„Es geht uns darum, einen positiven Kontakt zur türkischen Sprache und Kultur herzustellen und die Lehramtstudierenden auf die spätere schulische Realität im Deutschunterricht vorzubereiten“, betonen Friedemann Holder und Dr. Monika Raml, wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl Deutschdidaktik. So hätten im laufenden Schuljahr über 30% der Kinder und Jugendlichen an den Ingolstädter Grund- und Mittelschulen einen Migrationshintergrund.
Ein enger Kontakt zu Deutschland und zur deutschen Sprache ist auch Antrieb für den Direktor des staatlichen Kandilli-Mädchengymnasiums, Abdurrahman Memiş, das 1916 von einer Schwester des Sultans gestiftet wurde: „Die erste Rektorin unserer Schule war Deutsche, ich habe selbst Deutsch gelernt und möchte Deutsch als gleichwertige Fremdsprache neben Englisch an unserer Schule etablieren. Deswegen freut mich unsere Partnerschaft sehr!“
Auf universitärer Ebene gibt es ebenfalls eine neue Partnerschaft zwischen Eichstätt und Istanbul: Im Rahmen der ERASMUS-Dozentenmobilität hielten Dr. Monika Raml und Gülenay Ekici-Ucar an der Marmara Üniversitesi deutschsprachige Seminare mit türkischen Studierenden der Germanistischen Fakultät.
Die Rahmenbedingungen der Kooperation könnten kaum unterschiedlicher sein: Geschätzte 18 Millionen Einwohner in Istanbul, keine 18.000 Einwohner in Eichstätt, unterschiedliche Religionen und zwei sehr unterschiedliche Sprachen. Für die mitgereisten sieben Eichstätter Deutschdidaktik-Studentinnen war es eine Herausforderung, sich in die türkische Sprache einzuhören. „Von der grammatischen Struktur aber auch auf der Ebene der Vokabeln können Deutsche kaum Bezüge zu ihrer Muttersprache herstellen“, so KU-Dozentin Gülenay Ekici-Ucar, die selbst bilingual aufgewachsen ist und beide Sprachen fließend beherrscht.