Kurzprofil

Shanghai ist der wichtigste industrielle Standort Chinas und eine der größten Städte der Welt. Der Cluster erstreckt sich über eine Fläche von 6.340 km² und besteht aus 18 Stadtteilen und einem Bezirk. Ende 2013 lebten insgesamt 24,3 Mio. Menschen in Shanghai. Als regierungsunmittelbare Stadt ist Shanghai direkt der Zentralregierung unterstellt, ihr Status entspricht dem einer Provinz.

Shanghai ist ein Wirtschafts- und Finanzzentrum in China, mit den six pillar industries sind die Stärkefelder des Clusters in der Herstellung elektronischer und informationstechnologischer Produkte, der Automobilindustrie, der Petrochemie, der Stahlindustrie, dem Maschinenbau und der Biomedizin definiert. Ende 2013 wurde mit der China (Shanghai) Free Trade Zone (SFTZ) eine weltweit beachtete Freihandelszone eingerichtet, in der versuchsweise wirtschaftliche Reformen auf einem abgesteckten Areal eingerichtet wurden, die perspektivisch Leuchtturmcharakter für ganz China entwickeln sollen.

Internationale Anziehungskraft

Das Zentrum Shanghais wird durch den Fluss Huangpu in zwei Hälften geteilt, in das ältere Kultur- und Handelszentrum Puxi und das neue Finanzzentrum Pudong. Der Großteil der ausländischen Unternehmen ist in einer der zahlreichen Wirtschafts- und Industriezonen angesiedelt (siehe Kapitel "Akteure und Netzwerke").

Jährlich werden 31,74 Mio. Container im Shanghai International Port abgefertigt, damit ist dieser der größte Containerhafen der Welt. Der Tiefwasserhafen Yangshan, der zum Shanghai International Port gehört und  sich 90km südlich von Shanghai befindet, ist über die 32,5 km–lange Donghai-Brücke mit dem Festland verbunden und bietet den Vorteil, gezeitenunabhängig Ladungen löschen zu können.

Zusätzlich verfügt die Stadt über zwei Flughäfen: Der internationale Flughafen Shanghai-Pudong International Airport (Platz 20 in der Rangliste der größten Flughäfen der Welt) bietet zahlreiche direkte Verbindungen wie etwa nach Frankfurt am Main, München oder Zürich an und fertigt im Jahr über 40 Mio. Passagiere ab. Im Global Financial Centres Index 14 belegt Shanghai den sechzehnten Rang (und hat sich damit im Vergleich zum vorangegangen Ranking um acht Plätze verbessern können).

Mit dem Shanghai Tower (632 m), dem Shanghai World Financial Center (492 m) und dem Jin Mao Tower (421 m) befinden sich drei der 15 höchsten Wolkenkratzer der Welt in der chinesischen Metropole. In Shanghai leben mittlerweile 173.000 Ausländer.

2013 betrug das Bruttoinlandsprodukt des Clusters Shanghai rund 253 Mrd. EUR. Shanghai  verfügt damit über das zweithöchste Pro-Kopf-BIP in China (10.623 EUR). 2012 erzielte Shanghai ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent (der niedrigste Wert aller chinesischen Provinzen im Jahr 2012).

Seit 2005 hat sich die Summe der ausländischen Finanzdirektinvestitionen in den Cluster beinahe verdoppelt, 2013 betrug sie 16,8 Mrd. USD. Dabei kamen die meisten Investitionen aus Japan, den USA, Singapur und Deutschland. 2012 waren die Exporte in die Europäische Union etwas zurückgegangen, während jene in die USA und Japan um 3,6 bzw. 4,1 Prozent gestiegen waren.

Nach oben

Im Clustergebiet wird eine Vielzahl wichtiger Messen ausgerichtet, allein im Jahr 2012 fanden insgesamt 780 internationale Veranstaltungen in Shanghai statt.

