Kurzprofil

Der Research Triangle Park (RTP) in North Carolina ist, ungleich vielen anderen großen Clustern in den USA, ein in Public-Private-Partnership geplanter und finanzierter Wissenschaftspark. 1959 im Umfeld der drei Forschungsuniversitäten Duke University in Durham, North Carolina State University in Raleigh und University of North Carolina in Chapel Hill und der drei Städte Raleigh, Durham und Chapel Hill erbaut (der Begriff Triangle leitet sich aus diesem geographischen Dreieck ab), ging es zunächst darum, eine wirtschaftliche Strukturkrise in der Region zu überwinden. Die Bevölkerung der Region wird 2012 mit 1.998.808 angegeben. Der RTP ist der einzige der drei großen High-Tech Cluster (neben Silicon Valley und Boston), dessen  Realisierung ein im Voraus erstelltes Konzept vorausging. Heute zählt der Research Triangle Park zu den größten und ältesten Wissenschaftsparks in den USA.

Der Park verfügt über ein 2.800 Hektar großes Areal mit über 170 ansässigen Unternehmen, von denen der Großteil F&E-intensiv ist. 45% aller Unternehmen dort ordnet man dem lebenswissenschaftlichen Bereich zu, weiter Schwerpunkte sind die Informationstechnologien und der Dienstleistungssektor.

Der wichtigste Faktor für den Erfolg des RTP liegt in der engen Bindung zu den Forschungsuniversitäten der Region. Die enge Kooperation mit den drei Hochschulen sorgt dafür, dass sich heute Firmen wie IBM, GlaxoSmithKline, Cisco, Nortel, RTI International und Fidelity Investments im Park angesiedelt haben.

Während "Research Triangle Park" (RTP) den 1959 erbauten Park zwischen den drei Forschungsuniversitäten bezeichnet, versteht man unter dem weiter gefassten Begriff "Research Triangle Region" (RTR) den Park inklusive der angrenzenden Ballungsräume Raleigh-Cary so wie Durham-Chapel Hill.

Internationale Anziehungskraft

Der RTP ist einer der führenden, größten und erfolgreichsten F&E-Parks der Welt, insbesondere im Hinblick auf die Ansiedlung von F&E-intensiven Unternehmen. 

Diese herausragende Rolle spiegelt sich darin, dass der Research Triangle Park und die dazugehörige Region immer wieder weit vorne in Bestenlisten landet, die die Städte und Metropolen nach den besten Jobchancen, der größten Lebensqualität oder den besten Investitionspotentialen einordnen. So wurde die Region beispielsweise 2012 zur "Fastest Growing City for Tech Jobs" ausgezeichnet.

Auszug einiger Rankings:

  • 8th Best City for Recent College Graduates (Raleigh) – MSN, Juli 2013
  • Fastest Growing City for Tech Job - Dice, März 2012
  • Americas Best Cities #1 - Bloomberg Businessweek, September 2011
  • Fastest Large Metro in Clean Economy Job Growth #1 - Brookings Institution, Juli 2011
  • Best Place for Business and Careers #1Forbes, Juni 2011

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Für den Import und Export spielen sowohl die beiden nordamerikanischen Nachbarstaaten Kanada und Mexiko als auch China eine herausragende Rolle. Für 2013 beträgt das Volumen des US-Exports durch North Carolina nach Deutschland 1,042 Mrd. USD.

Deutschland spielt ebenso eine wichtige Rolle bei den US-Importen nach North Carolina: Dort beträgt das Importvolumen 3,405 Mrd. USD. Die zahlenmäßig größten Importe nach North Carolina stammen jedoch aus China mit 9,442 Mrd. USD und Mexiko mit 5,189 Mrd. USD.

Die Research Triangle Region ist ein attraktiver Investitionsstandort, was sich unter anderem an den Finanzdirektinvestitionen in Park und Region ablesen lässt. Für den Zeitraum zwischen 2007 und 2012 ist Deutschland diesbezüglich führend. Das Gesamtvolumen deutscher Finanzdirektinvestitionen liegt in diesem Zeitraum bei ca. 600 Mio. USD; dahinter folgen die Schweiz und Spanien.

