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Berufs- und Weiterbildung

Diese Seite zeigt eine Zusammenstellung der fachlichen Aktivitäten aus den Länderberichten zum Thema "Berufs- und Weiterbildung". Die vollständigen Länderberichte finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Länder.

1Afrika

1.1 Südafrika

Berufliche Bildung

Die südafrikanische Regierung hat in den letzten Jahren die gesetzlichen Voraussetzungen für ein modernes und entwicklungsorientiertes Berufsbildungssystem geschaffen. Die Regierung hat für jeden Wirtschaftssektor Ausbildungskammern gegründet, sogenannte Sector Education and Training Authorities (SETAs). Sie sind für die Anerkennung neuer Ausbildungsgänge und Ausbildungsstätten zuständig. 

Mittelpunkt des schwach entwickelten südafrikanischen Berufsbildungssektors sind die Technischen Colleges. Ihre Aufgabe ist es, Ausbildungsdefizite bei Menschen aus früher benachteiligten Bevölkerungsgruppen auszugleichen und ihnen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Mit der Reformierung des Further Education and Training (FET) College Sektors 2002/2003 wurden die bis dahin bestehenden 152 Technischen Colleges zu 50 "multisite-campus"-Colleges zusammengefasst. Das Angebot der Colleges wurde 2007 umfassend modernisiert, erweitert und auf die Bedürfnisse der südafrikanischen Industrie zugeschnitten, was die Ausbildung insgesamt praxisnäher werden ließ. Durch Kooperationen mit privatwirtschaftlichen Industriebetrieben sollen künftig auch finanzielle Zuwendungen dieser Unternehmen an die Colleges fließen. 

Seit der Öffnung Südafrikas ist die Förderung der beruflichen Bildung ein Schwerpunkt der südafrikanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) gewesen, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit vor allem von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ausgeführt wird. Sie hat beispielsweise die Ausbildungskammern (s.o.) bei der Entwicklung von Lehrplänen und Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) durch sogenannte Public Private Partnerships beraten. Seit 2012 liegt ein deutlicher Fokus der EZ auf Berufsfeldern im "grünen" Sektor. 

In den letzten fünf Jahren dienten verschiedene Besuche der Weichenstellung für eine zukünftige Zusammenarbeit des BMBF mit dem DHET (Department of Higher Education) im Bereich "Berufliche Bildung". Im Juli 2013 unterzeichneten die beiden Ministerien eine gemeinsame Absichtserklärung. Damit wird die Berufsbildungszusammmenarbeit als Querschnittsthema ausgebaut und BMBF und BMZ stimmen sich eng bezüglich der Vorgehensweise und Maßnahmen in Südafrika ab. Ausdruck der verstärkten Bedeutung des Themas "Berufliche Bildung" ist auch die Gründung einer eigenen Fachkommission im Rahmen der Bi-Nationalen Kommission (BNK) im November 2014.

Weiterbildung

Die Marketinginitiative iMOVE (International Marketing of Vocational Education) bietet eine Plattform für Netzwerkpartner, die sich im Bildungsexport für "Training - Made in Germany" engagieren. Südafrika gehört seit einigen Jahren zu den Schwerpunktländern, auf die sich die Arbeit von IMOVE konzentriert. Weitere - immer noch aktuelle - Informationen bietet die iMOVE-Marktstudie zu Südafrika aus dem Jahr 2010. 

Quelle:

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1.2 Tunesien

Berufliche Bildung

Die Zuständigkeit für die berufliche Aus- und Weiterbildung liegt beim Ministerium für Beschäftigung und Berufsbildung. Da allerdings auch berufliche Bildungszentren von anderen Ministerien betrieben werden, kann es teilweise zu Überscheidungen in den Zuständigkeiten kommen. Das Ministerium für Berufsbildung und Beschäftigung delegiert bestimmte Aufgaben an andere Gremien, wie etwa die tunesische Agentur für berufliche Bildung (ATFP), welche die meisten Ausbildungszentren betreibt.

Schon Präsident Ben Ali hatte der Berufsbildung in seiner Strategie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung der Humanressourcen des Landes (11. Entwicklungsplan, 2007-2011; das Programm MANFORME zur Anpassung der Unternehmen und der Berufsbildung) einen zentralen Platz zugewiesen. Die gegenwärtige Interimsregierung setzt diesen Weg fort. Zentrales Vorhaben ist die Anpassung der Aus- und Fortbildung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes. 

Erklärtes Vorbild ist hierbei Deutschlands duales Ausbildungssystem (Vgl. Interview mit Minister Said Aidi in der Financial Times Deutschland, 30.Juni 2011). Deutschland fördert die Berufsbildung durch das BMZ, die GIZ, das BMBF und über das AA. Unterstützung erfährt Tunesien im Bereich der Berufsbildung auch von Seiten der EU, etwa mittels technischer Hilfe durch die Europäische Stiftung für Berufsbildung (ETF) oder durch finanzielle Hilfsprogramme im Rahmen der Europäischen Nachbarschaftspolitik. 

Strategie der tunesischen Übergangsregierung zur Steigerung der Beschäftigung

Mit Hinblick auf die gegenwärtigen Entwicklungen auf dem tunesischen Arbeitsmarkt hat das Ministerium für Berufsbildung und Beschäftigung in Absprache mit der tunesischen Interimsregierung im März 2011 einen "Notfallplan" entwickelt. Dieser beinhaltet vier Schwerpunkte:

  1. Schaffung neuer Arbeitsplätze in allen Bereichen und Sektoren (öffentlich, privat, zivilgesellschaftlich, im Ausland etc.)
  2. Förderung privatwirtschaftlicher Unternehmen, besonders hinsichtlich der Neugründung von Unternehmen und der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen
  3. Sicherung gegenwärtig bestehender Arbeitsverhältnisse durch die Unterstützung der Arbeitgeber
  4. Aktive Begleitmaßnahmen und Berufsvorbereitungsmaßnahmen für gegenwärtig Arbeitsuchende. 

Diese Ad-hoc-Maßnahmen werden begleitet sowohl von Reformplänen für den gesamten Bereich der Berufsbildung als auch von Bemühungen, die privatwirtschaftlichen Investitionen in die Berufsbildung zu erhöhen.

Quelle:

Dem Ministerium für Berufsbildung und Beschäftigung zugeordnete Agenturen  

Die wichtigsten in diesen Bereich eingebundenen Institutionen sind

Die Berufsbildung beginnt mit dem Ende der Schullaufbahn. Es bestehen drei verschiedene Abschlüsse: 

  • das certificate of vocational aptitude (CAP),
  • das technische Diplom (BTP) und 
  • das fortgeschrittene technische Diplom (BTS) sowie das certificate of competence (CC). 

Die Finanzierung der Berufsbildungsmaßnahmen erfolgt zum allergrößten Teil durch die öffentliche Hand. Schwerpunkthaft erfolgt die Ausbildung an einem der 135 Zentren des Ministeriums für Berufsbildung und Beschäftigung (95%). Aufsicht über diese Zentren führt die Agentur für Berufsbildung. Andere Aufsichtsbehörden sind das nationale Tourismusbüro, das Ministerium für Gesundheit, das Ministerium für Verteidigung und das Ministerium für Landwirtschaft. Der Privatsektor beteiligt sich nur zu 5% an der Berufsbildung.

Quellen: 

  • European Training Foundation 2010: The Torino Process – Tunisia. B. 
  • Fourcade: Die Beobachtungsstellen für Beschäftigung und Berufsbildung im Maghreb. Instrumente zur Flankierung des Wandels der Arbeitsmärkte und der Berufsbildung? In: Europäische Zeitschrift für Berufsbildung; Nr. 37, 2006/1.

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1.3 Ägypten

Berufliche Bildung

Der berufliche Ausbildungsweg ist in Ägypten zwar weit verbreitet, wird aber gesellschaftlich als zweitrangig angesehen (vgl. iMOVE 2013). Die berufliche Bildung umfasst eine praxisorientierte Schulbildung, die mit Praktika und Training kombiniert wird. In der iMOVE Länderstudie zu Ägypten des Bundesinstitutes für Berufsbildung BIBB (2013) wird die Ausbildung jedoch als verschult und praxisfern beschrieben. Des Weiteren krankt das System an Unterfinanzierung, veralteten Lehrplänen, mangelhafter Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte, niedrigen Löhnen und unzureichender Fachdidaktik (iMOVE 2013, S. 35).

Berufliche Ausbildung findet vor allem im Rahmen eines berufsvorbereitenden, sekundären Schulabschlusses an technischen Sekundarschulen (TSS) statt und wird kostenlos angeboten. Die Schüler und Schülerinnen erhalten je nachdem, ob sie das drei- (Klasse 9-12) oder fünfjährige Programm (Klasse 9-12 plus 2) wählen, am Ende entweder das "Secondary School Technical Diploma" oder das "Diploma of Advanced Technical Studies" (Schulen und Hochschulen). Während ersteres die Ausbildung von angelernten (middle-level) Hilfsfachkräften anstrebt, sieht letzteres eine Ausbildung zu hochqualifizierten Facharbeitern vor. Der Abschluss an einer Technical Secondary School ermöglicht zwar nicht den Zugang zum Studium an staatlichen Akademien wie z.B. in Jordanien, dennoch gilt das "Diploma of Advanced Techical Studies" unter bestimmten Voraussetzungen als Zulassungsvoraussetzung für ein weiterführendes Universitätsstudium (Schulen und Hochschulen).

Im Schuljahr 2012/13 waren nach Angaben des Ministeriums für Bildung, bei dem die Zuständigkeit für die berufliche Aus- und Weiterbildung angesiedelt ist, 1.686.859 Schüler und Schülerinnen an TSS eingeschrieben (Ministerien und Gremien). Die technische Ausbildung an Sekundarschulen wird in drei Bereiche untergliedert, wobei 50,8 Prozent der Schüler und Schülerinnen den Schwerpunkt Industrie, 38,6 Prozent Handel und 10,6 Prozent Landwirtschaft wählten.

Zusätzlich zu den Sekundarschulen bieten staatliche und private Berufsbildungszentren Ausbildungsplätze. Die meisten dieser Zentren (ca. 1.200) werden vom Ministerium für Handel und Industrie (MoTI) betrieben (iMOVE 2013). An 8 staatlichen, nicht-universitären Bildungseinrichtungen, an die insgesamt 45 Institute angegliedert sind, werden hier entsprechende Programme angeboten. Die weitere berufliche Ausbildung erfolgt über verschiedene staatliche und private - sowohl einheimische als auch ausländische Bildungsträger, meist in einem dualen System. Zu diesen zählen auf ägyptischer Seite u.a. das Productivity and Vocational Training Department (PVTD), der Industrial Training Council (ITC) und die NGO Egyptian Bio Dynamic Association (EBDA). Daneben werden Aus- und Weiterbildungsprogramme von internationalen Universitäten wie der German University Cairo (GUC) oder der American University Cairo (AUC), von Entwicklungshilfeorganisationen wie der GIZ und dem USAID, aber auch von privaten Trägern wie der deutschen Knauf-Gruppe angeboten (vgl. iMOVE 2013).

Berufliche Bildung existiert vor allem in folgenden Spezialisierungsbereichen:

  • Sozialarbeit
  • Gesundheitswesen
  • Handel & Industrie
  • Hotellerie und Tourismus
  • Landwirtschaft
  • Bildende Künste
  • Ingenieurswesen
  • Veterinärmedizin
  • Pharmazie
  • Zahntechnik
  • Medizinisch-technische Assistenz und Krankenpflege (sechs Jahre)
  • Islamisches Recht und Islamstudien.

Die Aussichten mit einem technischen Abschluss einen Arbeitsplatz zu erlangen sind in den meisten Fällen relativ begrenzt. Dies liegt zum einen an der schlechten finanziellen Ausstattung der berufsbildenden Zentren und Schulen und zum anderem an der nicht arbeitsmarktbezogenen Ausbildung an den staatlichen Institutionen. Dem fragmentierten System der beruflichen Ausbildung fehlt bislang eine koordinierende Stelle oder Zielsetzung, welche sowohl Institutionen und NGOs als auch die zuständigen Ministerien zusammenbringt. Zur Verbesserung des aktuellen Systems wurden bspw. in Zusammenarbeit mit der GIZ mehrere Programme aufgelegt u.a. die "Mubarak-Kohl Initiative" (MKI) heute "Employment Promotion Programme (EPP), welches sich mit dem Aufbau des dualen Systems nach deutschem Vorbild beschäftigt (vgl. EPP-egypt 2010).

Seit 2009 versucht man das ägyptische TVET-System zu reformieren bzw. zu vereinheitlichen. Aufgrund der Komplexität von Strukturen und Zuständigkeiten sowie der Vielzahl an Stakeholdern - allein 17 beteiligte Ministerien, gestaltet sich dieser Prozess als sehr langwierig und schwierig und nur wenige Veränderungen wurden bislang erreicht (Ministerien und Gremien). Nach wie vor besteht eine große Nachfrage nach fachlich qualifiziertem Personal. Davon profitieren wiederum private und internationale Institutionen, die - ähnlich wie die Universitäten - eigene Ausbildungs-Programme anbieten (World Bank 2014, WfD).

