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Internationale Berufsbildungskooperation: Russische Friseure schneiden bei deutscher Abschlussprüfung gut ab

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Ein guter Schnitt ist das Ergebnis einer – noch – eher ungewöhnlichen Zusammenarbeit in der internationalen Berufsbildung: Zum ersten Mal absolvierten am 25. September russische Friseur-Auszubildende eine deutsche Abschlussprüfung, um die Qualität der russischen Ausbildung und des deutschen Beratungserfolges in der deutsch-russischen Berufsbildungszusammenarbeit zu überprüfen.

GOVET, die Zentralstelle der Bundesregierung für internationale Berufsbildungskooperation im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), hat in den vergangenen fünf Jahren, zuletzt auch gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks (ZV), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bei der Ausgestaltung der Berufsbildungskooperation mit der Russischen Föderation unterstützt.

Die Ergebnisse der Demonstrationsprüfung im Friseurberuf bestätigen, dass die Berufsbildungsreformen in Russland zu einer qualitativen Verbesserung der Ausbildung geführt haben. Der Erfolg ist gleichzeitig ein Nachweis für die Qualität der deutschen Beratungsleistung in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit: Die Beratung und Begleitung der russischen Partner beim Aufbau unabhängiger Prüfungen war einer der Schwerpunkte, da die Prüfungen ein wesentliches Element zur Qualitätssicherung in der beruflichen Bildung sind.

Vom 23. bis 25. Oktober 2018 wird eine deutsche Delegation gemeinsam mit fünf deutschen Friseur-Azubis nach Moskau reisen. Die deutschen Auszubildenden werden dann dort die gemeinsam abgestimmte Prüfung absolvieren, damit die Ergebnisse vergleichbar sind.

Der ZV bewertet die deutsch-russische Bildungszusammenarbeit positiv: "Die duale Ausbildung im Friseurhandwerk hat für viele Länder Vorbildfunktion. Sie sichert qualitativ gut ausgebildeten Nachwuchs und ist dabei vor allem praxisorientiert. Wir freuen uns über eine enge Zusammenarbeit mit unseren russischen Kollegen und darüber, dass Robert Fuhs, Vorsitzender des ZV Berufsbildungsausschusses und Obermeister der Friseur-Innung Bonn/Rhein-Sieg, zentral in das Projekt eingebunden ist", so ZV-Präsident Harald Esser.

Die Regierung der Russischen Föderation betreibt seit Ende 2012 eine Neuorientierung des eigenen Berufsbildungssystems. Aktuell wird durch den russischen Berufsverband ein landesweiter Standard für den Friseurberuf eingeführt. Neben der Erhöhung der praktischen Anteile der Ausbildung ist die landesweit einheitliche Abschlussprüfung zentrales Element der Qualitätssicherung. Im Juni wurde in den regelmäßigen deutsch-russischen Gesprächen über Berufsbildung zwischen dem BMBF und dem russischen Bildungsministerium die Überprüfung dieser Entwicklungen vereinbart.

Anfang September hatte eine russische Expertendelegation des Friseurverbandes unter in Bonn die Demonstrationsprüfung vorbereitet und bei Besuchen im BIBB, in einer Berufsschule, Betrieben, einem Ausbildungszentrum und beim ZV ihre Kenntnisse des deutschen Systems aktualisiert sowie an einer Gesellenprüfung teilgenommen.

Beim zweiten Besuch in Deutschland vom 24. bis 26. September wurden die russischen Expertinnen und Experten von vier russischen Friseur-Auszubildenden begleitet. Diese legten bei der Friseur-Innung Bonn/Rhein-Sieg die theoretische Prüfung ab und stellten bei einer praktischen Prüfung in einem Friseursalon in Sankt Augustin ihr handwerkliches Können unter Beweis. Fazit: Alle Auszubildenden haben die Prüfung mit guten Ergebnissen erfolgreich bestanden.

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Russland Themen: Berufs- und Weiterbildung

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