Die Lebensqualität hoch und die Lebenshaltungskosten niedrig zu halten ist ein erklärtes Ziel der Research Triangle Regional Partnership und der entsprechenden Akteure, um den Park für Unternehmen und Absolventen attraktiv zu machen. Die Lebenshaltungskosten befinden sich im Gegensatz zu anderen Technologie-Region unterhalb des US-amerikanischen Durchschnitts. So liegen die Häuserpreise in Raleigh und Durham etwa 25% unter denen vergleichbarer Städte.

Über 60% der Beschäftigten brauchen im Durchschnitt weniger als 24 Minuten zur Arbeit.

North Carolinas Wirtschaftsministerium wirbt damit, finanzielle Anreize für Unternehmen in der Region zu schaffen und sowohl Steuerlast als auch Gesamtkosten so gering wie möglich zu halten. Dabei reichen die dem Ministerium zur Verfügung stehenden Instrumente von verringerter Umsatzsteuer über Steuergutschriften bis hin zu Freibeträgen.

Im März 2013 hatten 92,5% der Bevölkerung in der Research Triangle Region einen Arbeitsplatz, womit eine Erholung der Region seit der Finanzkrise 2007 feststellbar ist. Seit 2008 ist die Zahl der Arbeitsplätze um 3,3% gestiegen. Ein struktureller Unterschied der Research Triangle Region zu den anderen Regionen North Carolinas ist spürbar, da Region und Park im Vergleich etwa dreimal mehr Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Auch das Durchschnittseinkommen im RTP liegt bei etwa 56.000 US-Dollar pro Jahr und damit 45% höher als der regionale und nationale Durchschnitt.

Stadt, Region, County und Bundesstaat arbeiten im Bereich der steuerlichen Vergünstigungen für Unternehmen eng zusammen. Dabei werden beispielsweise Modelle verwendet, in denen der Umfang der steuerlichen Vergünstigung abhängig gemacht wird von der Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze.

Alljährlich veröffentlicht die Research Triangle Regional Partnership den Bericht State of The Region, in dem sich viele aktuelle Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region finden.

Im November 2012 veröffentlichte die Parkleitung eine Aktualisierung zum Research Triangle Park Master Plan, das erste Mal seit der Eröffnung des Parks 1959. Mit 39.000 Beschäftigen auf 2 Mio. m² Bürofläche in 2012  gab es im Park nur noch Platz für 6000 weitere Beschäftigte. Der Leerstand der Büroflächen lag im Jahr 2011 bei 16% (2010: 17%).

Der neue Masterplan sieht nach dem Umbau 150.000 potentielle Arbeitsplätze auf 7,8 Mio. m² Bürofläche vor. Vorgesehen sind unter anderem auch ein Hotel, ein Kongress-Zentrum und eine Fernverkehrs-Station.

Der nahe gelegene Flughafen Raleigh–Durham International Airport liegt nur ca. 12 Kilometer vom Forschungspark entfernt und bietet Direktflüge zu 38 nationalen und internationalen Zielen an. Der Flughafen fertigt jährlich zwischen 9 und 10 Millionen Passagiere ab, 2011 flogen ca. 94.000 Passagiere von Raleigh-Durham ins Ausland. Im Rahmen des Strategiepapiers The-Shape-of-Things-To-Come ist geplant, die Direktflüge in für den Forschungspark wichtige Regionen auszubauen.

Die beiden nahegelegenen Häfen der Region in Wilmington und Morehead City werden von der North Carolina State Ports Authority geleitet, die gleichzeitig Besitzerin der Häfen ist.

Für die gesamte Region wird auch der Tourismus als Wirtschaftsfaktor immer wichtiger: Jährlich werden hier mittlerweile 3,3 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Neben der abwechslungsreichen Landschaft North Carolinas bieten auch sportliche Großereignisse wie das US Open Golf Turnier 2014 in Pinehurst, NC einen Impuls für die Tourismusbranche.