Weiterbildung

Das System der beruflichen Weiterbildung ist ähnlich fragmentiert wie das der Berufsbildung. Es bestehen bislang keine klaren Regeln oder einheitliche Strukturen durch staatliche Stellen. Trotz eines hohen Bedarfs an Training von Arbeitskräften gibt es auf die Größe des ägyptischen Arbeitsmarktes bezogen nur eine geringe Anzahl an Institutionen.

Das Engagement der ägyptischen Privatwirtschaft in diesem Bereich ist relativ gering und den Arbeitskräften fehlen oft Geld, Zeit und Anreize zur eigenständigen Weiterbildung. Auf staatlicher Seite ist die qualifizierende Weiterbildung wie im Bereich berufliche Bildung, auf eine Vielzahl von Ministerien und Institutionen verteilt. Beispielhaft sind hier der Industrial Training Council (ITC) oder der Tourism Training Council (TTC) zu nennen, die technische bzw. touristische Weiterqualifizierung anbieten. Daneben existiert eine große Anzahl von privaten Angeboten, die entweder auf dem Engagement internationaler Geldgeber und Unternehmen oder privaten Bildungsanbietern basieren (Berufliche Bildung).

Eine Reform des Aus- und Weiterbildungssystems wird seit einigen Jahren angestrebt und durch verschiedene Untersuchungen internationaler Organisationen (Weltbank, USAID, GIZ) vorbereitet. Die endgültige Verabschiedung einer klaren Strategie ist aufgrund der politischen Ereignisse und komplizierter Verhandlungen bislang nicht realisiert worden (politische Zielsetzung).

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Weitere Informationen

2Amerika

2.1 Argentinien

Berufliche Bildung

Seit der Reform von 1994 hat die berufliche Ausbildung in Argentinien zum ersten Mal an Bedeutung gewonnen. Das Nationale System der beruflichen Ausbildung (Sistema Nacional de Formación Profesional, SNFP) wurde eingeführt, um eine stärkere Verbindung der Arbeit und des Lernens zu schaffen. Politische Verantwortung für die Programme übernehmen zum einen das Ministerium für Bildung (MinEdu) durch das 1995 gegründete Nationale Institut für Technische Ausbildung (INET), das seit 2007 dem Bildungsministerium (MinEdu) zugeordnet ist. Das INET entwirft Pläne für die Entwicklung in der beruflichen Bildung. Es aktualisiert das Register der Ausbildungsinstitutionen sowie den Nationalen Katalog der Titel und Zertifikationen der beruflichen Bildung als Informationsservice für die Öffentlichkeit. Außerdem koordiniert es die Föderale Kommission zur beruflichen Bildung, die durch statistische Auswertungen des nationalen Statistik und Zensus Institutes Leitlinien für die Weiterentwicklung von Programmen erarbeitet. Zum anderen ist das Arbeits- und Sozialministerium (MTEySS) durch das Sekretariat für Arbeit (SE) in die Berufliche Bildung eingebunden. Es sorgt dafür, dass Impulse für die berufliche Weiterbildung gegeben werden, um Menschen in Arbeit zu bringen. Das MTEySS bietet kostenlose Kurse der beruflichen Bildung an. Ziel des SNFP ist es, kontinuierlich die (Aus-) Bildung der Arbeitenden sowie der Arbeitssuchenden zu garantieren.

2005 wurde das Gesetz zur Regelung der beruflichen Bildung ("Ley 26.058") erlassen. Der Föderale Rat für Kultur und Bildung (CFCyE) zertifiziert Ausbildungsinstitutionen und Ausbildungscurricula für die berufliche Bildung. Dieser Rat ist im Bildungsministerium (MinEdu) angesiedelt.

Weiterbildung

Auf nationaler Ebene existieren folgende Einrichtungen und Programme unter öffentlicher Leitung zur Gewährleistung beruflicher sowie individueller Weiterbildung: 

  • Das Nationale Institut für Sozialökonomie (INAES) bietet mit dem "Programm für gegenseitige und kooperative Weiterbildung" allen Erwachsenen gratis Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Verwaltung von Genossenschaften sowie Sozialarbeit. Das Institut ist dem Ministerium für Sozialentwicklung unterstellt.
  • Das Nationale Institut für öffentliche Verwaltung (INAP) fällt in den Zuständigkeitsbereich des Sekretariats für öffentliche Verwaltung. Es beinhaltet eine staatliche Weiterbildungsschule und ist gleichzeitig Haupteinrichtung für die Weiterbildung von Staatsbeamten. An das INAP angegliedert ist außerdem ein Forschungs- und Dokumentationszentrum für die öffentliche Staatsverwaltung.
  • Das Nationale Institut für Land- und Viehwirtschaft (INTA) realisiert in ganz Argentinien Weiterbildungskurse im Bereich pflanzlicher und tierischer Erzeugung sowie der Ingenieurswissenschaften. Durch das Programm PROCADIS kann die Weiterbildung auch in Form von Fernstudien durchgeführt werden.
  • Das Sekretariat für KMUs und Regionalentwicklung (SePyME) hat das Ziel verschiedene Tätigkeiten zu gestalten, zu implementieren und zu überwachen, die die Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung von KMUs in Argentinien verbessern sollen. Durch den Plan zur Weiterbildung soll unter anderem die Entwicklung, Umstellung und das Wachstum der Unternehmen gefördert werden.
  • Das staatliche Programa Sociedad de la Información (PSI) bietet Informationen über Weiterbildungskurse und -veranstaltungen in verschiedenen Orten des Landes und fördert die Verbindung zu Fördereinrichtungen.

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2.2 Brasilien

Berufliche Bildung

In Brasilien wird grundsätzlich zwischen Beschäftigung (Ocupação) und Beruf (Profissão) unterschieden. Der größte Teil der beruflichen Tätigkeiten fällt unter den Begriff "Beschäftigung" und bedarf in Brasilien keiner formalen Ausbildung. Die hierunter geführten Tätigkeiten (ca. 3.800) sind in der brasilianischen Klassifikation für Beschäftigungen (CBO) des Ministeriums für Arbeit festgelegt.

Daneben gibt es ca. 80 offizielle Berufe, für die eine staatlich anerkannte Ausbildung absolviert werden muss. Dazu gehören Berufe z.B. in den Bereichen Chemie, Handel, Informatik, Umwelt etc.

Allgemein werden in der beruflichen Ausbildung drei Ebenen unterschieden:

  • Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen und Erwachsenen mit geringer schulischer Vorbildung
  • Fachstufe: Berufliche und technische Ausbildung mittleren Niveaus  für Jugendliche und Erwachsene mit schulischer Vorbildung und Oberschulabschluss (nível técnico)
  • Technologische Stufe: Berufliche und technische Ausbildung auf hohem nicht-universitärem Niveau für Jugendliche und Erwachsene mit Gymnasialbildung (nível tecnológico)

Kurse zur beruflichen Bildung auf der Fachstufe (CNCT) werden landesweit von mehr als 3.500 beim Bildungsministerium anerkannten Einrichtungen angeboten.

Der weitaus größte Teil der beruflichen Aus- und Weiterbildung wird von verschiedenen Institutionen des Brasilianischen Industrieverbandes (CNI) bzw. des Landwirtschaftsverbandes abgedeckt:

  • Nationaler Dienst für die Industrielle Ausbildung (SENAI)
  • Nationaler Dienst für die Landwirtschaftliche Ausbildung (SENAR)
  • Brasilianischer Dienst zur Unterstützung von Kleinunternehmen (SEBRAE) 
  • Nationaler Dienst für die kaufmännische Ausbildung (SENAC).

Verschiedene öffentlichen Bildungseinrichtungen der Technologischen Stufe sind im Netzwerk für Berufliche, Wissenschaftliche und Technologische Ausbildung (Rede Federal de Educação Profissional, Científica e Tecnológica) zusammengefasst. Das Netzwerk ist dem Bildungsministerium - MEC - nachgeordnet. Zu den Einrichtungen gehören u.a. die Technologie-Schulen, die mit Universitäten verknüpft sind, sowie die Nationalen Institute für Bildung, Wissenschaft und Technologie - IF (Instituto Federal de Educação, Ciência e Tecnologia). Die 38 IF haben eine ähnliche Funktion wie die deutschen Fachhochschulen, sind jedoch stärker auf die berufliche Ausbildung fokussiert. Die Einrichtungen des Netzwerks Ausbildung werden in Brasilien als Hochschulen klassifiziert.

Weiterbildung

Der Markt für Fort- und Weiterbildung in Brasilien ist riesig und in seiner Komplexität schwer zu fassen. Analog zur Lage der "Ausbildung" bieten hier vor allem höhere Bildungseinrichtungen Kurse an. So erlaubt das Brasilianische Bildungsministerium (MEC) allen anerkannten höheren Bildungseinrichtungen Weiterbildungsmaßnahmen in allen Fächern, die diese im Angebot haben (Gesetz Nr. 9.394/1996). Die Verantwortung für diese Kurse liegt allein bei der akademischen Einrichtung, es besteht keine Möglichkeit des Outsourcing.

Typisch für diese Weiterbildungsart ist der MBA – Master of Business Administration. Die Dauer der sogenannten pós-graduação muss mindestens 360 Unterrichtsstunden betragen, Teilnehmer erhalten am Ende ein Zertifikat, aber kein Diplom. Eine Alternative für Absolventen des SENAI ist eine pós-graduação bei SENAC, die vor allem technische Kurse und Verwaltungskurse anbietet.

Im Bereich der pós-graduação werden über 8.800 verschiedene Kurse angeboten, von denen 65 als Fernkurse durchgeführt wurden. Von diesen wiederum werden über die Hälfte (55,9 %) im Südosten angeboten. 85,3 % dieser Kurse werden von den "faculdades" angeboten, Bildungseinrichtungen, die keine vollständigen Universitäten sind (es werden nicht alle Fächer angeboten, eine Promotion ist nicht möglich). Zählt man noch die Privatuniversitäten hinzu, liegt der Anteil der privaten Anbieter bei insgesamt 89,5 %, mit stets wachsenden Angeboten. In geringem Umfang bieten auch international agierende Beratungs- und Trainingsunternehmen ihre Dienstleistungen in Brasilien an.

Quelle:

  • Marktstudie Brasilien für den Export beruflicher Aus- und Weiterbildung, iMOVE beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 2010.

Berufsbildungsexport

Über die Initiative iMOVE (International Marketing of Vocational Education) wird die Internationalisierung beruflicher Aus- und Weiterbildungsdienstleistungen aus Deutschland auch nach Brasilien gefördet. iMOVE erstellte eine Studie für den Export von Ausbildungsdienstleistungen in den brasilianischen Markt. Die Studie analysiert das brasilianische Bildungssystem und leistet praktische Orientierungshilfe für den Bildungsexport.

2011 fand ein iMOVE-Länderseminar Brasilien statt. Die Institution veröffentlichte eine weitere Broschüre mit Beispielen für gelungene deutsch-lateinamerikanischen Bildungskooperationen, u.a. aus Brasilien (IFPA - Instituto de Formação Profissional Administrativa).

iMOVE beteiligte sich 2013 an der Bildungsmesse "Educar & Educador" in São Paulo. Deutsche Bildungsexporteure hatten Gelegenheit sich im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes über Chancen und Risiken des brasilianischen Marktes auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. (Quelle: iMove)

Im Rahmen der BMBF-Förderinitiative Berufsbildungsexport wird derzeit ein FuE-Projekt zur Etablierung von Qualifizierungsmaßnahmen für Experten im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren gefördert. Koordinator ist die RLP AgroScience GmbH - Institut für Agrarökologie, weitere Partner sind die Handwerkskammer Trier, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die öko-domo Haus- und Bausysteme Baubetreuungs-GmbH, Landau (Pfalz). Ziel des Verbundvorhabens EnBaSa (Energieeffizientes Bauen und Sanieren) ist die Platzierung und Etablierung der "Weiterbildung zum Passivhausexperten" am brasilianischen Markt, gestärkt durch den Aufbau gezielter deutsch-brasilianischer Partnerschaften.
Im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren liegen die Herausforderungen darin, lokale, fachliche Kompetenz aufzubauen sowie die Aufmerksamkeit von Bauherren für entsprechende Maßnahmen zu gewinnen und sie von deren Wirtschaftlichkeit zu überzeugen. Gemeinsam mit den brasilianischen Partnern und insbesondere dem Projektbüro in Natal, der Hauptstadt des Bundesstaats Rio Grande do Norte, wird Marktnähe und Zugang zu Bauherren und Fachbetrieben und somit zur Zielgruppe des Bildungsangebotes sichergestellt.