Die Bedeutung des Wirtschafts- und Finanzstandorts Shanghai wird auch durch die häufigen hochrangigen Delegationsreisen in den Cluster illustriert:

  • Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel besuchte mit einer 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation Shanghai und die neu angelegte Pilot-Freihandelszone (siehe Kapitel "Akteure & Netzwerke"). Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner, das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2013 auf ca. 140 Mrd. EU.
  • 2014 besuchte eine Delegation um die britische Bildungsministerin Elizabeth Truss den Cluster und dabei die Shanghai Normal University und mehrere Grundschulen.

Thematische Stärkefelder

Den überwiegenden Teil der GSA prägt eine ländliche Siedlungsstruktur. Die (moderne) Landwirtschaft ergänzt die Hightech-Industrien des Stadtgebiets und trägt zum diversifizierten Wirtschaftsbild von Shanghai bei. Der tertiäre Industriesektor erzielt einen Produktionswert von fast 2,78 Milliarden Euro. Auf rund 73.000 Hektar Ackerland werden u. a. Reis, Gemüse und Früchte angebaut. Hinzu kommen 12.700 Hektar, auf denen moderne Anbaubetriebe wirtschaften. Des Weiteren ist Shanghai ein Zentrum für die Textilindustrie und die Finanzwelt. Die Börse Shanghai stellt den landesweit wichtigsten Finanzschauplatz dar. Ferner zählt Shanghais Immobilienmarkt zu den wirtschaftlichen Stärken der Stadt.

Die thematischen Stärkefelder im Cluster Shanghai werden durch die sogenannten six pillar industries verkörpert.

  • Herstellung von elektronischen und informationstechnologischen Produkten
  • Automobilindustrie
  • Petrochemische Prozesse
  • Stahlindustrie
  • Maschinenbau (v. a. Komplettanlagen)
  • Biomedizin

Diese größten Industrien sind für 65 % des Produktionswerts von Shanghai verantwortlich. Die industrielle Produktion hat sich derzeit vor allem auf die Herstellung von integrierten Schaltungen (ICs), Mikroelektronik/Computer sowie Fahrzeuge (Autos und Schiffe) und Haushaltsgeräte konzentriert.

Die Innovationsfelder des Clusters sind die Softwareindustrie im Bereich Informationstechnologien, die Optischen Technologien und die interdisziplinäre Forschung im Sektor Lebenswissenschaften (Biotechnologie). Die Neurotechnologie wird im Cluster zunehmend aktiv durch Shanghais Universitäten gefördert. Ihre Forschungsinstitute befassen sich sowohl mit der allgemeinen wie auch spezifizierten anwendungsnahen Forschung zum Thema. In der Studie "Neurotech Clusters 2010" der NIO (Neurotechnology Industry Organization) wird der Standort Shanghai als "region to watch" kategorisiert. Die Neurotechnologie stellt zusammen mit den Werkstofftechnologien zwei der neuen Innovationsfelder im Cluster Shanghai dar.

Chinas Regierung setzt bereits seit Jahren konzentriert auf Ausbildung und Forschung & Entwicklung an den wichtigen Wirtschaftsstandorten des Landes. Shanghai kann als chinesischer Vorbildstandort beeindruckende Zahlen aufweisen. So wurden 2005 ca. 2,31 Milliarden Euro in F&E-Projekte investiert, was einem Zuwachs von über 25 % zum Vorjahr entsprach.

Im Jahr 2008 wurden 57 Forschungsprojekte mit dem State Science Award ausgezeichnet, außerdem wurden 24.500 Industriepatente registriert. Im Cluster flossen 3,78 Milliarden Euro in Programme im F&E-Sektor. Zum Jahresende hat Shanghais Verwaltung 5.790 Projekte im Hightech-Bereich für förderungswürdig anerkannt. 71,9 % dieser Projekte haben bereits die kommerzielle Phase erreicht.