Die Internationalität der Region ergibt sich zu einem gewissen Teil schon aus der globalen Vielfalt der im Park ansässigen Unternehmen. Schwerpunkt der Aktivitäten sind Europa und Asien, insbesondere China und Japan.

Die International Trade Division des North Carolina Department of Commerce betreibt internationale Aktivitäten für die Region mit Stützpunkten in Asien, Europa und Nord- und Südamerika und unterstützt Region und Unternehmen in den Bereichen Exportförderung, Standortwerbung und Akquise von ausländischen Investitionen.

So schloss beispielsweise die gemeinnützige Forschungseinrichtung Hamner Institutes for Health Sciences 2009 eine Partnerschaft mit der China Medical City, einem chinesischen Forschungspark, der in der Größe vergleichbar mit dem Research Triangle Park ist, ab. Ziel ist es, in beiden Ländern jeweils Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungsmöglichkeiten für das jeweils andere Land zu schaffen. 2011 kam es zu einer ähnlichen Vereinbarung mit der chinesischen Xuanyuan-Gruppe, die sich auf Eisenbahnen und Infrastrukturentwicklung spezialisiert hat.

Die drei Forschungsuniversitäten im direkten Umfeld (Duke University, North Carolina State University und die University of North Carolina) legen besonderen Wert auf eine internationale Ausrichtung. Hinzu kommt, dass die Regierung von North Carolina gerade auch im Hochschulbereich eine stärkere Kooperation mit China und Indien forcieren möchte.

So betreibt die mit einem Stiftungsvermögen von 5,7 Mrd. USD ausgestattete private Duke University Kooperationen und Partnerschaften mit vielen anderen internationalen Universitäten, beispielsweise mit der Universität für Außenwirtschaft und Handel (UIBE) in Peking und der Pädagogischen Universität Yunnan in Kunming. Weitere Kooperationen bestehen mit Universitäten in Florenz, Paris, Rom, Wales, London und Singapur. Auch mit deutschen Universitäten pflegt Duke Austauschprogramme, wie beispielsweise mit der FU Berlin, der Universität Erlangen, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Potsdam.

Der Fokus auf Asien lässt sich auch in den internationalen Aktivitäten der North Carolina State University (NCSU) wiederfinden, die Teil des seit 1980 existierenden North Carolina Japan Center sind, das die Zusammenarbeit zwischen North Carolina und Japan auf den Ebenen der Wirtschaft, Politik und Forschung vorantreiben möchte.

Im September 2013 findet die internationale Wirtschaftskonferenz Discover 2013 im Research Triangle Park statt: eine Messe, in der es darum geht, neue aufstrebende Märkte aufzuzeigen und  US-Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich daraus resultierender Exportmöglichkeiten vorzustellen.

Desweiteren veranstaltet das Council for Entrepreneurial Development (CED) im Februar 2014 die Life Science Conference in Raleigh. Zu den Themen gehören sowohl Chancen und Herausforderungen der Branche als auch die Veränderungen nach der von Barack Obama eingeleiteten Gesundheitsreform.

Der Asienfokus lässt sich auch anhand der Delegationsreisen in den Cluster ablesen, da sich dort die Besuche oft hochrangiger, chinesischer Delegationen in den letzten Jahren häufen, bei denen auch bereits eine Reihe von Kooperationsvereinbarungen geschlossen worden sind.

Thematische Stärkefelder

RTP konzentriert sich auf insgesamt 11 thematische Stärkefelder (engl. Bezeichnung: "cluster") aus Lebenswissenschaften und Technologie, in denen die Region weltweit führend oder zumindest potentiell weltweit führend ist. Dazu gehören
•    Arzneimittel
•    Biologische Arbeitsstoffe und Infektionskrankheiten
•    Agrarbiotechnologie
•    Digitalisierung im Alltag
•    Gesundheitswirtschaft
•    Analytische Messtechnik
•    Nanotechnologie
•    Informatik
Neue, sich abzeichnende Innovationsfelder sind
•    Advanced gaming and e-Learning
•    Saubere Technologien
•    Wehrtechnik

45% der im RTP ansässigen Unternehmen kommen aus dem Bereich Lebenswissenschaft und bilden damit einen deutlichen Schwerpunkt des Clusters; 18% lassen sich der Informationstechnologie zuordnen.
Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet für Unternehmen mit ein bis neun Mitarbeitern.