Quelle:

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Partnerinstitution des BIBB in Brasilien ist der Nationale Dienst für Industrielle Berufsbildung (SENAI), der eine der größten Ausbildungseinrichtungen in ganz Lateinamerika ist. Seit 1998 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem BIBB und SENAI. Diese sieht neben dem Aufbau von Partnerschaften die gemeinsame Entwicklung von Curricula sowie den Informationsaustausch im Bereich der beruflichen Bildung vor. Derzeitige Interessenfelder sind die Evaluation in der Berufsbildung insbesondere des Berufsbildungspersonals (Qualifizierung) sowie die Erstellung von Kosten-Nutzen-Analysen.

Brasilien möchte sein Berufsbildungssystem reformieren und sich dabei an dem deutschen Vorbild der dualen Ausbildung orientieren. 2012 hat das BMBF mit dem brasilianischen Bildungsministerium MEC ein MOU zur vertieften Kooperation in der Berufsbildung unterzeichnet. Brasilianische Berufsschullehrerinnen und -lehrer sollen in Deutschland fortgebildet werden, indem sie zu Trainingsmaßnahmen bzw. Fachaufenthalten nach Deutschland kommen. Ziel ist es, von dem deutschen "dualen System" der Berufsbildung zu lernen und im Nachgang relevante Elemente in Brasilien bedarfsgerecht zu implementieren. Vorschläge zur Umsetzung werden derzeit geprüft.

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2.3 Mexiko

Berufliche Bildung

Auch im aktuellen Nationalen Entwicklungsplan 2013-2018 gehört der Aufbau eines qualitativen Bildungssystems (México con educación de calidad) zu den Schwerpunkten. Seit 1978 existiert die gesetzliche Verpflichtung zur angemessenen Ausbildung der Arbeiter und Angestellten in den Firmen. Die Ausbildungskosten können steuerlich von den Firmen abgesetzt werden. In den 90er Jahren kamen als Ausbildungsinhalte Themen wie Qualitätsmanagement, Six Sigma, Lean Manufacturing und andere hinzu.

Ein großes Hindernis bei der Verbesserung der beruflichen Ausbildung ist dabei das Fehlen formeller Maßstäbe und Ausbildungsrichtlinien, wie sie z.B. aus dem dualen Ausbildungssystem für die meisten Berufe in Deutschland bekannt sind. Seit 1995 ist darum der Rat zur Vereinheitlichung und Zertifizierung Beruflicher Kompetenz (CONOCER) mit der Umsetzung von Systemen zur Evaluierung der Fachlichkeit verschiedenster Berufsgruppen beauftragt. 

Mehrere Jahre hat man über verschiedene Modelle der Ausbildung diskutiert und den notwendigen Praxisbezug hervorgehoben. Bisher haben die Auszubildenden an Universitäten oder in den Technikerschulen die Möglichkeit, zehn Prozent ihrer Ausbildungszeit mit Praktika zu verbinden. Mehrere Firmen, wie zum Beispiel VW und Bosch, haben diesen fehlenden Praxisbezug schon vor mehreren Jahren erkannt und ihre eigenen Ausbildungs- und Lehrwerkstätten in Mexiko gegründet. Erwähnenswert ist das von VW 1996 gegründete Institut Instituto para Formación y Desarrollo Volkswagen. Dieses Institut bietet inzwischen der Industrie und Firmen im Allgemeinen an, ihr Personal zum Elektroniktechniker, Werkzeugmacher, Mechaniker in der Produktion oder Mechaniker für Stanzmaschinen auszubilden.

Das deutsche Modell des Dualen Systems wurde lange Zeit diskutiert, jedoch nicht umgesetzt. Ab 2012 wurde im Bundesstaat Mexiko offiziell das Modell für die Mittlere und Höhere Bildung umgesetzt. 92 Schulen, 250 Firmen mit insgesamt 550 Studenten nahmen in der ersten Generation teil. Unter den Bildungsinstitutionen befinden sich technologische Institute, CONALEP, die bundesstaatliche Universität des Tals von Ecatepec und die bundesstaatliche Universität Mexiko Bicentenario. Ausbildungsgebiete sind unter anderem Mechatronik, Gastronomie und Tourismus, Umwelt und Erneuerbare Energien und Informationstechnologien.

Die mit Abstand wichtigste Institution der beruflichen Bildung in Mexiko ist das öffentliche Nationale Kolleg für Technisch-Professionelle Ausbildung (CONALEP). Es bietet Absolventen der "secundarias" die Qualifizierung zum "professionellen Techniker", dem "profesional técnico", an. Das CONALEP ist in Mexiko mit 501 Schulen vertreten, an denen mehr als 75 Prozent aller Berufsschülerinnen und Berufsschüler ausgebildet werden. Der Auszubildende hat am CONALEP die Möglichkeit, den Abschluss "profesional técnico" oder aber den "profesional técnico bachiller" mit der Fachhochschulreife zu erlangen.

Daneben gibt es auch ein weniger anspruchsvolles Angebot für Qualifikationen. Diese setzen lediglich den Abschluss der Primärbildung voraus und dauern meist zwischen 150 und 450 Stunden. Jährlich durchlaufen mehr als 1,2 Millionen Personen solche Berufsausbildungskurse.

Die politische Verantwortung im Bereich des beruflichen Bildungswesens tragen das Bildungsministerium und das Arbeits- und Sozialministerium. Letzteres ist aber weniger in der Ausbildung als in der Umsetzung des Arbeitsrechts aktiv. Einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Berufsgruppen und deren Entwicklung in den vergangenen Jahren bietet die Datenbank des Instituts für Arbeitsmarktentwicklung (Observatorio Laboral), das dem Arbeits- und Sozialministerium untersteht.

Das mexikanische Bildungssystem und die technische Ausbildung

Das Bildungssystem in Mexiko erfordert eine Schulpflicht von neun Schuljahren. Sie umfasst Vorschule, Grundschule, Mittelstufe und schließt im Alter von 15 Jahren ab. Ungefähr die Hälfte der 15- bis 19-Jährigen führt ihre Ausbildung weiter und befindet sich in einer Voll- oder Teilzeitausbildung.

Für Schüler, die zwar die Grundschule, aber nicht die Mittelstufe besuchten, gibt es die Möglichkeit ihre Studien mit einer Ausbildung für die Arbeit (capacitación para el trabajo) weiterzuführen. Dies ist eine Ausbildung, die auf einen Arbeitseinsatz in Produktionsstätten vorbereitet. Sie dauert drei bis fünf Monaten, je nach Ausbildungsart in Themen der Produktionstechnik, Landwirtschaft, Handel oder Dienstleistungsbereich. Das Ministerium für öffentliche Bildung (SEP), die Bundesstaaten, offizielle Institutionen (wie die öffentlichen Sozial- und Gesundheitssysteme ISSSTE und IMSS, Ministerien, autonome Universitäten etc.) und private Institutionen bieten diese Ausbildung an. Die Schüler können nach Abschluss der Ausbildung direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen.

Innerhalb des Mittelstufensystems existiert die technische Mittelstufe, in der die Schüler in einer industriellen technischen Aktivität, Handel, Landwirtschaft, Fischerei oder Forstwirtschaft ausgebildet werden. Diese Art der Ausbildung wird von 28 Prozent der Mittelstufenschüler genutzt.

Die Sekundarstufe II umfasst die Oberstufe und die technische Berufsausbildung educación profesional técnica (durchschnittlich drei Jahre). Das Hauptziel der technischen Berufsausbildung ist zu einer technischen Arbeit zu befähigen.

Es gibt auch ein technisches Abitur (bachillerato técnico), das neben allgemeinen Fächern technische Schwerpunktfächer beinhaltet. Nach dem Abschluss können die Schüler ein Hochschulstudium anschließen oder aber direkt eine ihrem technischen Schwerpunkt entsprechende Berufstätigkeit in den jeweilig dazu gehörenden Sektoren wie Industrie, Fischerei, Land- oder Forstwirtschaft ausüben. Das Ausbildungsprogramm zum technischen Abitur und die Berufsbezeichnung Professioneller Techniker (técnico profesional) wird von verschiedenen Schulverwaltungssystemen und Schulen angeboten.

Das höhere Bildungswesen baut auf das Abitur auf. Die möglichen Bildungsabschlüsse sind das Technikerdiplom "tecnico superior", das Hochschuldiplom "Bachelor" (licenciatura) und die Postgraduiertenabschlüsse "Master" und "Doktor". Das Technikerdiplom bildet professionelle Techniker in spezifischen Fachgebieten aus.

Berufliche Fort-/ Weiterbildung

Die berufliche Fort- und Weiterbildungslandschaft in Mexiko ist sehr komplex. Sie kann differenziert nach Bildungsniveau betrachtet werden:

  • Weiterbildungsmöglichkeiten mit Beendigung der allgemeinen Schulpflicht
  • Fortbildung für Berufsschulabgänger und
  • Angebote für Universitätsabsolventen

Viele öffentliche Einrichtungen bieten Aus- und Weiterbildungschancen an. Diese Einrichtungen unterstehen zum Teil dem Bildungsministerium (z.B. Generaldirektion der Ausbildungszentren für Arbeit - DGCFT), sie sind nicht selten aber auch unabhängig (z.B. CONALEP). Berufliche Fachausbildungen (Profesional Técnico) setzen den Abschluss der Sekundärbildung voraus und dauern durchschnittlich drei Jahre. Private Ausbildungsangebote sind in diesem Bereich selten, jedoch sind Firmen gesetzlich dazu verpflichtet, die beschäftigten Arbeitnehmer entsprechend der von ihnen ausgeführten Tätigkeiten auszubilden.

Größter Anbieter beruflicher Weiterbildung ist die Generaldirektion der Ausbildungszentren für Arbeit (DGCFT) des Bildungsministeriums. Die Kurse der DGCFT werden an den Ausbildungszentren für Industrielle Arbeit (CECATIs) angeboten. Die Kurse sollen die allgemeinen technischen Fähigkeiten fördern. Die DGCFT verwaltet in ganz Mexiko 199 CECATIs sowie 49 mobile Bildungsstationen, die einen Katalog von 207 Kursen aus 45 Bildungsbereichen umfassen. Die Dauer der Kurse ist variabel und reicht von wenigen Wochen bis zu zehn Monaten.

Auch das CONALEP und weitere Abteilungen des SEP bieten berufliche Weiterbildung an. Neben den öffentlichen Weiterbildungsträgern betreuen rund 4.700 private Anbieter rund 500.000 Personen. Knapp 40 Prozent dieser Anbieter sind von der Generaldirektion der Ausbildungszentren für Arbeit (DGCFT) anerkannt und in deren System integriert.

Weiterbildungsangebote der Ausbildungszentren für Industrielle Arbeit (CECATI) und staatlichen Ausbildungsinstitute (ICAT) für Berufstätige, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben, werden als cursos de extensión angeboten. Sie werden nach Berufsbildern wie Kfz-Mechaniker oder Mechatroniker gegliedert.

Zu den größten privaten Weiterbildungseinrichtungen auf dem Niveau der höheren Bildung gehören die Universitäten Tecnológico de Monterrey und die Universidad Iberoamericana.

Weiterbildung

Studie zum Weiterbildungsbedarf

iMOVE hat eine Studie zum Weiterbildungsbedarf des Landes veröffentlicht. Die Studie ist auf der Webseite von iMOVE abrufbar:

iMOVE 
beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/ 107-1745
Fax: 0228/ 107-2895
info(at)imove-germany.de
www.imove-germany.de

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3Asien

3.1 Japan

Berufliche Bildung

Innerhalb des japanischen Bildungssystems ist der Stellenwert einer staatlich organisierten und kontrollierten Berufsbildung gering. Berufliche Aus- und Weiterbildung sind traditionell Aufgabe der Betriebe, nicht des Staates, wobei die Unternehmen autonom entscheiden können. Für die Durchführung der Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Umschulungskurse unterhalten Staat, Präfekturen und die halbstaatliche Employment Promotion Corporation (EPC) unterschiedliche Einrichtungen. So sind z.B. die fast ausschließlich von Präfekturen getragenen Ausbildungszentren für die einfachen Ausbildungsgänge im Rahmen der beruflichen Erstausbildung und für Kurse zur beruflichen Weiterbildung und Umschulung zuständig. Primäres Ziel der Qualifikationsprozesse ist weniger auf die Vermittlung fachlicher Inhalte als auf den sozialen Kontext der Tätigkeiten gerichtet. Auf Seiten von Staat oder Öffentlichkeit werden von den Unternehmen keine Ausbildungsleistungen erwartet, die über ihre betriebliche Verwertbarkeit hinaus reichen. Von einem öffentlichen beruflichen Bildungssektor kann daher im Grunde nicht gesprochen werden.

