graduieren mehr als 6.000 Ingenieure von den im Cluster ansässigen Hochschulen. Im Cluster gibt es 30 Universitäten, von denen zwei zu den wichtigsten und prestigeträchtigsten Hochschulen in Mexiko und Lateinamerika gezählt werden: Zum einen die Autonome Universität von Nuevo León (Universidad Autónoma de Nuevo León, UANL), zum anderen das Institut für Technologische und Höhere Studien Monterrey (Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, ITESM, auch:Monterrey Tech).

  • Die UANL belegt im QS University Ranking Latin America 2014 den 64. Platz belegt (Platz 9 in Mexiko) und verfügt über insgesamt sieben Campusse im gesamten Bundesstaat, sie hat 153.000 Studenten und über 6.000 Lehrkräfte. Das an die Hochschule angeschlossene World Trade Center Nuevo León (WTCNL) unterstützt KMU mit diversen Dienstleistungen, z.B. bei der Vernetzung ins Ausland oder im Technologietransfer.
  • Das Institut für Technologische und Höhere Studien Monterrey (Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey, ITESM) ist eines der größten privaten Universitätsnetzwerke in Südamerika mit inzwischen über 30 Zweigniederlassungen sowie mehr als 90.000 Studenten in mehreren Ländern Lateinamerikas. Verschiedentlich als "beste" Hochschuleinrichtung Mexikos bezeichnet, belegt das ITESM im QS University Ranking Latin America 2014 in Mexiko den ersten, lateinamerikaweit den siebten Platz. Der wichtigste und größte Campus des ITESM befindet sich in Monterrey. Seit 1996 verfolgt das ITESM das Ziel, sein Profil als Forschungsuniversität von Weltrang auszubauen und zu schärfen. Seit 2015 finanziert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Hochschulkonsortium für Internationale Kooperation, in dem sich 26 deutsche Fachhochschulen zusammengeschlossen haben, und dem ITESM. Vorgesehen sind Doppelabschlüsse zunächst in den Studiengängen Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen.
  • Die Universität von Monterrey (Universidad de Monterrey, UDEM) ist eine staatlich anerkannte katholische Bildungseinrichtung. 1969 gegründet, bietet sie heute 38 BA-Studiengänge, 18 Masterstudiengänge und 35 medizinische Fachrichtungen an. Die UDEM hat über 12.000 Studenten, darunter auch Schüler der Sekundarstufe 2. Es existieren insgesamt 26 bilaterale Vereinbarungen mit Universitäten in den USA sowie mit solchen aus Spanien, Italien, Belgien, England, Deutschland (z.B. mit dem Humboldt-Institut) und Frankreich.
  • Die Universität Regiomontana (Universidad Regiomontana) ist eine private Hochschule mit derzeit ca. 8.000 Studierenden. Unter den insgesamt 32 BA-Studiengängen, die angeboten werden, sind etwa zehn Ingenieurstudiengänge. Die Universität wurde – in ihrer heutigen Form – auf Bestreben regionaler Unternehmen gegründet und bietet bilaterale Studienaustauschprogramme mit Hochschulen in Deutschland, Liechtenstein, Frankreich, USA, Australien, Spanien, Chile, Argentinien, Kolumbien, Saudi Arabien etc. an. Insgesamt hat sie mit über 200 Universitäten weltweit Vereinbarungen über Austauschprogramme.

Nach oben

Entwicklungsdynamik

Der Cluster profitiert seit einiger Zeit von der grundsätzlich verbesserten Wettbewerbsfähigkeit Mexikos gegenüber ostasiatischen Konkurrenten; nach der Abwertung des mexikanischen Peso im Zuge der Weltwirtschaftskrise sowie den steigenden Löhnen in China ist Mexiko als Produktionsstandort für den US-Markt attraktiver geworden. So stieg die Automobilproduktion in Mexiko 2014 um 10,2 und von Januar bis April 2015 um 15 Prozent. Zudem hat Mexiko inzwischen mehr als 40 Freihandelsabkommen geschlossen – mehr als jedes andere Land der Welt –, wodurch multinationale Unternehmen von Mexiko aus von einem guten Zugang zu Märkten in Lateinamerika, Asien und Europa profitieren.

Nachdem Monterrey in den Jahren 2008 bis 2011 (wie weitere große Teile Mexikos) unter dem Anstieg von Drogenkriminalität und Gewalt litt (und im Zuge dessen bspw. hinsichtlich der IT und Software-Industrie hinter Guadalajara zurückfiel), hat sich die Metropole seitdem wieder erholt. Um der Drogenkriminalität sowie der Gewalt zu entgegnen, ist die neue und besser ausgerüstete Polizeieinheit Fuerza Civil in Kooperation von Wirtschaft und Politik geschaffen worden. Zu den drängenden strukturellen Problemen Mexikos und auch Nuevo Leóns gehört jedoch auch das immer noch gravierende Ausmaß an Korruption – sowohl auf bundesstaatlicher als auch kommunaler Ebene –, über die das Wochenmagazin DIE ZEIT im Februar 2015 eine Reportage veröffentlichte.

Der National Infrastructure Plan, den die mexikanische Bundesregierung im April 2014 verabschiedet hat, sieht für Nuevo León Investitionen im Gesamtwert von 4,8 Mrd. USD vor, darunter die Erweiterung des Flughafens General Mariano Escobedo International Airport, neue Kraftwerke und den Ausbau von Gasleitungen. Waren die Energiepreise in Mexiko bislang etwa doppelt so hoch wie in den USA, könnte sich dies nun durch den Bau der Los Ramones Gas-Pipeline ändern. Geschätzt wird, dass über die 860 km-lange Gasleitungsnetze zukünftig 20 Prozent des gesamten Bedarfs Mexikos abgedeckt werden.

Im Strategiepapier Programa estratégico en Ciencia, Tecnología e Innovación, 2010-2015 für den Bundesstaat Nuevo León werden insgesamt sechs strategische Ziele im Bereich von Wissenschaft, Technologie und Innovation formuliert:

  1. Verstärkte Ausbildung von Fachkräften für die strategischen Sektoren des Bundesstaates Nuevo León.
  2. Förderung der Innovation in den strategischen Wachstums-Sektoren.
  3. Verbesserung der wissenschaftlich-technologischen Infrastruktur in den Sektoren.
  4. Förderung der Grundlagen- und der Angewandten Forschungen in den strategischen Sektoren.
  5. Förderung der innovationsstarken Unternehmen im Bundesstaat.
  6. Förderung des positiven Einflusses von Wissenschaft, Technologie und Innovation auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowohl des Bundesstaates als auch des Landes.

Deutlich wird, dass die regionale Innovationsstrategie für Nuevo León die Bedeutung der Förderung des Technologietransfers besonders betont – ein Schwerpunkt, der sich laut der Studie OECD Reviews of Innovation Policy Knowledge-based Start-ups in Mexico von 2013 in den meisten mexikanischen Strategieprogrammen (sowohl auf nationaler als auch auf bundesstaatlicher Ebene) wiederfindet. Darüber hinaus legt Nuevo León den Fokus auf die Förderung innovationsbasierter Unternehmen bzw. Startups, deren Vernachlässigung innerhalb der mexikanischen Innovationspolitik im OECD-Bericht noch kritisiert worden ist.

 

Nach oben

Eine Initiative vom

Projektträger