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Die Research Triangle Region gehört zu den Top3 der LifeScience-Regions in den USA mit ansässigen Firmen wie BASF, Merck & Co u. a.
Einige herausragende Innovationen haben ihren Ursprung im Research Triangle Park: So ist hier beispielsweise der Strichcode entwickelt worden, der 1973 in Nordamerika eingeführt wurde.
Die größten Unternehmen im RTP sind IBM, GlaxoSmithKline, Cisco, Nortel, RTI International und Fidelity Investments. Im Park befindet sich eines der größten Forschungs- und Entwicklungszentren von GlaxoSmithKline mit rund 5.000 Beschäftigten. Cisco Systems beschäftigt derzeit rund 4.900 Mitarbeiter. Auch BASF und Bayer sind im Park vertreten.

Die Position wurde in den thematischen Stärkefeldern ausgebaut und zwei Lehren aus der Umsetzung des letzten Strategiepapieres mit einbezogen: Zum einen werden die regionalen Innovationscluster seit dem The Shape of Things To Come – Papier nicht mehr getrennt voneinander betrachtet. Die Research Triangle Region hat erkannt, dass sich die thematischen Stärkefelder in vielen Fällen überlappen und sich von Produkt zu Produkt ändern können.

Die Interaktion benachbarter Themenfelder ist so als Innovationsquelle erkannt worden und soll in der Zukunft noch mehr ausgebaut werden. Gleichzeitig soll diese Interaktion den RTP noch flexibler auf globale Entwicklungen reagieren lassen können.

Akteure und Netzwerke

Ein weiterer Faktor für den Erfolg des Parks liegt in den effektiven Strukturen und Netzwerken, die sich im Laufe der Zeit in und um den Park herum gebildet haben.

Zwei der wichtigsten Dachstrukturen des Research Triangle Parks sind die Research Triangle Regional Partnership (RTRP) und die Research Triangle Foundation (RTF).

1990 wurde die Research Triangle Regional Partnership gegründet, um durch die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Forschung regionale Handlungsfähigkeit für die Region zu erzeugen. Zu den Aufgaben der RTRP gehören u.a. die Wirtschaftsförderung, die Kooperation zwischen Politik und Forschung, die Akquise neuer Wirtschaftsinvestitionen und die Stärkung der regionalen Innovationscluster. Die RTRP ist eine Non-Profit Public-Private Partnership, die von der regionalen Wirtschaft geleitet und geprägt wird. Als Non-Profit Organisation erhält sie auch öffentliche Mittel, z. B. durch das Department of Commerce in North Carolina.

Eine weitere wichtige Einrichtung ist die 1959 gegründete Research Triangle Foundation of North Carolina als Eigentümerin und Entwicklerin des Parks. Die Stiftung ist zuständig für die technische Infrastruktur, die Anwerbung von Unternehmen und verantwortlich für die wettbewerbliche Position des Parks. Zudem ist sie zuständig für die grundlegende Zusammenarbeit des Parks mit den Universitäten in North Carolina. Finanziell wird die RTF von der Research Triangle Regional Partnership unterstützt.

Das Research Triangle Institute (mittlerweile RTI International) ist heute die zweitgrößte private Forschungseinrichtung in den USA. Das RTI war der erste Mieter im Park und fungierte mit seiner F&E-Zentrale als Anziehungspunkt für viele weitere Unternehmen.

Die Unterstützung gemeinnütziger Forschungs- und Bildungsprogramme gehört zu den Aufgaben des Triangle Universities Center for Advanced Studies, Inc. (TUCASI), daneben verwaltet es die Fördermittel der Research Triangle Foundation für die Universitäten und Projekte.

Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist in der Research Triangle Region traditionell besonders gut, die Kooperation dieser Akteure spielte schon bei der Gründung des Parks eine wesentliche Rolle. Die Verbindung der drei Forschungsuniversitäten Duke University in Durham, North Carolina State University in Raleigh und University of North Carolina in Chapel Hill ermöglichte es dem Park, gute Verbindungen mit den Wissenschaftlern und Ingenieuren der Hochschulen aufzubauen und F&E-starke Unternehmen für den Park zu akquirieren. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei das TUCASI, das die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter intensiviert.

Neben der oben beschriebenen Dachstruktur des Parks gibt es noch eine Vielzahl weiterer, fachbezogener Netzwerke und Inkubatoren.

Dazu gehört das MCNC (Microelectronics Center of North Carolina), eine durch den Bundesstaat North Carolina finanzierte Forschungseinrichtung, die 1980 für 24 Mio. US-Dollar errichtet worden ist.  Ging es in der Frühphase zunächst um den Aufbau von Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Forschung, Politik und Wirtschaft, tritt das MCNC heute auch als Inkubator für neue Technologieunternehmen auf.

Ein weiteres wichtiges Netzwerk stellt das North Carolina Biotechnology Center dar. Es leistet Unterstützung und Entwicklung von biotechnologischer Forschung, Wirtschaft und Lehre. Das Center war die erste staatliche Förderinitiave zur Entwicklung von Biotechnologie in den USA. Seit seiner Gründung 1984 hat die Einrichtung 92 biotechnologische Firmen in der Gründungsphase mit rund 16 Mio. USD unterstützt.

Der größte und älteste Inkubator im Research Triangle Park ist das Council for Entrepreneurial Development (kurz: CED) mit mehr als 5.500 aktiven Mitgliedern, eine Non-Profit Organisation, die neue Unternehmen identifiziert und fördert. Als weiterer wichtiger Inkubator ist das First Flight Venture Center zu nennen, das unter anderem fast 1.400 m² an Büro- und Laborräumen vermietet.

Der Centennial Campus wurde 1984 auf dem Gelände der North Carolina State University errichtet.  Auf seiner 1.334 ha großen Fläche bietet der Campus Büro- und Laborflächen für Unternehmen an. Bis heute hat Centennial Campus mehr als 620 Mio. USD investiert, um 2,7 Millionen Quadratmeter Fläche in 25 großen Gebäuden zu schaffen. Gleichzeitig unterstützt die Einrichtung den Technologietransfer zwischen Universitäten und Unternehmen in der Region.

Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und universitärer Forschung liegt auch im Fokus des Charlotte Research Institutes, einer Einrichtung an der University of North Carolina in Chapel Hill, die sich für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Universität stark macht. Das CRI beschleunigt die Entwicklung neuer Produkte, so dass diese schneller in den Verkauf kommen. Gleichzeitig verfolgt es in den angeschlossenen Forschungszentren einen interdisziplinären Ansatz zur Lösung technischer Probleme.

Im RTP trifft man auch auf eine Vielzahl deutscher Akteure oder Kooperationen mit deutschen Institutionen, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich.

Hilfestellung für deutsche Unternehmen in North Carolina und im Research Triangle Park bietet die 2002 eingerichtete Zweigstelle der Deutsch-Amerikanischen Außenhandelskammer USA-Süd in Huntersville. Sie stellt deutschen Unternehmen Kontakte zu regionalen Akteuren zur Verfügung.

Auch einige deutsche Unternehmen sind im Research Triangle Park vertreten. Bayer Crop Science, ein selbstständiger Teilkonzern der Bayer AG mit Fokus auf Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden, betreibt seine Hauptzentrale für den amerikanischen Markt im Research Triangle Park. Das Engagement wird sogar ausgebaut: das Unternehmen investierte 2012 33 Mio. USD in den Umbau seiner Einrichtungen im Research Triangle Park, wodurch das Unternehmen rund 7.400 m² Fläche für Büros, Labors und Gewächshäuser für die Arbeitsgebiete Pflanzenbiotechnologie und Insektenbekämpfung hinzugewann.

