Seit dem Start der Zentren im Jahr 2008 arbeitet der DAAD intensiv daran, die Bedingungen für erfolgreiche Nord-Süd-Partnerschaften kontinuierlich zu verbessern. Lars Gerold, zuständiger Referatsleiter für die Fachzentren Afrika beim DAAD führt dazu aus:
„Wir streben eine gleichberechtigte Partnerschaft an, bei der es eben nicht um einen einseitigen Wissenstransfer von Nord nach Süd geht, sondern um einen echten Austausch. Denn es ist ganz klar: Ohne die Einbeziehung regionalen Wissens bleiben die besten Ideen wirkungslos, weil sie an der Lebenswirklichkeit vor Ort vorbeigehen.“
Dieses Ziel hat auch ein Positionspapier der Deutschen UNESCO Kommission (DUK) aus dem Jahr 2024, das die Gelingensbedingungen für gleichberechtigte Wissenschaftskooperationen auslotet und an dessen Entstehungsprozess Dr. Ruth Fuchs, Referentin im Fachzentren Programm, für den DAAD beteiligt war. Sie betont:
„Wichtig ist, dass in dem Papier ausdrücklich von gleichberechtigt (engl. equitable) und nicht von gleich (engl. equal) die Rede ist. Es wäre vermessen, von gleichen Bedingungen zu sprechen. Die gibt es nicht. Umso wichtiger aber ist es, dafür zu sorgen, dass man sich mit den jeweils eigenen Kompetenzen auf Augenhöhe begegnet.“
Netzwerkkonferenz im Jahr 2024 in Südafrika
Wo stehen die Kompetenzzentren in Bezug auf den Anspruch eines gleichberechtigten Austauschs? Eine Möglichkeit dazu bot die Netzwerkkonferenz im südafrikanischen Kapstadt Ende November 2024. Das bereits 2008 gestartete Programm feierte 2023 sein 15-jähriges Bestehen. Neben einer Reihe von Workshops bot das Treffen, an dem rund 60 Projektverantwortliche aus Deutschland und Afrika teilnahmen, den derzeit sieben geförderten Fachzentren die Möglichkeit, sich über Strategien zur Verstetigung der geschaffenen oder im Aufbau befindlichen Strukturen zu informieren. Für insgesamt sechs Zentren ist die Förderung Ende 2023 ausgelaufen. Auch sie waren bei der Konferenz dabei, um ihre Erfahrungen zu teilen.
Wissen lokal verfügbar machen
Neben den Fachzentren wird im Rahmen des Programms auch die digitale Lehr-, Lern- und Kommunikationsplattform DIGI-FACE gefördert. Ziel ist es, digitale Lern- und Austauschformate in den einzelnen Zentren zu fördern und diese untereinander zu vernetzen.
Zum Nachlesen
Klaus Lüber hat im DAAD-Journal den Fachzentren einen ausführlichen Beitrag gewidmet. Dieser befasst sich am Beispiel des Lehr- und Forschungszentrum Sustainable Operations for Research Management and Food Supply (SCO), das seit 2021 im Rahmen des Programms gefördert wird, und des Tanzanian-German Centre for Eastern African Legal Studies (TGCL), dessen Fördeung bereits 2023 ausgelaufen ist, mit den Inhalten und Zielen des Programms.
- DAAD-Journal (21.02.2025): Nachhaltige Partnerschaften auf Augenhöhe