Kurzprofil

Die Stadt Samara liegt direkt an der Wolga im Süden des europäischen Russlands und hat rund 1,1 Millionen Einwohner. Sie bildet zusammen mit der als "Auto-Stadt" bekannt gewordenen und rund 700.000 Einwohner umfassenden Stadt Togliatti einen Cluster im Verwaltungsgebiet Oblast Samara. Togliatti erlangte insbesondere durch den Automobilhersteller AvtoVAZ (Lada-Werke) internationale Aufmerksamkeit in der Automobilbranche. Die beiden Städte liegen mit etwa 100 km für russische Verhältnisse nur unwesentlich weit voneinander entfernt. Zusammen liegen sie am Fuß der Schiguli-Gebirgskette aus Kalksandstein, die bereits einen Teil des angrenzenden Nationalparks "Samarskaja Luka" darstellt. Aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit gilt dieser Teil der Wolgaregion auch als "Perle Russlands".

Mit ihren insgesamt 3,1 Millionen Einwohnern gehört die Region (Oblast) Samara nach Moskau und Sankt Petersburg zu den bedeutendsten Industrieregionen der Russischen Föderation.

Die weit diversifizierte Industrielandschaft der Region Samara und die günstige Lage an den wichtigsten Auto- und Wasserstraßen machen den Cluster Samara / Togliatti für deutsche Unternehmen interessant. Insbesondere in den Bereichen Flugzeug- und Fahrzeugproduktion einschließlich der entsprechenden Zulieferindustrie sowie Maschinenbau und Metallverarbeitung ist die Region Samara sehr stark entwickelt. Darüber hinaus stützen Stärkefelder wie die Rohstoffgewinnung (Erdöl, Baumaterialien), die chemische und petrochemische Industrie sowie der gut entwickelte Agrarwirtschaftssektor und die Nahrungsmittelindustrie die Stellung des Clusters Samara / Togliatti als Russlands drittstärksten Industriestandort.

Der Cluster Samara / Togliatti kann vor allem durch die hiesige Automobilindustrie eine der niedrigsten Arbeitslosenraten in der Russischen Föderation aufweisen. Im gesamten Gebiet sind über 200.000 Beschäftigte in der Automobilbranche tätig, über 80 Prozent aller russischen Kraftfahrzeuge werden am Standort produziert und mehr als 300 Unternehmen der Zulieferbranche sind im Cluster angesiedelt. Über den Automobilbereich hinaus sind in der Region Samara rund 400 mittlere und größere Unternehmen mit ca. 390.000 Mitarbeitern sowie mehr als 4.000 Kleinunternehmen tätig. Weiterhin ist die Stadt Samara national wie international eine bekannte Größe im F&E-Bereich und gilt seit Jahrzehnten als Luft- und Raumfahrtszentrum der Russischen Föderation.

An der 1918 gegründeten, zwischenzeitlich geschlossenen und 1969 wieder eröffneten Staatlichen Universität Samara sind rund 14.000 Studierende an zehn Fakultäten eingeschrieben. Derzeit kann die Region Samara über 60 weiterführende Bildungseinrichtungen aufweisen, die primär in den beiden Zentren des Clusters, Samara und Togliatti, angesiedelt sind.

Neben den beiden Standorten Moskau und Sankt Petersburg bietet Samara die modernste städtische Architektur und Infrastruktur in Russland. Stellvertretend dafür steht vor allem der 2001 fertiggestellte und 86 Meter hohe gläserne Hauptbahnhof, der auf 15 Stockwerken zahlreichen Büros Platz bietet.