In der Zuständigkeit des MEXT liegen folgende Einrichtungen:

  • Fachoberschulen (kôtô senmon gakkô) mit beruflichem Zweig, mit einer Vielzahl von Fachrichtungen 
  • Fachhochschulen (senmon gakkô) mit Studienmöglichkeiten fast ausschließlich für ingenieurwissenschaftliche Fachrichtungen, deren Abschluss anders als andere Einrichtungen eindeutig auf eine berufliche Verwertbarkeit zielt 
  • Fachschulen (senshû gakkô) als jüngster Typ des japanischen Bildungssystems, mit einer großer Breite im Kursangebot und anerkannt hohem Niveau im Bereich der neuen Technologien 
  • Verschiedenartige Schulen (kakushû kakkô), deren heterogene Angebote nur in geringem Umfang berufliche Qualifikationen vermitteln.

Die Fachoberschulen, Fachhochschulen und Fachschulen sind thematisch in acht Bereiche gegliedert:

  • Technik 
  • Medizin 
  • Landwirtschaft 
  • Gesundheitspflege 
  • Kultur 
  • Erziehung/Sozialwesen 
  • Handel/Verwaltung 
  • Hauswirtschaft.

Die berufliche Bildung in der Zuständigkeit des Ministry of Health, Labour and Welfare (MHLW) wird durch das Berufsbildungsförderungsgesetz geregelt, d.h. eine umfassende gesetzliche Regelung der öffentlichen und mit öffentlichen Mitteln geförderten beruflichen Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung. Schwerpunkt der berufsbildungspolitischen Aktivitäten liegt auf der Förderung der klein- und überbetrieblichen Berufsbildung und der Weiterbildung der Erwachsenen. Für die Durchführung der Ausbildungs-, Weiterbildungs-  und Umschulungskurse unterhalten staatliche Präfekturen und die halbstaatlichen EPC unterschiedliche Einrichtungen. Die praktische und theoretische Ausbildung in den verschiedenen Lehrgängen und Fachrichtungen erfolgt in den mehr als 1 400 anerkannten Berufsbildungseinrichtungen nach vorgegebenen Standards des MHLW.

Ein einheitliches System betrieblicher Berufsbildung gibt es nicht, die Übergänge von Aus- und Weiterbildung sind fließend, d.h. in den Unternehmen vernetzt.

Die berufliche Erstausbildung mit Langzeitkursen richtet sich an Mittel- und Oberschulabsolventen ohne berufliche Vorkenntnisse und Erfahrungen. Für Mittelschulabsolventen dauern sie zwei Jahre, für Oberschulabsolventen ein Jahr. Zwei Varianten werden angeboten: der normale Ausbildungslehrgang mit einer breit gefächerten technischen Grundausbildung auf einfachem Niveau und der höherwertige Fachausbildungslehrgang mit einem hohen Anteil an neuen Technologien.

Kurzzeitkurse bestimmen das Konzept beruflicher Weiterbildung. Ihre Höchstdauer beträgt sechs Monate, mindestens 12 Unterrichtsstunden. Das Lernen am Arbeitsplatz dominiert als eine Kernkomponente aller Qualifizierungsprozesse. Sie unterliegt der Verantwortung der Führungskräfte. Mit einer Vielzahl betrieblicher Schulungsangebote zur Weiterbildung wird die Übernahme spezieller Arbeitsaufgaben vorbereitet. Breite und Qualität der Ausbildung stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Produktionsprogramm und dem technischen Ausrüstungsstand des einzelnen Unternehmens. On-the-job-Training wechseln mit arbeitsplatzfernen Schulungsphasen (Off-Job-Training) jeweils der betrieblichen Arbeitsorganisation und dem internen Laufbahnsystem folgend. Für das Konzept charakteristisch sind die fließenden Grenzen zwischen Arbeit und Qualifizierung in den Betrieben. Die fachliche Qualifizierung am Arbeitsplatz ist immer auch Bestandteil der sozialen Integration in die Arbeitsgruppe und Betriebsgemeinschaft.

Über ein weit verbreitetes Prüfungswesen wird der Nachweis fachlicher Qualifikationen gewährleistet. Bei der Mehrzahl dieser Prüfungen steht nicht der Zugang zu bestimmten Berufslaufbahnen im Vordergrund; Ziel ist vielmehr die individuelle Bestätigung fachlicher Fähigkeiten. Dies bedeutet: Ein dadurch erlangtes Zertifikat ist nicht mit einer lang- oder auch nur mittelfristigen Berufsperspektive verbunden. Der Erwerb staatlich anerkannter Qualifikationen ist verbindlich für solche Tätigkeiten vorgeschrieben, in denen die Sicherheit der Erwerbstätigen und Kunden bzw. die Absicherung von bestimmten Qualitätsstandards als im Interesse des Staates liegend erachtet werden.

Die Zertifikate sind sehr unterschiedlich in ihrer Qualität, in ihrer Bedeutung für die berufliche Tätigkeit des Erwerbers, in ihrem Schwierigkeitsgrad und den Voraussetzungen, zur Prüfung zugelassen zu werden. Insgesamt sind die Qualifikationsprüfungen - im Vergleich zu Deutschland - quantitativ und qualitativ von weitaus geringerer Bedeutung, mit erheblichem Unterschied ihre Funktion auf dem externen und internen Arbeitsmarkt. Die meisten offiziell angebotenen Qualifikationsprüfungen liegen in der Zuständigkeit des Arbeitsministeriums. Die Durchführung der Prüfungen ist im Berufsbildungsförderungsgesetz geregelt.

Betriebliche und überbetriebliche Berufsbildung werden durch erhebliche öffentliche Mittel finanziert. Im Fall von Klein- und Mittelbetrieben bzw. deren überbetrieblichen Einrichtungen werden zwei Drittel der laufenden Kosten vom Staat übernommen. Ausbildungsmittel und andere Materialien werden kostenlos zu Verfügung gestellt und technische Hilfen bei der Planung und Durchführung der Berufsbildungsmaßnahmen gewährt. Von den über 1200 anerkannten Berufsbildungseinrichtungen werden rund ein Viertel von Einzelunternehmen, die übrigen drei Viertel von überbetrieblichen Körperschaften getragen.

Angesichts technischer Reformen und wirtschaftlicher Globalisierung sollen berufsbildende Graduate Schools für alle Fachgebiete gegründet werden und mit Hilfe Praxis erfahrener Dozenten international einsetzbare "Praktiker" ausbilden. Je nach Fachgebiet ist eine Studiendauer von ein bis drei Jahren vorgesehen.
Einen ausführlichen Überblick über die berufliche Weiterbildung gibt "Weiterbildungsmarkt Japan" der Gesellschaft für Arbeit und Lernen.

Quelle:

Weiterbildung

Bisher findet die berufliche Weiterbildung vor allem innerhalb der Betriebe statt. Sie ist in regelmäßigen Abständen Bestandteil praktisch jeder Berufskarriere. Das MEXT fördert die Weiterbildung ohne qualifizierte Abschlüsse und hat außerdem ein "Lifelong Learning Bureau" und "Lifelong Learning Council" eingerichtet. An Universitäten kann das reguläre Vorlesungsprogramm auch in Abendkursen besucht werden. Weiterhin hat das Ministerium ein System eingeführt, das Studenten ohne akademische Ausbildung ermöglicht, sich in nur einem oder wenigen Fächern weiterzubilden und gleichzeitig ihre "University Credits Points" zu erhalten. Durch die Ausweitung des universitären Weiterbildungsangebots versuchen die Universitäten vor allem Berufstätige anzusprechen. Dazu werden Vorlesungen der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht, Aufnahmeprüfungen für Erwachsene angeboten, Abendkurse und spezielle Studiengänge eingerichtet.

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3.2 Jordanien

Berufliche Bildung

Die berufliche Ausbildung findet vor allem im Rahmen des berufsvorbereitenden, sekundären Schulabschlusses statt. Dieser umfasst eine praxisorientierte Schulbildung, die mit Praktika und Training kombiniert wird.

Für die Absolventen gibt es anschlieβend die Möglichkeit zur weiteren beruflichen Bildung an den staatlichen Akademien, die zum Erwerb des Diplome al-Mutawaset führen. Dieses dient unter Erfüllung bestimmter Auflagen auch als Zulassungsvoraussetzung für das Universitätsstudium.

Staatliche Akademien existieren vor allem in folgenden Bereichen:

  • (öffentliche) Verwaltung
  • Buchhaltung
  • Landwirtschaft
  • Bildende Künste
  • Ingenieurswesen
  • Tourismus und Hotelmanagement
  • Informationsmanagement und Bibliothekswesen
  • Medizinisch-technische Assistenz und Krankenpflege
  • Islamisches Recht und Islamstudien.

Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung gibt es vergleichsweise wenige. Dieser Bereich wird aber konsequent gefördert und weiter ausgebaut. Zu den bekanntesten Weiterbildungseinrichtungen gehören:

  1. Trainingscenter der Royal Scientific Society hat das Ziel Personal und Humankapital in der öffentlichen Verwaltung und im Privatsektor durch gezieltes technisches, betriebswirtschaftliches und Management-Training zu fördern. Das Trainingscenter der RSS bietet regelmäβig eine Vielzahl von Kursen an.
  2. Microsoft University wurde 2002 unter Beteiligung der jordanischen Arab Software Company for Development and Training als erste Unternehmenshochschule in Jordanien gegründet. Die Microsoft University bietet Qualifizierung von Regierungsmitgliedern für die Umsetzung von E-Government-Projekten und Kurse für interessierte Einzelpersonen an.
  3. Ende November 2011 wurde das ESCWA Technology Center eingeweiht. Dieses wurde mit Unterstützung der Economic and Social Commission for Western Asia (ESCWA) der Vereinten Nationen auf dem Campus der Hassan Science City eingerichtete und widmet sich vor allem dem Ausbau von nationalen und administrativen Kapazitäten für die Entwicklung, Anpassung und Anwendung von Technologien. Zudem unterstützt es nationale und regionale Entscheidungsträger bei der Identifizierung von neuen und geeigneten Technologien in den Bereichen Bau, Industrietechnik, Energie, Landwirtschaft, Wasser und Telekommunikation.

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3.3 Palästinensische Gebiete

Berufliche Bildung

Die berufliche Ausbildung (Technical and Vocational Education and Training (TVET)) findet zunächst im Rahmen des berufsvorbereitenden, sekundären Schulabschlusses statt. Dieser wird in den Palästinensischen Gebieten von 19 Berufsschulen (14 öffentliche, 4 private, 1 kombinierte) angeboten. Das Angebot dieser Einrichtungen umfasst eine praxisorientierte Schulbildung, die mit Praktika und Training kombiniert wird. Angeboten werden 25 Programme in den Vertiefungsrichtungen Gewerbe, Hotelmanagement, Hauswirtschaftslehre, Landwirtschaft und Finanzen. Die Absolventen erhalten eine Art "Fach"Tawjihi und anschließend die Möglichkeit zur weiteren beruflichen Bildung an den Akademien und Universitätskollegien, die zum Erwerb des Berufsdiploms (Diplom mihani motakhasses) oder dem Diplom Abschluss (Diplom al-Mutawaset) führen (Quelle: Annual Education Sector Review (ASR): May 27-29, 2013).

Anschließend bietet sich den Absolventen eine Vielzahl von Möglichkeiten zur weiteren berufsorientierten Ausbildung. Neben den staatlich organisierten TVET Programmen existieren Angebote von privaten und öffentlichen Universitäten, Community Colleges sowie NGOs. Außerdem werden nicht institutionalisierte Berufsausbildungen von vielen Akteuren angeboten (Quelle: TVET Strategy MoEHE 2010) .

Aufgrund vermischter Zuständigkeiten zwischen Ministerien (Ministry of Education and Higher Education, Ministry of Labour) sowie zwischen privaten und öffentlichen Bildungsakteuren erfolgte bislang keine einheitliche Berufsausbildung. Zur Bewältigung dieses Missstandes wurde in Zusammenarbeit mit ausländischen Entwicklungsorganisationen (u.a. GIZ) eine nationale TVET Strategie (2010-12) entwickelt. Ziel ist es zunächst eine neue Struktur der beruflichen Bildung zu implementieren und eine Koordinierungsstelle (TVET-Agency) einzurichten. Ferner soll dadurch die Ausbildung stärker den Anforderungen des lokalen Arbeitsmarktes angepasst und der zweite Bildungsweg gestärkt werden (Quelle: TVET Strategy MoEHE 2010).

Trotz des starken politischen Interesses und Einsatzes der palästinensischen Autonomiebehörde berufliche Bildung und Ausbildung zu stärken und auszubauen, sind die Strukturen bislang sehr unübersichtlich und die Zahl der Studierenden eher gering. 2011 registrierte das Ministerium für Bildung und Höhere Bildung 174.000 eingeschriebene Bachelor-Studierende, aber nur knapp  29.000 Diplom-Studierende. 