Nach oben

3.1 Automobilindustrie

SAIC Motor Corporation mit Sitz in Shanghai ist einer der drei größten chinesischen Automobilkonzerne und unterhält strategische Partnerschaften mit Volkswagen und General Motors. Der Weltmarktanteil des staatlichen Automobilherstellers stieg im Jahr 2010 auf 4,7 Prozent (im Jahr zuvor betrug der Anteil noch 0,6 Prozent). Im Jahr 2010 verzeichnete der Automobilmarkt mit über 18 Millionen verkaufter Fahrzeuge den größten Jahresumsatz in der Geschichte. Grund dafür waren unter anderem steuerliche Anreize für Kleinwagen und Abwrackprämien.

Im Jahr 2020 sollen in China laut einer Prognose der chinesischen Regierung 200 Mio. Autos auf den Straßen unterwegs sein. Für das Jahr 2012 war das Ziel in Shanghai angepeilt, mehr als 100.000 Hybrid-Autos jährlich herzustellen. 25.000 Stromzapfsäulen wurden im selben Jahr in Shanghai eingerichtet. Im Jahr 2012 ist die Automobilbranche in Shanghai um 7 Prozent gewachsen.

3.2 Petrochemische Prozesse

Zu den wichtigsten Unternehmen im Bereich der Petrochemie gehört Shanghai Petrochemical, ein Tochterunternehmen des chinesischen Unternehmens Sinopec. Shanghai Petrochemical gehört zu den größten petrochemischen Unternehmen in der Volksrepublik China.

3.3 Biomedizin

Das staatliche Shanghai Center of Biomedicine Development of Science & Technology Committee of Shanghai Municipality ist mit der Schaffung eines biotechnologischen Innovationssystems in Shanghai, der Förderung des Forschungstransfers und der internationalen Kooperation betraut.

Unter der Zhangijang Drug Valley wird ein Teil des Zhangijang High-Tech Parks verstanden, in dem bereits 1996 die Shanghai National Biomedical Industry Base eingerichtet wurde. 2012 wuchs die biomedizinische Branche in Shanghai um 7,9 Prozent.

Viele in der Biotechnologie aktive Unternehmen in Shanghai sind in der Auftragsforschung aktiv. Sie bieten Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen für ausländische Unternehmen an, ein aktueller Katalog weist über 200 solcher Unternehmen im Raum Shanghai aus.

Akteure und Netzwerke

In den vergangenen beiden Jahrzehnten ist die Einrichtung von High-Tech Industrieparks in China verstärkt gefördert worden, um als Wachstumsmotoren für Städte und Regionen zu fungieren und gleichzeitig technologische Innovationen hervorzubringen. Die beiden ambitioniertesten Projekte sind dabei der Zhongguancun Science Park (ZGC) in Peking und der "Zhangjiang Hi-tech Park" im Shanghaier Bezirk Pudong.


Als Teil des Pudong-Projektes war der Zhangjiang Hi-Tech Park ursprünglich entwickelt worden, um Forschungsfelder wie Fertigung und Design, Informationstechnik, Halbleiter und Biotechnologie zu fördern. Seit Mitte der Neunziger Jahre werden von Seiten der chinesischen Zentralregierung präferenzielle wirtschaftspolitische Instrumente im Zhangjiang Hi-Tech Park angewandt, um so die Ansiedlung von Forschung und Entwicklung in Hochtechnologien zu fördern. Im Zusammenhang mit dem Torch-Programm wurde dem Park 2011 der Titel "National Autonomous Innovation Region" verliehen.

Bei der Konzeption des Parks hat man sich sehr stark am Vorbild Silicon Valley orientiert. Im Gegensatz zum Silicon Valley ist Zhangjiang von Grund auf am Reißbrett entworfen worden. Das Grundstück, auf dem der Park entstand, war vorher ausschließlich landwirtschaftlich genutzt worden. Traditionell befanden sich auch keine Forschungseinrichtungen oder Campusse in Pudong.

Der Zhangjiang Hi-Teck Park verfügt über eine Fläche von 25 km² und ist selbst auf mehrere Zonen aufgeteilt:

o   Technical Innovation Zone: Die Technical Innovation Zone dient in erster Linie der Inkubation mithilfe von Universitäten und Forschungseinrichtungen, gleichzeitig befinden sich hier die Büroräume einiger Hi-Tech-Unternehmen.

o   Biomedicine Industry Zone: etwa 1,5 km² groß, Shanghai National Biomedical Industry Base.

o   Scientific Research and Education Zone: in Planung, es sollen sich hier wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und Graduiertenschulen ansiedeln.