Internationale Anziehungskraft

Das Gebiet Samara / Togliatti liegt an der mittleren Wolga im Südosten des europäischen Teils der Russischen Föderation. Samara gilt als Verkehrsknotenpunkt für den gesamten Wolgaraum. Von Frankfurt am Main kann der Cluster mit dem Flugzeug in gut vier Stunden erreicht werden. Der Flughafen Kurumoch, der zugleich den Sitz der russischen Fluggesellschaft Samara Airlines repräsentiert, liegt etwa 30 km außerhalb des Stadtzentrum Samaras in Richtung Togliatti. Beide Städte sind daher mittels verschiedener Verkehrsmittel in weniger als einer Stunde erreichbar. Direktverbindungen per Zug aus Deutschland sind ganzjährig nur mit Zwischenstopp am Bahnhof Saratov in der südlich benachbarten Region Saratov möglich. Mehrmals täglich verbinden Schnellzüge die beiden Verwaltungszentren der Oblasten Samara und Saratov.

Die Stadt Samara ist für ihren über 50 km langen Wolgastrand bekannt, der von einer wunderschönen Naturlandschaft umgeben wird. Architektonisch fallen im Stadtzentrum neben gut erhaltenen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, darunter ein bedeutendes Theater, insbesondere die in den letzten zehn Jahren errichteten und außergewöhnlich futuristisch anmutenden Bauwerke aus Glas, Beton und Stahl auf.

Zusammen mit dem ca. 100 km entfernten Togliatti bildet Samara eine Wolgaschleife am Fuß der Schiguli-Berge, die Teil des über 1300 km² großen Nationalparks "Samarskaja Luka" sind. Die Energieversorgung der Region Samara / Togliatti wird durch den angrenzenden Kuibyschewer Stausee sichergestellt, der mit über 6400 km² als größter Stausee Europas und drittgrößter der Erde gilt.

Im Industrie- und Technologiepark Togliatti sollen ähnlich der Sonderwirtschaftszone (SWZ) "Alabuga" in der Region Tatarstan Kooperationen mit ausländischen Partnern die Entwicklung der Automobilzulieferindustrie fördern. Auf diese Weise erhofft man sich weitere Synergien zwischen den Clusterakteuren, die sich u.a. in kürzeren Liefer- und Lagerzeiten zur Versorgung der ansässigen Produktion äußern sollen. Weitere Ziele sind die Erhöhung der Qualität und Komplexität der Zulieferteile, um auch zukünftig internationale Wettbewerbsfähigkeit beweisen zu können.

Seit 2008 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der IHK Magdeburg und der IHK Samara, die aktiv Projekte in der Region unterstützen soll. 2009 konnte die InterCom Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der COMMIT GmbH Berlin und dem Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) ein Vermarktungshilfeprogramm für das Gebiet Samara und Togliatti anbieten, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wurde.

Im Rahmen der Maßnahmen des BMWi zur Förderung von internationalen Wirtschaftskooperationen für wissensintensive und unternehmensbezogene Dienstleistungen und in Kooperation mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer wurden 2010 dann auch Unternehmerreisen in beide Städte organisiert. Derartige Reisen stehen grundsätzlich für Unternehmen aus allen Branchen offen, bieten jedoch den regionalen Schwerpunkten entsprechend besonders viele Anknüpfungspunkte in den Bereichen Automotive, Maschinenbau, Bauwirtschaft, chemische Industrie und Metallverarbeitung. Ähnliche Projekte sollen folgen.

Im Oktober 2010 fand bereits zum zehnten Mal die Internationale Industriemesse in Samara statt. In Zusammenarbeit mit der Regierung der Region Samara veranstaltet Expo-Volga jährlich diese Ausstellung, die zahlreiche Industriebereiche wie den Maschinenbau, Werkzeugmaschinenbau, Anlagenbau, Automatisierung/Robotik, Pumpen/Kompressoren, Metallverarbeitung, Metallurgie und Laser abdeckt. Die Industriemesse Samara ist die größte Veranstaltung für die Industrie in der Wolgaregion und wird von mehr als 4.000 Fachleuten besucht. Im Herbst 2009 stellten auf knapp 1.300 Quadratmetern 140 Aussteller aus sechs Ländern aus. Die Aussteller sind überwiegend Hersteller, Zulieferer, Händler, Importeure und Exporteure sowie Ingenieurbüros im Bereich Maschinen- und Werkzeugbau. Laut Leipziger Messe gehören 55 Prozent der Besucher dem mittleren oder Top-Management an.