Auch die Siemens AG beschäftigt insgesamt 2800 Mitarbeiter an 19 Standorten in ganz North Carolina.

Die im Park ansässige BASF und das RTI International entwickeln seit 2010 gemeinsam eine Technologie zur Abtrennung von Kohlendioxid aus den Rauchgasen von Kohlekraftwerken und anderen industriellen Quellen. Das Energieministerium der Vereinigten Staaten (U.S.Department of Energy) fördert das Entwicklungsprojekt durch einen Kooperationsvertrag mit zwei Millionen USD.  Nachdem BASF 2012 entschied, seine Pflanzenbiotechnologie-Aktivitäten auf die Märkte in Nord- und Südamerika zu verlagern, wurde auch die Unternehmenszentrale der BASF Plant Science nach Raleigh, NC verlegt.

Im Juni 2013 gab die Deutsche Bank Global Technology bekannt, dass sie 15,5 Mio. USD in ihren Standort in Cary investieren und bis 2016 in North Carolina über 400 neue Arbeitsplätze schaffen will.

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Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Raleigh und Durham gehörten 2011 zu den sechs US-amerikanischen Städten mit dem größten Anteil an Universitätsabsolventen in der Bevölkerung. In Raleigh haben 52,6% der Bewohner einen Hochschulabschluss, in Durham sind es 49,5%. In der gesamten Region sind es durchschnittlich 46%.

Die drei Universitäten im Forschungsdreieck (Duke University, North Carolina State University und University of North Carolina in Chapel Hill) hatten im Jahr 2012 insgesamt 70.584 Studenten und gehören zu den besten in den USA. Die North Carolina State University betreibt 60 Research Center, wovon 30 mit der Industrie kooperieren, und sie gehört zu den Top Ten der USA im Bereich der Industriedrittmittel. Die Hochschule koordiniert ihre F&E-Strategie jedoch nicht mit regionalen Akteuren oder dem RTP Cluster. Mit der Research Triangle Park Foundation gibt es eine Zusammenarbeit auf der Ebene des North Carolina University Systems. 2008 unterzeichnete die Universität Rostock eine Kooperationsvereinbarung mit der North Carolina State University auf den Gebieten Forschung, Lehre und Kultur.

Die World Report's list of America's Top National Universities listet die Duke University als achtbeste Universität der USA. Die Duke University begann im Jahr 2011 ein vom DAAD gefördertes, gemeinsames Forschungsprojekt mit der Universität Bremen zur Qualität von Computersystemen in der Automobil-Elektronik.

Darüber hinaus gibt es im Umkreis von 100 km weitere elf Colleges und Universitäten.

Die University of North Carolina at Chapel Hill (UNC) ist eine der drei ältesten Universitäten der USA. 2013 wurde sie vom amerikanischen Magazin „U.S. News & World Report“ zur fünftbesten öffentlichen Universität ausgezeichnet. Hier wird beispielsweise eine Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen betrieben.

Jede der drei Universitäten verfügt über ein Technology Transfer Office, die den Forschern Kontakte zu Forschungskooperatioenn, klinischen Forschungseinrichtungen oder Investitionskapital verschaffen.

Durchschnittlich verdient ein Arbeitnehmer in der Research Triangle Region in der Woche 914 US-Dollar. Das Lohnniveau stieg im Jahr 2011 um 4,8%.  Parallel liegt auch das Pro-Kopf-Einkommen in der Research Triangle Region deutlich über dem im restlichen Bundesstaat.

Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist eines der wichtigsten Themen für die RTR und North Carolina im Allgemeinen. Durch verschiedene Maßnahmen der einzelnen Akteure und Netzwerke ist es der Region gelungen, den biotechnischen Unternehmen ein ausreichendes Angebot an lokalen Fachkräften zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile stammen 90% der neu eingestellten Fachkräfte aus North Carolina. So bietet das Wake-College mittlerweile einen 128-stündigen Kurs zum Verfahrenstechniker an, der sich unter anderem auch gezielt an ehemalig in der verarbeitenden Industrie Beschäftigte richtet.