Zusätzlich zu den Akademien existieren im Gazastreifen und in der Westbank eine unüberschaubare Anzahl an nicht-staatlichen Institutionen, die Kurzzeit- und  Langzeittraining anbieten, darunter Schulen, Trainingszentren, private kulturelle Zentren, humanitäre Vereinigungen  und Entwicklungsorganisationen. 

Diese existieren vor allem in folgenden Spezialisierungsbereichen:

  • Betriebswirtschaft und Jura
  • Sozialarbeit
  • Naturwissenschaft
  • Gesundheit.

Eine Registrierungspflicht bzw. Zertifizierung von offizieller Sicht gibt es bisher nicht. Im Zuge des Entwicklungsplanes für Bildung soll jedoch in Zukunft mehr Wert auf die Koordination und Passgenauigkeit der Angebote mit den bildungspolitischen Zielen und Prioritäten der Autonomiebehörde geachtet werden (Beratungsgremien für Forschungs- und Bildungspolitik).

Weiterbildung

Der Bereich berufliche Weiterbildungen ist in Palästina ähnlich wie der gesamte Bildungssektor stark fragmentiert und zusätzlich schwach ausgebaut. Erste Ansätze zur Entwicklung der Wissensgesellschaft Palästina wurden im  Zuge des Projektes "Lifelong Learning in Palestine (LLIP)" entwickelt. Dieses wurde durch das europäische Tempus-Projekt gefördert und beschäftigte sich im Zeitraum 2011-13 mit dem Aufbau eines lebenslangen Lernsystems unter Einbeziehung aller Akteure im Bildungssektor (Schulen, Colleges, Universitäten) (vgl. LLiP 2013.

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3.4 Republik Korea (Südkorea) alt

Berufliche Bildung

Erstmals bekam die Berufsbildung 1949 einen gesetzlichen Rahmen mit dem Bildungsgesetz. Mittlerweile fußt das Berufsbildungssystem auf dem Berufsbildungsgesetz von 2001. Die Verantwortung für die berufliche Aus- und Weiterbildung obliegt dem MOE und MOEL. In den Curricula der Mittelschulen sind bereits berufsvorbereitende Fächer wie Technik/Industrie, Hauswirtschaft und EDV enthalten. Die berufsbildenden Oberschulen, die von etwa einem Drittel der Studierenden nach der Mittelschule besucht werden, gliedern sich im Wesentlichen in die Fachrichtungen

  • Technik,
  • Kaufmännische Ausbildung,
  • Landwirtschaft,
  • Fischzucht und
  • Hauswirtschaft.

Aus diesem System geht auch der Großteil der koreanischen FacharbeiterInnen hervor. Daneben gibt es noch einige spezielle Oberschulen z.B. in den Fachrichtungen Kunst, Sport, Naturwissenschaft und Fremdsprachen. In einigen Schulen, insbesondere in kleinen Städten und ländlichen Regionen, sind der allgemeinbildende und der berufsbildende Zweig zu einer Bildungsinstitution mit Gesamtschulcharakter integriert. Im Jahr 2010 wurden im Bereich der speziellen Oberschulen zusätzlich Meisterschulen eingerichtet, die in den Bereichen Naturwissenschaften, Fremdsprachen, Kunst und Sport direkt für eine Arbeit als entweder Chief Technical Officer (CTO), Technological Transferee oder Chief Executive Officer (CEO) ausbilden sollen. Im März 2014 gab es bereits 37 solcher Meisterschulen mit 5190 Auszubildenden.

Die Berufsausbildung im eigentlichen Sinne wird vom Arbeitsministerium gelenkt. Das Korean Research Institute for Vocational Education & Training (KRIVET) untersteht dem Premierminister und legt die systematische Ausrichtung der Ausbildungsangebote in Korea fest. Außerdem werden von hier aus Bildungskooperationen mit dem Ausland organisiert. Die angebotenen Ausbildungsmaßnahmen lassen sich in Kurse der Erstausbildung, Aufstiegsfortbildung, Umschulung und "job transfer training" einteilen, die von staatlichen, autorisierten und betrieblichen Institutionen angeboten werden. Die Programme dauern je nach Schwerpunkt zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Die Ausbildungsinstitute haben eine starke akademische Ausrichtung, während von ihnen erwartet wird, dass sie berufsnah ausbilden. Insgesamt gibt es die größten Probleme im Qualitätsmonitoring.

Auf der tertiären Ebene des Bildungssystems gibt es zudem zwei- bis dreijährige, berufsbezogene Fachhochschulen (Junior Colleges). Es werden vor allem die Fachrichtungen

  • Technik,
  • kaufmännische Tätigkeiten,
  • Landwirtschaft,
  • Krankenpflege,
  • Fischerei,
  • Gesundheitswesen,
  • Hauswirtschaftslehre,
  • Kunst und
  • Sport

angeboten.

Neben den o. g. Aus- und Weiterbildungsstätten bieten auch Universitäten Weiterbildungen an. In dieser Möglichkeit, sich später im Berufsleben zu spezialisieren, wird der Grund dafür gesehen, dass primäre Ausbildungsgänge allgemeiner gestaltet wurden.

Quellen:

Weiterbildung

Im Zuge zahlreicher Gesetzesänderungen ist seit 2005 das Gesetz zur Qualifizierung am Arbeitsplatz in Kraft getreten. Seitdem steht lebenslanges Lernen im Mittelpunkt der Ausbildungsmaßnahmen für Berufstätige. Diese werden in Weiterbildung für Erwerbstätige und Qualifizierung von Arbeitslosen unterteilt.

Es gibt verschiedene Zuschussprogramme zur Unterstützung der beruflichen Weiterbildung von Erwerbstätigen:

  • Zuschuss aus dem Weiterbildungsfonds - Arbeitgeber erhalten Geld von der Regierung für die Weiterbildung (angehender) Beschäftigte und Arbeitssuchende, sofern vorher in den Fonds eingezahlt wurde. Es werden nur vom Arbeitsministerium anerkannte Maßnahmen wie hausinterne Schulungen und Fernkurse gefördert.
  • Zuschuss für Weiterbildungsmaßnahmen für Erwerbstätige - Versicherte ArbeitnehmerInnen, Arbeitslose, freiwillig Privatversicherte und Personen mit irregulärer Beschäftigung erhalten den Zuschuss, vorausgesetzt sie waren bei über 80% der Schulungen anwesend und haben einen erfolgreichen Abschluss der Weiterbildungsmaßnahme erhalten. So ist ein jährlicher Zuschuss von 691 EUR und ein Maximalbetrag von 2.073 EUR in 5 Jahren möglich.
  • Bildungsgutscheine für Weiterqualifizierung - Sogenannte Naeilbaeum können von LeiharbeiterInnen und Personen mit befristeten Arbeitsverträgen beantragt werden, um vom Arbeitsministerium anerkannte Weiterbildungsmaßnahmen zu absolvieren. 60-80% der Gebühren können hiermit gedeckt werden, wobei der Maximalbetrag dem oben genannten entspricht.
  • Qualifizierung von Arbeitssuchenden - Bei freiwilliger oder verpflichtener Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen werden Arbeitssuchende unterstützt.
  • Bildungskonto für Fortbildungen - Für Arbeitssuchende gilt das Naeilbaeum-System ebenfalls. Geeignete Weiterbildungsmaßnahmen werden mithilfe des Job Centers identifiziert und in einer vom Arbeitsministerium anerkannten Liste zuschussfähiger Kurse veröffentlicht. Bis zu 1.354 EUR bei einem Eigenanteil von 30-50% stehen Arbeistssuchenden hierdurch jährlich zur Verfügung.
  • Förderung der Berufsbildung in Schlüsselindustrien - Strategisch wichtige Branchen mit Fachkräftemangel werden gezielt vom Personalentwicklungsservice gefördert. Junge Arbeitssuchende können diese 3-12 monatige Ausbildungsförderung bis zu dreimal vor Beginn der Erwerbstätigkeit beantragen.
  • Qualifizierung von Arbeitssuchenden aus der Landwirtschaft oder der Fischerei - Das Förderprogramm enthält Zuschüsse zur Erstattung der Kursgebühren und Fahrtkosten sowie Verpflegungskosten, sofern Teilnehmer an mehr als 80 Unterrichtsstunden und 80% des Unterrichts pro Monat teilgenommen haben.
  • Unterstützung für sozial Benachteiligte - Das Naeilbaeum-System greift auch hier, indem es sozial schwache, alleinerziehende Mütter, Flüchtlinge, TagelöhnerInnen oder geringverdienende Selbstständige fördert. Zwischen 1.382 EUR und 2.073EUR zuzüglich monatlicher Prämien von 80,15 EUR sowie die Erstattung der Kurskosten für sozial Benachteiligte stehen hierfür zur Verfügung.

Quelle:

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3.5 Türkei

Berufliche Bildung

Technisches Fachpersonal für die Industrie und Dienstleistungssektor werden an beruflich-technischen Gymnasien ausgebildet. Diese Ausbildung bereitet auch auf eine Hochschulausbildung vor. In dünn besiedelten Gebieten wurden Gesamtschulen (ÇP Lise) aus Kostengründen eingerichtet, die nach der Grundschulbildung anstatt einer gymnasialen Oberstufe besucht werden können.

Das türkische Bildungsministerium (MEB) und das BMBF gründeten 2005 die deutsch-türkische Arbeitsgruppe für berufliche Bildung (AG). Auf bisher acht Treffen (Stand September 2014) wurden aktuelle Entwicklungen und gemeinsame Maßnahmen im Bereich berufliche Bildung abgestimmt. Im Februar 2012 wurde eine gemeinsame Absichtserklärung (MoU) der Bildungsminister zur vertieften Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung unterzeichnet.

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Weiterbildung

Dienstleistungen im Bereich der Fernbildung dienen der Gewährleistung von Chancengleichheit, der Unterstützung der Grundschul- und Mittelschulbildung und des Hochschulwesens sowie der Durchsetzung des Grundsatzes einer lebenslangen Bildung/Erziehung .

Nach Einführung der achtjährigen Schulpflicht wurde in den Jahren 1998 -1999 die Fern-Grundschulbildungsschule gegründet, um Schülern, die nach der damals noch fünfjährigen Schulpflichtzeit aus unterschiedlichen Gründen keine Mittelschule besucht hatten, es zu ermöglichen, die achtjährige Schulpflicht zu komplettieren.

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4Europa

4.1 Großbritannien

Berufliche Bildung

Das System der beruflichen Bildung und Weiterbildung ist im Vereinigten Königreich (England, Wales, Schottland und Nordirland) unterschiedlich geregelt. Während die Ähnlichkeiten zwischen England, Wales und Nordirland sehr groß sind, ist das schottische System grundsätzlich anders. Die folgende Darstellung bezieht sich vorwiegend auf England und Wales.

Dem Berufsbildungssystem im Vereinigten Königreich liegt eine andere Philosophie zugrunde als dem deutschen. Grundsätzlich kann jeder jede berufsorientierte Prüfung ablegen. Wie, wann und wo die dafür notwendigen Kenntnisse erworben werden, spielt keine Rolle. Die Qualifikationen bewerten die tatsächlichen Fähigkeiten des Auszubildenden und beruhen auf dem Prinzip der Kombination anrechenbarer Lerneinheiten, so dass Kompetenzeinheiten auf unterschiedlichste Weise und ohne festgelegten zeitlichen Rahmen erworben und anschließend entsprechend dem Baukastenprinzip zu einem Abschluss zusammengefasst werden können.

Berufsbildung wird überwiegend an weiterführenden staatlichen Schulen (Colleges for Further Education) angeboten, aber auch von privaten Ausbildungsanbietern und teilweise von Arbeitgebern erteilt. Die Abschlussprüfungen erfolgen nach landesweit einheitlichen Kriterien. Die nationalen Standards für Berufe (National Occupational Standards) werden von den Sector Skills Councils (SSCs) gemeinsam mit Arbeitgebern und anderen relevanten Akteuren entwickelt und regelmäßig überarbeitet.

Der überwiegende Teil der beruflichen Bildung erfolgt über die schulische Ausbildung. Daneben gibt es ein- oder zweijährige betriebliche Bildungsgänge (Apprenticeship) mit einem Tag pro Woche schulischem Unterricht. In Vorbereitung auf ein Apprenticeship wird in der jüngeren Vergangenheit auch ein Traineeship angeboten, mit dem gering qualifizierten Jugendlichen der Zugang zu betrieblichen Ausbildungsgängen eröffnet werden soll.

Die Vergabe von Befähigungsnachweisen erfolgt durch eine Vielzahl unabhängiger zeugniserteilender Gremien und Institutionen, die seit 2008 in verschiedenen beruflichen Richtungen "Diplomas" anbieten. Darüber hinaus wurden seit 2009 die Grundlagen der betrieblichen Berufsausbildung (Apprenticeship) gesetzlich neu geregelt. Seit 2010 gilt der nationale Qualifikations- und Transferrahmen QCF (Qualification and Credit Framework) der die verschiedenen Abschlüsse unterscheidet (Awards, Certificates, Diplomas), je nach der Dauer der Lernzeit.