Im Rahmen der Internationalen Industriemesse in Samara 2010 wurde zum zweiten Mal die internationale Automobil-Zulieferer-Messe AutoIndustry/AutoComponents realisiert. Sie wendet sich speziell an nationale und internationale PKW-, LKW- und andere Produzenten im Automobilsektor Russlands. Die Messe bietet die Möglichkeit, Automobilproduzenten, Systemlieferanten und Zulieferer sowie Maschinen- und Werkzeugbauer aus Russland zu treffen. Der größte russische Autoproduzent AvtoVAZ ist Mitveranstalter der Messe.

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Thematische Stärkefelder

Aufgrund ihrer historischen Bedeutung als Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Stärken in der Automobilproduktion ist die Wolgaregion insgesamt für Unternehmen aus dem Bereich Automotive interessant. AvotaVAZ aus Togliatti hat die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wesentlich bestimmt ist nach wie vor der größte Hersteller von Personenkraftwagen in Russland und Osteuropa. Kamaz mit Hauptsitz in Nabereschnyje Tschelny in der nördlich angrenzenden russischen Teilrepublik Tatarstan gehört zu den größten Herstellern von Lastkraftwagen weltweit. Der Automobilhersteller SeverStal Auto produziert gleich an zwei Standorten in Tatarstan (Nabereschnyje Tschelny und Jelabuga) und in Uljanowsk nordwestlich von Togliatti.

Im Bereich Raumfahrt hat sich der Clusterstandort national und international einen Namen machen können. Bereits ab Mitte der neunziger Jahre knüpfte der Westen insbesondere im Bereich der Trägerraketen enge Verbindungen nach Russland, um gemeinsam das umfassende Know-how der ehemaligen sowjetischen Design-Büros nutzen zu können. Samara profitierte als führendes russisches Raumfahrtzentrum von diesen transnationalen Kooperationen. 1996 gründete der französische Teil des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens, die Airbus Group, von 2000 bis 2013 EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) und die Ariane-Betreibergesellschaft Arianespace mit dem Samara Space Center (TsSKB Progress) und der russischen Weltraumagentur das Joint Venture "Starsem". Gemeinsam bietet dieses Unternehmen seither die legendäre Sojus-Rakete, mit der auch bedeutende Satellitenmissionen der ESA gestartet wurden (Mars Express, Venus Express, Galileo), auf dem kommerziellen Raumtransportmarkt an.

Die Hauptwirtschaftszweige im Cluster Samara / Togliatti bilden demzufolge der Flugzeug-, Fahrzeug- und Maschinenbau. Aber auch die Rohstoffgewinnung (Erdöl, Baumaterialien), die chemische und petrochemische Industrie sowie der gut entwickelte Agrarwirtschaftssektor zeichnen die Stärken des Clusters aus.

Sämtliche thematischen Stärkefelder im Cluster Samara / Togliatti sind:

  • Autoproduktion einschließlich Zulieferindustrie
  • Chemische Industrie
  • Flugzeugbau
  • Luft- und Raumfahrt
  • Maschinenbau
  • Metallverarbeitung
  • Nahrungsmittelindustrie
  • Ölraffinierung
  • Werkstoffe

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Akteure und Netzwerke

Die russische Regierung hat den Aufbau der Automobilproduktion in Russland zu einem Schwerpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung gemacht. Mit Verbesserungen der Rahmenbedingungen u. a. durch Zollerleichterungen für die Einfuhr von Automobilzulieferteilen will man diesem Innovationsfeld besonderen Auftrieb verleihen.