Der Umsatz aller im Park ansässigen Unternehmen liegt bei umgerechnet rund 12,5 Mrd. EUR. Derzeit sind rund 110 Forschungseinrichtungen und über 3.600 Unternehmen mit über 100.000 Beschäftigten im Zhangjiang High-tech Park registriert.


Der SCIP liegt an der Nordküste der Bucht von Hangzhou und verfügt über einen Entwicklungsgebiet von  ca. 30km². Während des zehnten Fünfjahresplans war der Park das Projekt mit dem höchsten Investitionsvolumen (150 Mrd. CNY, umgerechnet ca. 20 Mrd. EUR). Die thematischen Schwerpunkte des Parks liegen in der Petro- und Feinchemie. Multinationale Unternehmen wie BASF, BP, Bayer, Degussa, Huntsman und mehr haben mittlerweile mehr als 10,5 Mrd. USD in den Park investiert.


Die 1988 eingerichtete Caohejing New Technology Development Zone befindet sich im Südwesten Shanghais auf einer Entwicklungsfläche von ca. 6km². Der Park hat sich auf die Entwicklung von Computern und Computersoftware, höchstintegrierten Schaltkreisen, Mikroelektronik, numerische Steuerung, Präzisionsinstrumente, Biotechnologie und Raumfahrttechnik konzentriert. Im Umkreis befinden sich 20 Universitäten und Forschungsrichtungen, von deren Ausrüstung und Personal der Park profitiert. Verantwortlich für den Ausbau und die Leitung des Parks ist die Caohejing Hi-Tech Park Development Corporation.

Nach oben

Der noch relativ junge Industriepark befindet sich im 17 km vom Stadtzentrum entfernten Minhang-Distrikt und verfügt über eine Fläche von 120.000 m². Der Park ist unterteilt in eine Science & Technology Industry Zone, Commerce R & D Zone und eine Comprehensive Service Facilities Zone. Der Park wird von einer in Hong Kong ansässigen Firma mit 100% ausländischem Kapital betrieben. In dem integrierten Industriegebiet siedeln sich Fertigung, Forschung und Entwicklung, Büroraum für Finanzförderinstitute, Handel und Dienstleistungen an.

Um den Industriepark herum existieren eine größere Zahl internationaler Schulen, wie etwa eine amerikanische, britische und deutsche Schule. Zu den deutschen Unternehmen im Park zählen Hoffmann Group, DUNGS Combustions Controls, Duravit und UWT Level Control.

Die SFTZ wurde 2013 auf dem Gebiet der ohnehin schon existierenden vier special trade zones Shanghai Waigaoqiao Free Trade Zone, Waigaoqiao Bonded Logistics Park, Yangshan Free Trade Zone und Shanghai Pudong Airport Free Trade Zone auf einer Fläche von insgesamt ca. 29 km² eröffnet. Geographisch verteilt sich die Zone vom Norden, wo der Yangtze ins ostchinesische Meer fließt, entlang der Küste bis zur Bucht von Hangzhou. Die SFTZ ist die erste Freihandelszone auf dem chinesischen Festland.

Insgesamt sollen 19 Industriezweige von der Freihandelszone profitieren. Das eigentlich Besondere ist jedoch die weitgehende Öffnung des Finanzsektors in der Freihandelszone. Es wird erwartet, dass auch die Konvertibilität des Chinesischen Yuan in dieser Zone erlaubt werden wird. Im SFTZ soll sich ein weiteres Finanzzentrum (banking cluster) herausbilden, ähnlich dem traditionellen Finanzzentrum Shanghais, Lujiazui, wo unter anderem die Shanghai Stock Exchange und HSBC ihren Sitz haben.