Quellen:

  • bq-portal, Berufsbildungssystem Großbritannien
  • Cedefop, European Center for the Development of Vocational Training

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Weiterbildung

Weiterbildung ist ein Bestandteil beruflicher Bildung, die aufgrund des modularen Aufbaus in verschiedenen Lebensaltern möglich ist. Ein umfangreiches Reformprogramm ist in den vergangenen Jahren begonnen worden, um die Weiterbildung zu verbessern. 2011 veröffentlichte die Regierung ihren Plan "New challenges, new chances: further education system and skills reform plan". Dieser Plan wurde 2013 aktualisiert in dem Papier "Rigour and Responsiveness in Skills". Seitdem wurden im Rahmen verschiedener Maßnahmen der Regierung die Weiterbildungsaktivitäten gefördert und finanziell unterstützt.

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4.2 Polen

Berufliche Bildung

Berufsbildung im Reformzustand

Seit 1989 haben sich in Polen tief greifende politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen vollzogen, die Veränderungen im Bildungssystem und insbesondere in der beruflichen Bildung erfordern. Seit Ende der 90er Jahre ist man bestrebt, das Bildungswesen neu zu ordnen und zu reformieren, um es den Erfordernissen der Marktwirtschaft anzupassen. Es lassen sich zwei größere Reformperioden unterscheiden: 1990 - 1999, dabei im Vordergrund die Reform der Hochschulbildung und 1999 - 2005, mit dem Schwerpunkt der Schul- und Berufsbildungsreform.

Das in den 90er Jahren bis zur heutigen Übergangsphase bestehende Bildungssystem in Polen beruht auf dem reformierten Bildungsgesetz von 1991. Mit ihm wurden von den seinerzeit verantwortlichen Ministerien, dem Ministerium für Nationale Bildung (Ministerstwo Edukacji Narodowej) sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Sozialpolitik (Ministerstwo Gospodarki, Pracy i Polityki Spolecznej) neue bildungspolitische Ziele, Prinzipien und inhaltliche Rahmenvorgaben für alle Schultypen des Systems festgelegt, hinsichtlich der Organisation wurden Teile der bestehenden Strukturen in Grundzügen beibehalten.

Im Oktober 2001 wurde das Ministerium für Nationale Bildung umorganisiert zum Ministerium für Nationale Bildung und Sport (Ministerstwo Edukacji Narodowej i Sportu), in dem eine Abteilung für Berufs- und  Weiterbildung eingerichtet wurde.
Die 1999 initiierten Großreformen des Bildungssystems und der Schulstruktur in allen Bildungssektoren, somit auch der beruflichen Bildung, wurden bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt komplett vollzogen.
Das neue System der beruflichen Bildung ist seit Beginn des Schuljahres 2002/2003 in Kraft.

Berufsbildungsstruktur

Laut den Schulgesetzen von 1999 und 2001 bilden folgende Elemente die Grundlage für die berufliche Bildung in Polen:
Die obligatorische einheitliche Grundschule - diese setzt ein Einschulungsalter von sechs Jahren voraus und umfasst seit dem Schuljahr 1999/2000 sechs Klassen - und das obligatorische dreijährige Gymnasium.

Für die Absolventen der 3. Klasse des Gymnasiums bestehen folgende weiterführende Bildungswege:

  1. Das Allgemeinbildende Lyzeum ("liceum ogolnoksztalcace" / LO) bereitet seit 2002 in drei Jahren auf das Abitur und damit auf die Aufnahme eines Studiums an Hochschulen und Universitäten vor.
    2005/2006 wurden in allen bisher vierjährigen Lyzeen neue Schulprogramme und neue Abiturregelungen eingeführt. Abiturpflicht besteht nicht. Die Aufnahme eines Studiums ist jedoch nur mit erfolgreichem Abitur und bestandener Aufnahmeprüfung möglich. Einige Hochschulen (meistens Fachhochschulen) verzichten auf die Aufnahmeprüfungen.
  2. Die Berufsschule (traditionell "Berufsgrundschule", "zasadnicza szkola  zawodowa" / ZSZ). Diese vollzeitschulische Erstausbildung erfolgte bis 2002 in drei Jahren auf dem Niveau "qualifizierter Arbeiter" (polnischer "Facharbeiter") in industriell-technischen und gewerblichen Berufen. Noch in den 80er Jahren erhielten fast 80% aller Auszubildenden hier ihre Ausbildung. Ein relativ kleiner Teil der Jugend erwarb seine Berufsausbildung in alternierender (dualer) Form in Betrieben des Handwerks und Gewerbes. Bereits 1997 war der Anteil der Auszubildenden auf der Qualifikationsstufe "Berufsgrundschule" - den neuen bildungspolitischen Prinzipien entsprechend - auf 32,1% der Population reduziert.
    Die "neue" Berufsgrundschule vermittelt seit 2002/2003 in zwei bis drei Jahren neben dem beruflichen Know-how (Berufsprüfung und -diplom) gleichermaßen das Allgemeinwissen und ermöglicht dadurch ihren Absolventen unproblematische Fortsetzung der Ausbildung an einer der Ergänzungsschulen (Ergänzungslyzeum, Ergänzungstechnikum). 2003 besuchten 9,8% der Population diese Schulen.
  3. Das vierjährige Technikum hat 2005/2006 das fünfjährige Technikum sowie das ihm bis 2002 gleichgestellte Berufslyzeum ("liceum zawodowe" – bildete in vier Jahren in ausgewählten anspruchsvollen Facharbeiterberufen aus und  vermittelte zugleich die Hochschulreife für die Aufnahme eines Studiums) landesweit ersetzt. Diese traditionelle doppelqualifizierende Berufsbildungseinrichtung vermittelt sowohl in technischen und landwirtschaftlichen als auch in nichttechnischen Berufen/Richtungen, d.h. ökonomischen, administrativen, künstlerischen, medizinisch-sozialen, pädagogischen u.v.a. eine sog. "mittlere berufliche Qualifikation", die mit der Hochschulreife verbunden ist.

Schließlich gibt es noch postabiturielle Formen beruflicher Ausbildung (Postabiturschulen, "szkoly policealne") – für die Absolventen der allgemeinbildenden Lyzeen und Profillyzeen, die kein Studium aufnehmen möchten.

Seit dem Schuljahr 2005/2006 wurden in den Postabiturschulen (staatliche und nicht-staatliche Schulen) neue d.h. auf max. 2,5 Jahre gekürzte und auf die Kompetenzen der zukünftigen Lyzeumsabgänger abgestimmte Schul- und Qualifikationsprogramme eingeführt.

Vor einigen Jahren wurde die Möglichkeit in Überlegung gezogen, durch höhere Berufsbildungskurse und Kurse auf Magisterniveau berufliche Qualifikationen auf höherem Niveau zu erwerben. Im ersten Fall wäre den Absolventen der Titel eines Bachelor of Arts oder Bachelor of Science verliehen, und sie könnten ihre Bildung in ergänzenden Kursen auf Magisterniveau fortsetzen. Im zweiten Fall wäre es möglich in einheitlichen Kursen auf Magisterniveau den Master of Arts zu erwerben.

Die "Master"-Kurse haben sich inzwischen in einer anderen Studienform etabliert: zusätzlich qualifizierendes Postgraduierten-Studium "Master of Business Administration (MBA)" für Studienabsolventen aller Fachrichtungen mit obligatorischer Berufspraxis. Solche privat bezahlten Zusatzstudien werden von ca. 300 Weiterbildungseinrichtungen, meistens Hochschulen (davon ca. 150 Auslandeinrichtungen), angeboten.

Gleichzeitig wächst seit 1999 kontinuierlich die Anzahl, Popularität und Bedeutung von beruflichen Hochschulen (Berufshochschulen/Fachhochschulen). Weit über 300 nicht-akademische und überwiegend nicht-staatliche Berufshochschulen erteilen die "einfacheren" Licencjat- oder Inzynier- Anschlüsse in ca. 70 Fachrichtungen und bereiten seine Absolventen in drei bis vier Jahren (incl. mehrere Praxiswochen) auf direkten und  meist engspezialistischen Berufseinsatz vor.

Das neue System der beruflichen Bildung sieht eine neue strategische Orientierung zur Entwicklung des erforderlichen Qualifikationspotenzials vor. Dafür ist u.a. eine stärkere Verknüpfung der Berufsbildung mit dem Sektor der Weiterbildung und der beruflichen Weiterqualifizierung notwendig.

Externe Bewertung

Seit dem 1. September 2012 bieten Berufsfachschulen die berufliche Bildung in 200 Berufen, die 252 Qualifikationen umfassen, an. Jede Qualifikation wird als eine Reihe von erwarteten Lernergebnissen, die in den Kern-Lehrplänen vordefiniert sind, beschrieben. Die Leistung und damit der Abschluss einer bestimmten Qualifikation, wird durch das Zertifikat von dem Regionalprüfungsausschuss erteilt und bestätigt.

In der Praxis kann man sich für ein bis drei Qualifikationen pro Beruf entscheiden –für jede Qualifikation muss eine Prüfung abgelegt werden. Dabei entwickelt der Zentrale Prüfungsausschuss Richtlinien für jede Prüfung.
 
Die Prüfung zur beruflichen Qualifikationen besteht aus zwei Teilen: einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Der schriftliche Teil dauert zwischen 45 und 90 Minuten und der praktische Teil zwischen 120 und 240 Minuten. Die Dauer für jede Tätigkeit ist in den Richtlinien definiert. Dabei werden Kenntnisse und Fähigkeiten, die für eine bestimmte Qualifikation erforderlich sind, getestet.
Beim Durchgang der Prüfung für eine einzige Qualifikation, wird einem Student / erwachsenen Lernenden ein Zertifikat von dem Regionalprüfungsausschuss ausgestellt. Nach Bestehen der Prüfungen erhält der Prüfling ein Diplom, welches bestätigt, dass dieser alle Qualifikationen, die für diesen Beruf notwendig sind, besitzt.

An der Berufsprüfung nehmen teil:

  • Schülerinnen und Schüler der beruflichen Grundschulen und Schüler der Fachoberschulen
  • Absolventen von Berufsgrundschulen und Absolventen der technischen Oberschulen sowie
  • erwachsene Lernende, die bereits eine Berufsausbildung absolviert haben.

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Weiterbildung

Auch der polnische Weiterbildungssektor unterliegt seit Beginn der 90er Jahre, insbesondere seit ca. 1997, einem dynamischen Aus- und Neubauprozess. Die Leitideen: "Lebenslanges Lernen" und "Gesellschaftsentwicklung auf Wissensbasis" wurden 2003 zu strategischen Zielen des nationalen "Programms für nachhaltige Berufs- und Weiterbildung bis 2010" vom Ministerium für Nationale Bildung (MEN).

Diese sind zum einen auf die schnell und kontinuierlich steigende Arbeitslosigkeit in traditionellen Industrie- und Agrarbereichen und die dadurch bedingte wirtschaftliche Ausrichtung auf viele neue moderne Fachgebiete und Arbeitseinsätze zurückzuführen. Zum anderen beruhen sie auf der steigenden Anforderung des "freien Marktes" an Interdisziplinarität, Kreativität, beruflichen Flexibilität und Mobilität polnischer Arbeitnehmer.

Dabei gewinnt die für die westeuropäischen Staaten typische Verknüpfung der Weiterbildung (sowie auch der beruflichen Bildung) mit den drei politischen Handlungsfeldern Bildung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt auch in Polen immer mehr an Bedeutung. Diese wichtige Zielsetzung äußert sich neuerdings durch die systematische und immer stärkere Einbeziehung des aktuellen Qualitätsbedarfs der Wirtschaft in den Weiterbildungssektor. Beispielhaft hierfür sind die im Jahr 2001 neu entwickelten Berufs- und Weiterbildungsprogramme und Initiativen im Agrarbereich.

Prioritäten des o.g. zentral und regional geförderten "Programms für nachhaltige Berufs- und Weiterbildung bis 2010" waren:

  • Steigerung der Qualität und allgemeinen Zugänglichkeit nachhaltiger lebenslanger Ausbildung
  • Aufbau und Entwicklung dafür unerlässlicher Informationsbestände und "Informatisierungswege" (darunter Sektor Teleinformatik) sowie Bildungs- und Berufsberatungspotentiale
  • vielseitige Investitionen in das Humankapital
  • partnerschaftliche flächendeckende Zusammenarbeit aller zuständigen und verantwortlichen Stellen und ihr gesellschaftlicher Dialog mit allen Zielgruppen

Somit reflektiert das oben genannte Programm auf der Weiterbildungs- und Berufsbildungsebene für Polen wichtige strategische nationale Prioritäten und –ziele, die in folgenden anderen Dokumenten ausführlich dargestellt wurden: "Entwicklungsplan 2004-2006/Operationsprogramm für Humanpotentialentwicklung", "Operationsprogramm für Regionalentwicklung im Bildungsbereich 2004-2006", "Nationalstrategie für Beschäftigungssteigerung und Humanpotentialentwicklung 2000-2006", "Nationalstrategie zur Informatisierung Polens", "Entwicklungsrichtungen für Informationsgesellschaft in Polen bis 2020" und "Bewertung der Grundlagen für polnische Beschäftigungspolitik".