Anhand des biotechnologischen Innovationsclusters, zu dem auch das für die Region sehr wichtige pharmazeutische Innovationscluster gehört, lässt sich die Abdeckung der Wertschöpfungskette im Park darstellen. Es zeigt sich, dass die vier Einzelbereiche der pharmazeutischen Wertschöpfungskette (Forschung, Produkttest, Herstellung und Verkauf) im Park hinreichend abgedeckt sind.

In der Testphase eines neuen pharmazeutischen Produkts spielen Contract-Research-Organizations (CRO) eine wichtige Rolle. CRO‘s betreiben Auftragsforschung und übernehmen große Teile der gesamten Testphase, wie zum Beispiel Labor-Untersuchungen, Test-Designs oder Datenanalyse. 2013 existierten 206 Unternehmen in North Carolina, die direkt oder indirekt Contract-Research durchführen.

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Entwicklungsdynamik

2002 veröffentlichte der Harvard-Forscher Michael Porter eine Cluster-Studie, in der er die Wichtigkeit einer regionalen Vision und einer regionalen Strategie für den Research Triangle Park herausstellte. Dadurch inspiriert, veröffentlichte die Research Triangle Regional Partnership 2004 das Strategiepapier Staying on Top: Winning the Job Wars of the Future für den Zeitraum von 2004 bis 2009.

Im Juli 2009 wurde das Nachfolge-Papier, The Shape of Things to Come, veröffentlicht. Das Ziel lautet nach wie vor, mehr Arbeitsplätze in Park und Region zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt zu verstärken. Es baut auf dem Erfolg des vorangegangen Strategiepapiers auf, aktualisiert es jedoch auch, um auf die aktuellen wirtschaftlichen Realitäten zu antworten und das aus den letzten fünf Jahren Gelernte zu berücksichtigen.

Konkret geht es um drei Schlüsselstrategien, die die Wirtschaft in der Research Triangle Region weiter fördern sollen:

1. Erweiterung der weltweit führenden lebenswissenschaftlichen und technologischen Stärkefelder sowie neuer, aufstrebender Märkte,

2. Die Sicherung und der Ausbau der Lebensqualität in der RTR sowie eines wettbewerbsfähigen Geschäftsklimas, so dass die RTR weiterhin genügend Investitionen und Absolventen anzieht,

3. Die Miteinbeziehung regionaler Akteure und Partner-Organisationen, um wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.

Mithilfe der im Strategiepapier skizzierten Strategie sollen von 2009 bis 2014 insgesamt 100.000 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen werden, unter anderem durch die Stärkung elf ausgesuchter regionaler Innovationscluster.

Die Strategie scheint sich bereits auszuzahlen: 84% Prozent der 5,15 Mrd. USD -Investments und 58% der 19.781 zwischen Juli 2009 und März 2012 geschaffenen Arbeitsplätze flossen in die thematischen Stärkefelder des Parks.

Insgesamt sehen die Zukunftschancen für die hier beschriebene Region positiv aus. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Park und Region mittlerweile ein sehr gutes nationales und internationales Renommee genießen und als Forschungs- und Wirtschaftstandort mit lebenswissenschaftlichem Schwerpunkt bestens aufgestellt sind. Auch von den Folgen der Finanzkrise ab 2007 konnte man sich mittlerweile in großen Teilen erholen, die Zahl der Entlassungen in der Region war 2012 so niedrig wie seit 1992 nicht mehr (1.984). Für die nächsten 15 Jahre wird ein signifikanter Zuwachs in der Zahl der Arbeitsplätze und den Gehältern prognostiziert. So rechnet die North Carolina State University beispielsweise mit über 55.000 Forschern im Jahre 2018.

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Akteure im Cluster

Länderbericht USA

Forschung und Bildung: USA

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