Die SFTZ besitzt jedoch auch Bedeutung über den Cluster Shanghai hinaus: Die Einrichtung der Freihandelszone wird auch im Ausland als Pilotprojekt aufmerksam verfolgt, um Wirtschaftsreformen in China auf einem klar umrissenen "Testgelände" umgesetzt zu sehen.

Bereits am Eröffnungstag wurden 36 neue Unternehmen in der SFTZ registriert, darunter befanden sich 11 ausländische Unternehmen. Im Februar 2014 befanden sich insgesamt 6.000 registrierte Unternehmen, darunter 400 ausländische, in der SFTZ.

Perspektivisch soll die Zone erweitert werden und könnte sich eines Tages über das gesamte Gebiet des Stadtteils Pudong (1.210 km²) erstrecken.

In der Freihandelszone werden einige finanzielle Voraussetzungen, die für Unternehmensgründungen in China bislang üblich waren, gestrichen, so dass die Registrierung von Unternehmen dort einfacher sein wird.

In verschiedenen Branchen wurden die Genehmigungshürden deutlich gesenkt: Finanzdienstleistung (u.a. Banking, Krankenversicherungen, Leasing), Logistik (Schifffahrt und Hafenmanagement), Telekommunikation, Glücksspiel, Beratungsdienstleistungen (Reisebüros, Personalvermittlung, Baudienste), Kulturindustrie und soziale Dienste (Bildung, Gesundheitsversorgung, berufliche Bildung). Der bislang vorgesehene Maximalzeitraum für die SFTZ beträgt drei Jahre.

Das Shanghai Technology Innovation Centre (STIC) ist eine Non-Profit-Einrichtung, die 1988 eingerichtet wurde und den Technologietransfer und die Gründung von Technologie-Unternehmen unterstützt. Aus dem STIC heraus haben sich eine Vielzahl ähnlicher Inkubatoren (Yangpu, IC Design etc.) ausgegründet, um die diversifizierte Technologielandschaft Shanghais entsprechend abdecken zu können. Das STIC unterhält enge Kooperationsbeziehungen mit ähnlichen Inkubatoren in Frankreich, Japan, Russland, USA, Korea etc.

Deutsche Brückenköpfe im Cluster

Die Deutsche Schule Shanghai mit Campussen in Puxi und Pudong zählt zu den größten deutschen Schulen im Ausland. Aktuell bietet sie 1.200 Schülern Unterricht vom Kindergarten bis zum Abitur. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

Zu den ältesten deutschen Unternehmen im Cluster zählt der Maschinenbauer Voith, der in Shanghai 2001 die chinesische Hauptzentrale auf 12.000 km² errichtet hat.

Zu den deutschen Ansprechpartnern im Cluster zählt desweiteren das German Centre for Industry and Trade Shanghai. Das Center hat seinen Sitz im Zhangijang Hi-tech Park in Pudong. Das Zentrum versteht sich als Plattform für die Anbahnung von Geschäftskontakten in Shanghai und vermietet Bürogebäude, Konferenzräume und Apartments in Shanghai.

Die AHK Greater China verfügt über eine Repräsentanz in Shanghai und ist die Schlüsselorganisation für die Vertretung deutscher Interessen im Auftrag der Bundesregierung in China. Sie unterstützt bei Rechtsfragen, Markteinstiegen, Personalsuche u.v.m.

Akteure in Forschungs- und Technologiepolitik

In der mittel- bis langfristigen Wissenschafts- und Technologieplanung (2006 – 2020) des chinesischen Staatsrats werden relevante Prinzipien bezüglich der Reform der Wissenschaft und dem Aufbau eines Innovationssystems benannt. Dazu zählen eine vertiefte Reform der regionalen Innovationssysteme und eine verstärkten Zusammenarbeit zwischen zentralstaatlichen und regionalen Akteuren und Einrichtungen. Konkret bedeutet das, dass zentralstaatliche Einrichtungen wie der Zhangjiang Hi-tech Park bewusst in die lokale Wirtschaftsstruktur eingebunden werden.