Um den oben beschriebenen regionalen und nationalen Transferprozessen eine dauerhafte und nachhaltige Breitenwirkung zu verschaffen und zu sichern, wurden in den letzten Jahren verschiedene, in der polnischen Bildungslandschaft teilweise völlig innovative Programmtypen, Modellprojekte, Initiativen und Strategien erarbeitet und in Teilen bereits erprobt.

Die neuen Formen der Weiterbildung befinden sich in einem dynamischen Reformprozess - sowohl auf der Mikroebene der Lehr- und Lernprozesse und ihrer Methodik, als auch auf der Makroebene der Systemveränderung (im nationalen Rahmen oder im Zuge bi- oder multilateraler Kontakte und Kooperationen).

Die Restrukturierung des "alten" Systems, die Gestaltung von neuen Weiterbildungsstrukturen und -strategien, Berufsbildern, Curricula, Lehr- und Lernmaterialien, die Einrichtung und technische Ausstattung moderner Schulungszentren vor allem aber die Qualifizierung zahlreicher Fach- und Lehrkräfte zum kompetenten Bildungspersonal, brauchen Ihre Zeit und setzen dafür viel Kompetenz, erhebliches Einfühlungsvermögen und vor allem ein gemeinsames mitverantwortliches Handeln und Entscheiden aller an diesen Prozessen Beteiligter (politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, Praxisebene) voraus.

Dass eine regional oder sektoral interessante Berufsausbildung und Weiterbildung ein wichtiger Auslöser oder Verstärker wirtschaftlichen Handels sein kann, hat sich bereits an einigen Stellen (Städte und Regionen) bemerkbar gemacht.

Weiter- und Fortbildungsformen (darunter auch für Graduiertenbildung) sind:

  • Weiterbildungsstudium (Typ: Tages-, Abend-, Fernstudium)
  • Weiterbildungskurs, -seminar, -workshop, Vorlesung, Schulungskonferenz, Symposium, etc.
  • Qualifikations-, Fach-, Vorbereitungskurs/-studium
  • Schule/Schulunterricht für Berufstätige
  • Postdiplomstudium
  • Doktorstudium/Graduiertes Studium, Seminar
  • Internationales Graduiertenkolleg der DFG

Weiterbildungseinrichtungen (über 11.000 Einrichtungen, davon ca. 5.000 div. Schulen und Hochschulen):

  • staatliche Zentren für nachhaltige Bildung ("centrum ksztalcenia ustawicznego" CKU) und für praktische Bildung ("centrum ksztalcenia praktycznego" CKP), darunter Zentren für berufliche Weiterbildung und Weiterqualifizierung ("centrum doksztalcania i doskonalenia zawodowego"); Gesamtzahl landesweit: 81)
  • Weiterbildungsabteilungen an staatlichen und nicht-staatlichen Hochschulen
  • Schulen für Erwachsenenbildung
  • nicht-staatliche non-profit Schulungszentren (bei div. Fördereinrichtungen, Gesellschaften, Verbänden, etc.)
  • andere staatliche und nicht-staatliche Weiterbildungszentren (selbständige Bildungsstätten als GmbH an Hochschulen, bei Betrieben, etc., darunter: Schulungszentren, -studien, -institute, Sprach-, Informatik- und Computerschulen, Berufsbildungs- und Weiterqualifizierungsstellen, Zentren für Personalentwicklung und -weiterqualifizierung, Zentren für fortwährende Bildung, Praktische Wissenschaften, Qualifikationssteigerung und Promotion, private Schulungs- und Serviceunternehmen)
  • Regionale Zentren für Schulung und Verwaltung (bei div. Nicht-Regierungsorganisationen, Hochschulen u.ä.)

Das Ministerium für Bildung MEN (Arbeitsgruppe Ausbildung für den Arbeitsmarkt) erteilt in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Sozialpolitik sowie mit den zuständigen regionalen Bildungskuratoren entsprechende Zulassungen im Weiterbildungssektor und bestimmt und fördert die Aktivitäten der staatlichen Einrichtungen mit. Die nicht-staatlichen Bildungseinrichtungen werden zusätzlich von Wojewodschaften oder div. Ressortfonds (u.a. Arbeits-, Agrar-, Wirtschaftsressort), Hilfsprogrammen (Phare, Weltbank) und Unternehmensmitteln bezuschusst. Ca. 40% aller Kursteilnehmer sind private Selbstzahler, davon ca. 18% Arbeitslose.

Im Vordergrund des flächendeckenden und vielfältigen Weiterbildungsangebots, das beinahe alle möglichen theoretischen und praktischen Fächergruppen sowie alle Sektoren beruflicher Aktivitäten abdeckt, stehen u.a. Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte aus der Bildung, insbesondere der beruflichen Bildung (darunter Qualifizierung von Ausbildern) sowie aus der Wirtschaft und der Wirtschaftsverwaltung (darunter Qualifizierung von Beratern für den Unternehmensbereich).

Es handelt sich im Einzelnen um Weiterbildungs- und Trainingsangebote in folgenden Sektoren (weit über 30.000 Angebote für ca. 20% Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren):

  • I&K -Technologien, Informatik (ca. 6.000 Angebote)
  • Fremdsprachen / Lehre, Übersetzungsservice (knapp 4.000 Angebote)
  • Management, Qualitätsmanagement, Controlling (ca. 2.600 Angebote)
  • Bildungs- und Erziehungswesen (ca. 2.500 Angebote)
  • Firmen- und Entwicklungsmanagement, Business (ca. 2.100 Angebote)
  • kaufm.-Bereich, Finanzen, Bank- und Rechnungswesen (ca. 1.700 Angebote)
  • Sozialwesen & Recht (ca. 1.300 Angebote)
  • Schlüsselqualifikationen / Selbstmanagement (ca. 1.200 Angebote)
  • Gesundheit und (Arbeits)Sicherheit (ca. 1.200 Angebote)
  • Marketing & Handel (ca. 1.100 Angebote)
  • Humanistische Wissenschaften (ca. 1.100 Angebote)
  • EU-Wissenschaften (ca. 1.000 Angebote)
  • Industrie, div. Industriezweige (ca. 900 Angebote)
  • Kommunikationsmedien (ca. 800 Angebote)
  • Mathematik, Physik (ca. 800 Angebote)
  • Landwirtschaft (ca. 700 Angebote)
  • Touristik & Hotelmanagement (ca. 700 Angebote)
  • Transport und Logistik (ca. 700 Angebote)
  • Kunstwissenschaften (ca. 600 Angebote)
  • Bauwesen (ca. 600 Angebote)
  • Sport (ca. 500 Angebote)

Studie zum Weiterbildungsbedarf

iMOVE hat eine Studie zum Weiterbildungsbedarf des Landes veröffentlicht. Die Studie ist auf der Webseite von iMOVE abrufbar. iMOVE – International Marketing of Vocational Education

iMOVE
beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/ 107-1745
Fax: 0228/ 107-2895
info(at)imove-germany.de
www.imove-germany.de

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4.3 Russland

Berufliche Bildung

Die Berufsschule heißt in Russland "Professionalnoje Technitscheskoje Utschilische". Es gibt zwei unterschiedliche Ausbildungsrichtungen für Berufsschüler:

  • die mindestens einjährige grundlegende Berufsbildung "natschalnoje professionalnoje obrasowanije" (NPO) an einer Berufsschule und
  • die mindestens dreijährige mittlere Berufsbildung "sredneje professionalnoje obrasowanije" (SPO), allerdings soll die einjährige NPO aufgeben werden, da sie einer umfassenden Fachkräftequalifizierung nicht mehr gerecht wird.

Der Einstieg in die Berufsausbildung erfolgt entweder nach der neunten Klasse (Hauptschulbildung) oder mit Abschluss der elften Klasse (Mittelschulbildung). Die Ausbildungsstätte der mittleren Berufsbildung ist traditionell das Technikum, heute bezeichnen sich allerdings die meisten Schulen als "Colleges". Diese Ausbildung entspricht in etwa der an einer deutschen Fachschule.

In Russland gibt es 236 Ausbildungsberufe.

Von den 538.000 Berufsschulabsolventen im Jahr 2009/2010 wurden nur 25 % direkt bei einem Unternehmen eingestellt. Dabei handelte es sich in erster Linie um Angestellte in Supermärkten, Restaurants und Friseursalons. Mehr als die Hälfte aller Absolventen plante weiter zur Schule oder zur Universität gehen, 16 % leisteten Militärdienst, 6 % schlugen eine vollkommen andere Berufslaufbahn ein.

Die Ballungsgebiete der Russischen Föderation weisen meist eine sehr geringe Arbeitslosigkeit und einen großen Fachkräftemangel auf. Das ist auch ein erfolgskritisches Problem für die in Russland produzierenden und Handel treibenden deutschen Firmen.

Die Russische Föderation plant in den nächsten Jahren ihr Berufsbildungssystem grundlegend zu reformieren. Die deutsche duale Berufsbildung genießt in Russland einen exzellenten Ruf. Zentrale Elemente des deutschen Berufsbildungssystems sollen in Russland eingeführt werden. Hierzu zählen die u. a. Ausbildereignungsverordnung (AEVO), Rahmenlehrpläne sowie überbetriebliche Ausbildungszentren. Im Rahmen eines staatlichen Wettbewerbs unter den russischen Regionen wurden vor diesem Hintergrund im Dezember 2013 zehn Pilotregionen zur Einführung von dualer Berufsausbildung in RUS ausgewählt. Dort sollen in den kommenden drei Jahren neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die duale Berufsausbildung geschaffen und praktische Beispiele v.a. in Hochtechnologieberufen implementiert werden. Koordiniert wird die Initiative von der russischen Agentur für Strategische Initiativen (ASI).

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4.4 Ukraine

Berufliche Bildung

Das ukrainische Berufsbildungssystem ist dreistufig und stellt dabei eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Stufen sicher.

  • Die erste Stufe vermittelt kursartig eine berufliche Anfangsausbildung und dauert zwischen einer Woche und einem Jahr. Dabei ist die mittlere Grundallgemeinbildung oder allgemeine vollständige Mittelschulbildung nicht obligatorisch. Die Ausbildung endet mit einer Qualifikationsprüfung und der Verleihung der Qualifikation "Qualifizierter Arbeiter" in einem bestimmten Beruf sowie der Zuweisung einer bestimmten Gehaltsklasse. Die Absolventen erhalten ein Bildungszeugnis. Typische Bildungseinrichtungen sind z. B. Veranstalter berufsbezogener Bildungskurse und Berufsschulen.
  • Der Zugang zur zweiten Stufe der Berufsbildung ist entweder auf der Basis der allgemeinen vollständigen Mittelschulbildung (11 Schuljahre) oder der Grundallgemeinbildung (9 Schuljahre) möglich. Im letzteren Fall kann in der berufsbildenden Schule parallel zum Erwerb einer beruflichen Qualifizierung der Abschluss der vollen allgemeinbildenden Mittelschule nachgeholt werden. Ausnahmeregelungen ermöglichen auch Personen, die die Sekundarstufe I nicht abgeschlossen haben, den Zugang zur Berufsbildung in ausgewählten Berufen. Die Ausbildung der zweiten Stufe dauert bis zu vier Jahren. Lehranstalten, die diese Art der Ausbildung anbieten, können auch Träger von Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen sein. Typische Bildungsanstalten sind z. B. profilbezogene Berufsschulen, Kunstfachschulen, kommerzielle Agrar-Berufsschule. Die Ausbildung endet mit einer Qualifikationsprüfung und der Verleihung der Qualifikation "Qualifizierter Arbeiter" in einem bestimmten Beruf sowie der Zuweisung zu einer bestimmten Gehaltsklasse. Die Absolventen erhalten ein Diplom.
  • Die dritte Stufe der Berufsbildung zählt bereits zum Hochschulniveau und ist auf der Basis der allgemeinen vollständigen Mittelschulbildung (11 Schuljahre) möglich. Zum Abschluss dieser Stufe wird die Qualifikation "Juniorspezialist" verliehen und erfolgt die Zuweisung zu einer bestimmten Gehaltsklasse, die sowohl den Eintritt in den Arbeitsmarkt als auch die Fortsetzung des Bildungsweges ermöglicht.

Die berufliche Erstausbildung ist für die Auszubildenden kostenfrei. Berufsbildung hat auch eine starke soziale Funktion als Auffangbecken für Benachteiligte.