Bereits seit 1991 unterhält Togliatti eine Städtepartnerschaft mit der "deutschen Autostadt" Wolfsburg.

Die großen ausländischen Reifenhersteller investieren derzeit an verschiedenen Standorten der Russischen Föderation. Michelin und Nokian Tyres produzieren bereits in den Clustern Skolkovo / Selenograd (Moskau) und Sankt Petersburg. Dem Lockruf der staatlichen Förderungen folgen wollen u. a. auch der italienische Reifenhersteller Pirelli, der gemeinsam mit dem staatlichen Unternehmen Rostechnologii ein Reifenwerk im Industrie-Technologie-Park (zukünftige Sonderwirtschaftszone von Togliatti) errichten will, das US-amerikanische Unternehmen Goodyear Tire & Rubber Company (USA), das beabsichtigt, 200 - 250 Millionen US-Dollar in ein Reifenwerk im Gebiet Jaroslav zu investieren, sowie die japanische Yokohama Rubber Company Ltd., die plant, rund 1,4 Millionen Reifen in der Sonderwirtschaftszone Lipezk in der Oblast Lipezk herzustellen.

Siemens VAI Metals Technologies erhielt von Alcoa Samara (Alcoa SMZ) im Herbst 2009 den Auftrag für die Lieferung eines elektrostatischen Beölers (Siroll Electrostatical Oiler). Alcoa SMZ in Samara ist Russlands größter Hersteller von Aluminium-Halbzeugen. Die Längsteil-Anlagen des Aluminiumwalzwerks am Standort Samara zählen zu einem der beiden russischen Produktionsstandorte des Unternehmens, in die es seit 2005 rund 750 Millionen US-Dollar investiert hat.

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Die Justus-Liebig-Universität Gießen unterhält seit 1997 ein Kooperationsabkommen mit der Staatlichen Universität für Wirtschaft Samara.

Im Jahr 2008 unterzeichnete die IHK Magdeburg eine Kooperationsvereinbarung mit der IHK Samara und unterstützt seitdem aktiv Projekte in der Region. Im Rahmen eines vom BMWi geförderten Vermarktungshilfeprogramms wurden bereits seit 2009 mehrere Unternehmerreisen nach Samara und Togliatti durch die InterCom Sachsen-Anhalt und den Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) durchgeführt.

Der Deutsche Akademischen Austauschdienst (DAAD) organisiert regelmäßig Studienreisen für deutsche Hochschulen und Universitäten in Samara. Ende 2008 befand sich bspw. eine Delegation von 14 Studierenden der Fachrichtungen Mechanik/Flugzeugbau der Samara State Aerospace University auf einer zehntägigen Reise durch die Bundesrepublik Deutschland und besuchte deutsche Universitäten.

Im Februar 2010 erhielt der Lehrstuhl für Investitionsgütermarketing und Beschaffungsmanagement im Betriebswirtschaftlichen Institut (BWI) an der Universität Stuttgart im Rahmen des "Tempus IV"-Programms der EU finanzielle Unterstützung für den Aufbau des interdisziplinären Studiengangs für Ökologiemanagement an der Universität Samara. Der Studiengang "Ecological Management in Volga-Caspian Region", der gemeinsam mit den Universitäten Barcelona, Warschau und Parma entwickelt wurde, soll an insgesamt fünf Universitäten in der Wolgaregion eingerichtet werden (Saratov, Volgograd, Astrakhan, Kazan und Samara). Der geplante Masterstudiengang soll sich sowohl methodisch als auch inhaltlich an europäischen Standards orientieren. Weiterhin wird der wissenschaftliche und studentische Austausch zwischen den beteiligten Universitäten in Europa und Russland ausgebaut.

Um die Jahreswende 2010/11 konnte die Universität Samara den seit Herbst 2011 bestehenden Kooperationsvertrag mit der Universität Würzburg ausbauen. Gemeinsam mit der Philosophischen Fakultät I wollen Vertreter der Philologischen Fakultät von Samara künftig die gemeinsame Betreuung von Master- und Promotionsarbeiten ermöglichen. Das Abkommen soll später auf andere Fakultäten übertragen werden. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf das Würzburger Lehrprojekt "Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz" (GSiK).

Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Der bedeutende Industriestandort Samara / Topgliatti konnte selbst nach der Wirtschaftskrise 2008/9 eine der niedrigsten Arbeitslosenraten in der Russischen Föderation vorweisen. 

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) führt seit 1998 gemeinsam mit der Russischen Föderation erfolgreich ein Programm zur Fortbildung russischer Manager in Deutschland durch. Hierzu werden russischen Managern Praktika in deutschen Unternehmen ermöglicht. Mittelständische Unternehmen beider Länder sollen einander näher gebracht, wirtschaftliche Kooperationen zwischen ihnen vertieft und neue Kontakte aufgebaut werden. Seit der Erweiterung des Programms 2006 können auch deutsche Manager an einer solchen Fortbildung in Russland teilnehmen. InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH  (jetzt GIZ), ein Unternehmen für Personalentwicklung, koordinierte 2010 das Projekt im Auftrag des deutschen und russischen Wirtschaftsministeriums u. a. an den Standorten Kasan, Novosibirsk, Sankt Petersburg und Samara. (Hinweis zu InWent: Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH bündelt die Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen von Deutschem Entwicklungsdienst (DED) gGmbH, Deutscher Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH und Inwent - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH seit dem 1. Januar 2011 unter einem Dach.) 

Nach Angaben des  Bildungs- und Forschungsministeriums der Oblast Samara gibt es in der Region über 60 weiterführende Bildungseinrichtungen. Die bekanntesten Hochschulen in der Oblast Samara: 

Stadt Samara

Stadt Togliatti: 

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Entwicklungsdynamik

Die Oblast Samara litt überdurchschnittlich unter der Wirtschaftskrise 2008/9 in Russland. Die Produktion im Jahr 2009 war über alle Wirtschaftszweige hinweg offiziellen Angaben zufolge um über 27 Prozent eingebrochen. Dabei gehört der Cluster Samara / Togliatti traditionell zu den zehn bedeutendsten Standorten in der Russischen Föderation. In den Jahren 2007 und 2008 konnte die regionale Regierung noch ein Plus von 5,2 respektive 3,7 Prozent verzeichnen. Zwei Drittel des Industrieumsatzes in Togliatti stammen aus der Automobilindustrie, weitere 23 Prozent aus der chemischen Industrie.

Während der Wirtschaftskrise 2008/9 musste Togliattis Verwaltung aufgrund finanzieller Engpässe sogar eine Reihe produktionsfremder Einrichtungen des Automobilherstellers AvtoVAZ wie Schulen, Kindergärten und Sportstätten schließen. Dennoch wollen ausländische Automobilzulieferer wie der italienische Reifenhersteller Pirelli an ihren geplanten Investitionen in die zukünftige Sonderwirtschaftszone (SWZ) Togliatti festhalten. Das russische Industrie- und Handelsministerium prognostiziert eine baldige Erholung des Automobilmarktes. Bis 2015 rechnet man mit einem Marktvolumen von ca. 3,3 Millionen Stück. 2020 soll das Marktpotenzial auf über 3,6 Millionen Autos (derzeit 1,5 Millionen Stück) anwachsen.

Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation plant daher die Wandlung des Industrie- und Technologieparks Togliatti zu einer SWZ vom Typ Industrie-Produktions-Zone bis Anfang 2012. Die SWZ soll Kapazitäten für ca. 20 Unternehmen bieten. Die russische Regierung beabsichtigt, fast 230 Millionen Euro für das Projekt bereitzustellen. Ausführliche Informationen zu Investitionsbedingungen einschließlich der möglichen Zollvergünstigungen sind in einer Präsentation von Germany Trade & Invest nachzulesen.

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