Im Bereich der Forschungs- und Technologiepolitik treten in Shanghai sowohl die zentralstaatliche Regierung (beispielsweise in Form der nationalen Fünfjahrespläne), die regionale Administrative (in Form von Stadt- und Distriktverwaltung) als auch Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten auf.

So zeichnet sich das Stadtviertel Pudong durch eine besonders hohe Konzentration von Forschungszentren aus, jedoch werden diese nicht vom Distrikt verwaltet; dieser wirbt stattdessen für den Standort und koordiniert dort die Kooperation zwischen den einzelnen Akteuren (im Pudong-Viertel über 20 Inkubatoren, über 700 Unternehmen und zahlreiche Forschungseinrichtungen).

Die Stadtverwaltung übernimmt eine Art Scharnierfunktion zwischen Distrikt und Zentralstaat und koordiniert die Zusammenarbeit und den allgemeinen Austausch. Jüngere Initiativen, wie beispielsweise die Shanghai Pudong Intellectual Property Protection Association (ein Schwerpunkt, der sich auch im aktuellen Fünfjahresplan niederschlägt), die sich branchenübergreifend mit dem rechtlichen Schutz geistigen Eigentums befasst, gehen auf die Zusammenarbeit von Stadt und Distrikt zurück.

Auch im Bereich der Finanzierung arbeiten Stadt und Distrikt eng zusammen: Im "Kleine Giganten"-Programm werden Unternehmen mit Schwerpunkt auf technologischer Innovation großzügig gefördert. Zudem hat die Stadt für die im Zhangijang Hi-Tech Park ansässigen Unternehmen einen speziellen Fond ins Leben gerufen, der diese unterstützen soll.

Insbesondere seit Inkrafttreten des zwölften Fünfjahresplans für Shanghai setzt die Stadtregierung bei staatlichen Unternehmen für 2015 eine Zielmarke der F&E-Investitionen: 3,5 Prozent des Umsatzes sollen zukünftig mindestens in Forschung und Entwicklung investiert werden. Insgesamt investierte die Stadt Shanghai (mitsamt der staatlichen Unternehmen) 2011 über 920 Mio. USD in Forschung und Entwicklung. Bislang rangiert der F&E-Anteil staatlicher Unternehmen in Shanghai zwischen 1 und 2 Prozent.

Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Im regelmäßig von der OECD erhobenen Ranking Program for International Student Assessment (PISA), in denen Kompetenzen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften geprüft wurden, belegte Shanghai 2013 in allen drei Kategorien mit großem Abstand den ersten Platz.
Der Cluster verfügt darüber hinaus über eine große Zahl von renommierten Universitäten. Zu den Hochschuleinrichtungen in Shanghai, die direkt dem chinesischen Bildungsministerium unterstellt sind, zählen:

1905 gegründet, verfügt die Fudan Universität über insgesamt 28 Fakultäten und 2.300 Mitarbeiter im Lehrbetrieb. Derzeit sind dort ca. 26.000 Studenten eingeschrieben, darunter über 3.600 Studenten internationaler Herkunft. Die Fudan Universität war eine der ersten chinesischen Universitäten, an der sich auch internationale Studenten einschreiben konnten. Im Times Higher Education BRICS & Emerging Economies Rankings 2014 belegte die Fudan Universität den achten Platz als viertbeste Hochschule Chinas und als beste Shanghais. Die Hochschule ist Mitglied in der C9 League und dem Netzwerk Universitas 21. Im China University Ranking belegte sie 2012 Platz fünf. Seit 2000 ist die Shanghai Medical University der Fudan angegliedert. Zusätzlich verfügt die Universität über einen eigenen Inkubator für technologieorientierte Gründungen. Kooperationen bestehen unter anderem mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Die Jiao-Tong-Universität Shanghai (ca. 40.000 Studierende) zählt gleichermaßen zu den renommiertesten Bildungsinstitutionen im Cluster und belegte im Times Higher Education BRICS & Emerging Economies-Ranking Platz 27. Die Jiao-Tong-Universität Shanghai ist Verfasserin das Shanghai-Rankings (bzw. Academic Ranking of World Universities), das neben dem Higher Education Supplement der Times als eines der meistzitierten der Welt gilt. Wie die Fudan Universität ist auch die Jiaotong-Universität Shanghai in den Netzwerken C9 und Universitas 21 organisiert.

