Bei der Depression handelt es sich um eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen (Prävalenz 6-10%). Aktuelle Behandlungsansätze bestehend aus Psycho- und Pharmakotherapie erzielen eine Response-Rate von 50-60% sowie eine vollständige Remission in 30-40%. Bei einem Drittel der Patienten kommt es zu keinem befriedigenden Behandlungserfolg. Bezüglich der Pathophysiologie wird neben veränderten Neurotransmittern, Genetik und Umweltfaktoren eine Beteiligung immunologischer Prozesse diskutiert. Eine Aktivierung des Immunsystems durch immunstimulierende Therapie oder bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen geht mit einem signifikanten Anstieg depressiver Symptome einher und auch bei depressiven Patienten findet man veränderte Immunparameter. Interaktionen zwischen Nervensystem und Immunprozessen könnten entscheidend an der Pathophysiologie beteiligt sein und zur Entwicklung alternativer Behandlungsstrategien genutzt werden. Ziel des Projektes ist die Überprüfung dieser Hypothese. Es werden in einem multidisziplinären Ansatz Patienten mit unipolarer und bipolarer sowie immuninduzierter Depression in klinischen Studien hinsichtlich immunologischer, metabolischer und genetischer Parameter untersucht. Parallel werden diese Faktoren in Tiermodellen hinsichtlich ihrer pathophysiologischen Relevanz für die Depressionsenstehung überprüft.
NEURON-Verbund INFLAME-D: Bedeutung inflammatorischer Prozesse für die Entwicklung, Phänomenologie und Behandlung der Depression
Laufzeit:
01.07.2014
- 30.06.2018
Förderkennzeichen: 01EW1406B
Koordinator: Ruhr-Universität Bochum - Zentrum für Klinische Forschung - Labor für Psychoneuroimmunologie
Verbund:
NEURON-Verbund INFLAME-D
Quelle:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Redaktion:
DLR Projektträger
Länder / Organisationen:
Frankreich
Italien
Themen:
Förderung
Lebenswissenschaften