Die Tongji University (früher: Tongji German Medical School) wurde 1907 vom deutschen Arzt Erich Paulun gegründet. Momentan sind über 50.000 Studenten an der Tongji eingeschrieben, zum akademischen Personal zählen etwa 4.200 Beschäftigte (sechs sind Mitglieder der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, sieben sind Mitglied der chinesischen Akademie für Ingenieurwesen).

Die Shanghai University of Finance and Economics (SUFE) kooperiert auf internationaler Ebene mit dem World Bank's Economic Development Institute (ED), mit dem Internationalen Währungsfond und mit dem United Nations Development Program (UNDP). Sie wurde 1917 gegründet, verfügt über vier Campusse, gilt als international renommiert und ist die älteste Finanzuniversität in ganz China.

Die SISU hat 20 Fakultäten, mehr als 10.000 Studierende, zwei Campusse, über 50 Forschungsinstitute und akademische Zentren sowie über 750 ausländische Studenten.

Die Donghua University (DHU) wurde 1951 gegründet und befindet sich in der Innenstadt Shanghais; dort grenzt sie direkt an die Hongqiao Economic Development Zone an. Zu den Schwerpunkten der Universität zählen unter anderem die Bereiche internationaler Handel, Werkstoffkunde und Informationstechnik. Die DHU verfügt über zwölf Fakultäten und Institute, über 2.800 akademisch Bedienstete und über 30.000 eingeschriebene Studenten. Es existieren über 100 Kooperationsbeziehungen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Übersee. Die Beschäftigungsquote der Absolventen der DHU betrug in den letzten Jahren über 95%.

Gegründet 1951, gilt sie als eine der prestigeträchtigsten Forschungsuniversitäten in China. Im Times Higher Education BRICS & Emerging Economies Ranking 2014 belegte die ECNU den 13. Platz in China. An der ECNU sind derzeit ca. 32.000 Studenten eingeschrieben. Sie ist Mitglied der BRICS Universities League und der Yangtze Delta Universities Alliance.

Im Jahr 2005 schlossen sich die Fudan University, East China Normal University, Shanghai Jiao Tong University, die Tongji Universität mit vier weiteren Hochschulen zur Yangtze Delta Universities Alliance zusammen. Zusätzlich sind die Fudan Universität und die Shanghai Jiaotong-Universität Mitglied im chinesischen Universitätenverbund C9, die einmal das chinesische Pendant zur Ivy League darstellen soll.

Nach oben

Entwicklungsdynamik

Die wirtschaftliche Stärke Chinas hat sich lange Zeit in den östlichen Provinzen Peking, Shanghai, Jiangsu, Zheijiang und Guangdong konzentriert. Die höchsten Wachstumsraten werden mittlerweile jedoch anderswo erzielt: Die Provinzen Zentralchinas erzielten durchschnittlich ein Wachstum von 10,9 Prozent, die Westchinas sogar von 12,4 Prozent, während hingegen der Durchschnitt in den Ostprovinzen bei 9,5 Prozent lag.

Seit 2008 gehört auch Shanghais Wirtschaft zu den am langsamsten wachsenden Provinzen in China. Einige Beobachter begründen dies mit dem derzeit stattfindenden Strukturwandel, der Shanghai nicht mehr zum Produktions- sondern zum Finanz- und Dienstleistungszentrum machen soll.

Die bereits im Kapitel "Akteure und Netzwerke" skizzierte Freihandelszone "China (Shanghai) Pilot Free-Trade Zone" wird von Beobachtern als Versuchsgelände für verschiedene angedachte wirtschaftliche Reformen der chinesischen Zentralregierung angesehen. Wenngleich schon mehr als 40 Beratungsfirmen gegründet wurden, um auch ausländischen Unternehmen den Zugang zur Freihandelszone zu erleichtern, interessieren sich bislang mehrheitlich chinesische Unternehmen für ein Engagement in der Zone. Vollständige Klarheit darüber, welcher Art die Vergünstigungen sein werden, inwiefern tatsächlich eine Konvertibilität des chinesischen Yuan sichergestellt und die Freihandelszone vom Rest des Landes getrennt wird, herrscht indes noch nicht.

Bradley Gartner urteilte bereits 2010 auf Roubini Global Economics über Shanghai, dass die Zeit des großen Wachstums für diese Stadt erst einmal vorbei sei. Die Gründe dafür lägen zum Beispiel darin, dass die Fertigungsindustrie keinen Kostenvorteil mehr gegenüber den Mitbewerbern des Hinterlandes besitze, dass die Logistikindustrie aufgrund des Baus großer Häfen in anderen Küstenstädten Chinas Konkurrenz bekommen habe und dass notwendige Reformen des Finanzsektors noch nicht auf den Weg gebracht seien. Gartner plädiert deswegen für eine Neuorientierung der Wachstumsstrategie und tiefgehende Reformansätze.

Um diesen notwendigen Reformprozess zu beschleunigen, sind in jüngster Zeit sogenannte "Pilotregionen für umfassende koordinierte Reformen" eingerichtet worden. In diesen geographisch eingegrenzten Gebietskörperschaften sollen Lösungen für den Reformstau gefunden werden, wodurch die mit landesweiten Reformen verbundenen hohen Risiken vermieden werden. Reformmaßnahmen mit potenziell großen Auswirkungen werden so probeweise durchgeführt, um aus den dann gemachten Erfahrungen zu lernen.

In Shanghais 12. Fünfjahresplan für soziale und wirtschaftliche Entwicklung für den Zeitraum von 2011 bis 2015, der 2010 veröffentlicht worden ist, wird die verstärkte Internationalisierung der Stadt ausdrücklich als Ziel formuliert. Shanghai soll in vierfacher Hinsicht zu einem (globalen) Zentrum aufsteigen: als Finanzzentrum, Handelszentrum, Schifffahrtszentrum und Wirtschaftszentrum. Dies soll durch innovationsgetriebene Entwicklung und eine strukturelle Anpassung erfolgen.

Vier-Zentren-Initiative

  • Intensivierung der Reformen und schrittweise Öffnung
  • Beschleunigte strukturelle Anpassung des Industrieprofils Shanghais
  • Schwerpunkt auf einer bürgernahen sozialen Entwicklung
  • Verstärkter Zusammenschluss urbaner und ländlicher Räume
  • Verstärkte Ressourcenschonung und Umweltschutz
  • Durchsetzung einer umfassenden und effektiven Rechtsstaatlichkeit

Shanghais zwölfter Fünfjahresplan ist ambitioniert und weitreichend; vollständig umgesetzt, sollte er das Geschäftsklima in Shanghai gerade für ausländische Unternehmen entscheidend verändern und die Lebensqualität der Bevölkerung Shanghais verbessern.

Nach oben

Netzwerke im Cluster

Ansprechpartner

AHK Greater China Shanghai
Ansprechpartner: NN

---

Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA)
Federal Association for Economic Development and Foreign Trade (BWA)

Ansprechpartner: Michael Schumann

Vorstand / Member of the Board
Geschäftsführung BWA China / Director of BWA China

Shanghai Office:
Level 23, Citigroup Tower
33 Huayuanshiqiao Road
Shanghai 200120 - P.R.C
Fon: + 86 (0) 21 6101 0418
Fax: +86 (0) 21 6101 0220

Mobile Germany: +49 (0) 174 189 4392
Mobile China: +86 152 2188 9414

E-Mail: m.schumann[at]bwa-deutschland.de
URL: www.bwa-deutschland.de

Länderbericht China

Forschung und Bildung: China

Karten zum Cluster

Clusterbibliothek

Nachrichten und Termine

Eine Initiative vom

Projektträger