Weiterbildung für Beschäftigte und Arbeitslose ist ein drängendes Thema. Die Kenntnisse vieler Beschäftigter entsprechen nicht mehr den Anforderungen moderner Technologien und marktwirtschaftlicher Gepflogenheiten, und die Arbeitslosigkeit ist infolge der nach wie vor angespannten wirtschaftlichen Lage hoch.

Zwischen 1997 und 2003 wurden alle 580 Ausbildungsberufe neu geordnet. Neue Ausbildungsberufe, Fächer und Methoden erfordern eine entsprechende Weiterbildung für das Lehrpersonal. Staatliche Bildungsstandards für jeden einzelnen Ausbildungsberuf sind im Entstehen. Ein internationales europäisches Projekt unter Federführung der ETF (European Training Foundation) leistet hier Unterstützung. Die Bildungsstandards werden verpflichtende gesamtnationale sowie fakultative regionale Komponenten enthalten.

Die Finanzierung der Berufsbildung wurde vor 1990 zu großen Teilen von der Industrie mitgetragen, die diejenige berufliche Lehranstalten materiell und finanziell ausstattete, die dafür im Gegenzug Personal für die Industrie ausbildeten. Im Zuge der Wirtschaftstransformation zog sich die Industrie jedoch praktisch vollständig zurück, so dass der Staatshaushalt zum einzigen Finanzier wurde. Inzwischen ist es den berufsbildenden Schulen erlaubt, eigene Einkünfte zu erwirtschaften, etwa durch den Verkauf von Übungswerkstücken oder durch das Angebot von Weiterbildungskursen gegen Bezahlung. Auf diese Weise sichern sie sich ihre Existenz zu wesentlichen Teilen selbst. Im Jahre 2015 wurde die Grundfinanzierung der Berufsschulen, die die staatlichen Bildungsaufträge zur Ausbildung von Facharbeitern bekommen, durch den Staat in Form von sogenannten Subventionen für die Ausbildung von Facharbeitern übernommen. Im Jahre 2015 beläuft sich diese Art von Subventionen insgesamt auf 5.839,1 Mio. UAH. Zielgerichtet wird diese Art der Subvention über die Haushalte der Gebiete an die Berufsschulen weitergegeben.

Die Verwaltung für den Bereich der Berufsbildung wird auf nationaler Ebene durch ein speziell bevollmächtigtes zentrales Exekutivorgan geregelt, dessen Funktionen gegenwärtig vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine ausgeübt werden. Daneben existierte als Koordinationsorgan der branchenübergreifende Rat für Berufsbildung, dem der Stellvertretende Ministerpräsident, leitende Vertreter verschiedener Ministerien, Parlamentsabgeordnete, Wissenschaftler und Vertreter der Arbeitgeberverbände angehörten. Im Zuge der administrativen Reform wurde dieser Rat durch Beschluss des Ministerkabinetts am 13. März 2013 aufgelöst. Auf regionaler Ebene gibt es eigene Organe der Bildungsverwaltung. Auf lokaler Ebene schließlich liegt die Verwaltung der Berufsschule in den Händen des Direktors, der vom Bildungsministerium eingestellt wird.

Zur Weiterentwicklung der Berufsbildung wurde am 13. April 2011 durch den Beschluss des Ministerkabinetts der Ukraine das "Staatliche spezifische Programm für die Entwicklung der Berufsbildung für den Zeitraum 2011-2015" mit dem in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Finanzierungsumfang verabschiedet.

Weiterbildung

Die postgraduale Weiterbildung ist in der ukrainischen Gesetzgebung (Gesetz über die Bildung) als spezielle Verbesserung der schulischen und beruflichen Ausbildung durch Vertiefung, Erweiterung und Erneuerung spezieller Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen oder Aneignung eines neuen Faches auf Basis des vorhandenen Bildungs- und Qualifikationsniveaus und der vorhandenen praktischen Erfahrungen definiert. Hauptziele sind:

  • die Befriedigung der Bedürfnisse des Marktes an qualifiziertem Personal, insbesondere schnelle und flexible Reaktion auf sich vollziehende Veränderungen in der Wirtschaft,
  • Schaffung von Voraussetzungen für das lebenslange Lernen und die Förderung/Ermöglichung der ständigen Qualifizierung der im Arbeitsprozess befindlichen Personen.

Die postgraduale Weiterbildung umfasst: Umschulung, Spezialisierung, Erweiterung des Profils und Hospitation. Nach einer Umschulung und der entsprechenden staatlichen Prüfung erhält der Absolvent ein Zeugnis über die Ausbildung. Nach einer Spezialisierung, Hospitation oder Erweiterung des Profils erhält der Absolvent eine entsprechende Bescheinigung über die postgraduale Weiterbildung. Das jeweilige Dokument wird durch das Bildungsministerium der Ukraine bestätigt.

Die postgraduale Weiterbildung wird durch die Hochschulen der postgradualen Ausbildung oder Struktureinheiten der Bildungsstätten der jeweiligen Akkreditierungsstufe angeboten. Die Weiterbildung erfolgt in verschiedenen Formen: durch Weiterbildungskurse, an Abendschulen, durch Fernstudium oder im Selbststudium.

Das Netz der Weiterbildungseinrichtungen in der Ukraine ist umfangreich und weit verzweigt. Es gibt rund 500 Einrichtungen, darunter etwa 220 bei Branchenministerien und anderen staatlichen Organen, 185 im System des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft (postgraduale Bildung in Hochschulen) ca. 90 Einrichtungen bei nichtstaatlichen Trägern. Etwa 300.000 Fachleute nutzen jährlich die Weiterbildungsmöglichkeiten.

Eine besonders intensive Entwicklung ist beim Fernstudium festzustellen, das in Verbindung mit dem breiten Einsatz von rechnergestützten Programmen eine optimale Kombination von beruflicher Tätigkeit und Weiterbildung ermöglicht. Für die Koordinierung auf diesem Gebiet wurde bei der Nationalen Technischen Universität der Ukraine "Kiewer Polytechnisches Institut" das Ukrainische Zentrum für das Fernstudium geschaffen, zu dessen Aufgabe die Erarbeitung eines Konzepts für das Fernstudium, die Vorbereitung der erforderlichen normativ-rechtlichen Basis, die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Nutzung der elektronischen Medien, die Koordinierung der Tätigkeit der auf dem Gebiet des Fernstudiums tätigen Einrichtungen und die Qualifizierung der Fachleute auf diesem Gebiet gehören.

Sehr gut ist in der Ukraine die (noch zu Sowjetzeiten ausgebaute) Weiterbildung von Pädagogen. Federführend ist das Zentralinstitut für pädagogische postgraduale Ausbildung der Akademie der pädagogischen Wissenschaften. Zum System gehören außerdem 27 regionale Institute für pädagogische postgraduale Bildung und 19 Weiterbildungsfakultäten an pädagogischen Hochschulen und Instituten.

Bestandteil des am 1. Juli 2014 verabschiedeten Gesetzes "Über die Hochschulbildung" ist Artikel 60 "Postgraduale Bildung, Qualifikation und Hospitation der pädagogischen und wissenschaftlich-pädagogischen Lehrkräfte". In diesem Zusammenhang hat das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine einen Entwurf für einen "Beschluss über die postgraduale Bildung im Bereich des Hochschulwesens der Ukraine" erarbeitet. Im Entwurf werden die Hauptaufgaben, Arten und Formen der postgradualen Bildung, die Verwaltungsgrundlagen, die Organisation des Bildungsprozesses, die finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Akteure des Bildungsprozesses definiert. In der zweiten Jahreshälfte 2015 wurde die öffentliche Diskussion über das Dokument initiiert. (Quelle: Ansprechpartner für Forschungskooperationen im Auftrag des BMBF in Kiew)

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5Multilaterales

5.1 G7/G8 - G20

G20-Mehrjähriger Aktionsplan für Entwicklung

Der G20-Gipfel von Seoul beschloss im November 2010 den mehrjährigen Aktionsplan für Entwicklung. In dem Bereich Humanressourcen beauftragte die G20 die internationalen Organisationen Weltbank, ILO, OECD und UNESCO, international vergleichbare Indikatoren für die auf den Arbeitsmärkten der Entwicklungsländer benötigten Fertigkeiten ("skills for employment and productivity") zu entwickeln.  

Entwicklungsbanken, ILO, OECD und UNESCO sollen außerdem Niedrigeinkommensländer auf Wunsch bei der Entwicklung von nationalen Bildungsstrategien für den Arbeitsmarkt ("national employable skills strategies") unterstützen. Längerfristig soll dies auch auf Länder mit mittlerem Einkommen ausgedehnt werden.  

OECD, ILO, Weltbank, das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit BMZ sowie das koreanische Außenministerium haben im März 2012 einen gemeinsamen Workshop organisiert, um den Fortgang der Arbeit in diesen Bereichen zu diskutieren.

G20-Ausbildungspolitik

Angesichts hoher Jugendarbeitslosigkeit trafen die G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister im Vorfeld des G20-Gipfels von Cannes folgende Vereinbarungen (Schlussfolgerungen der G20-Arbeits-und Beschäftigungsminister, Paris, 26.-27. September 2011): 

  • Wir sind uns darin einig, dass Ausbildungssysteme auf dualer Grundlage und in Form der Lehrlingsausbildung, wobei schulische und betriebliche Phasen im Wechsel aufeinander folgen, besonders effektiv sind. Wir setzen uns dafür ein, die Lehrlingsausbildung, die Berufsausbildung und Systeme der Ausbildung am Arbeitsplatz zu fördern und regen zu diesem Zweck an, Public Private Partnerships zu begründen.
  • Wir vereinbaren, den Wissens- und Erfahrungsaustausch fortzusetzen und komplementäre Initiativen auf den Weg zu bringen und dabei auch die Süd-Süd-Zusammenarbeit und Formen der dreiseitigen Zusammenarbeit einzubeziehen. Insbesondere sagen wir zu, unsere Zusammenarbeit im Bereich der erfolgreichen Erfahrungen mit institutionellen Koordinierungsmechanismen und -strategien zur Verknüpfung von Schule, Ausbildung und Beschäftigung auszubauen.
  • Zu diesem Zweck empfehlen wir die Einrichtung einer intergouvernementalen Task Force zum Thema Beschäftigung, zusammengesetzt aus Vertretern der G20, die von den einschlägigen internationalen Organisationen unterstützt und, sofern erforderlich, von den Sozialpartnern beraten wird. Diese Task Force wird einen Beitrag zum Treffen der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister leisten, das 2012 unter dem Vorsitz Mexikos stattfinden wird.

Weiterhin beauftragten die G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister die ILO und die OECD, eine Plattform für den Wissensaustausch einzurichten, um eine Ausbildungsförderung entsprechend der G20-Ausbildungsstrategie durchzuführen.

G20-Strategie für Qualifikationen

In China bekannten sich die G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister im Jahr 2016 dazu, eine qualitativ hochwertige und mit einem Gehalt entlohnte Ausbildung in möglichst vielen Wirtschaftssektoren der G20-Länder einzuführen („G20 Initiative to Promote Quality Apprenticeship“). Ziel ist es, eine starke betriebliche Komponente wirksam mit Schulunterricht zu verbinden. 

Die G20 hatten bereits in ihrer 2015 angenommenen Strategie für Qualifikationen/Kompetenzen („G20 Skills Strategy“) eine Reihe von Politikprinzipien entwickelt:

A. Aufbau und Auffrischung von Qualifikationen für Arbeit und inklusives Wachstum (1.-7.)

  • Besserer Zugang zu Qualitätsbildung;
  • Aufbau starker Basiskompetenzen;
  • Vermittlung von Wissen und Kompetenzen an junge Menschen, die ihnen einen einfachen Übergang von der Schule in den Beruf ermöglichen;
  • Aktive Unterstützung für qualitativ hochwertiges Lernen am Arbeitsplatz;
  • Förderung eines starken Engagements der Sozialpartner für Qualifikationspolitik;
  • Unterstützung und Anreize für diejenigen Arbeitssuchenden, die von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind, sich an Weiterbildungsmaßnahmen zu beteiligen;
  • Unterstützung und Anreize für Arbeiter, ihre Qualifikationen im Einklang mit den Erfordernissen der Industrie aufzufrischen. Damit kann ihre Mobilität weg von sich im Niedergang befindlichen Sektoren zu aufstrebenden Sektoren hin erhalten werden.

B. Ermutigung von Unternehmen, in Qualifikation zu investieren (8.-12.)

  • Förderung unternehmerischer Investitionen in Qualitätstraining, auch durch Dialog der Sozialpartner und mit Fokus auf KMUs;
  • Förderung von Investitionen in Qualifikation durch öffentlich-private Co-Finanzierung, vor allem für niedrig qualifizierte Arbeitskräfte;
  • Verbesserung von Weiterbildungsmöglichkeiten für alle, einschließlich jener, die im informalen Sektor beschäftigt sind, um den Übergang zum formalen Sektor zu erleichtern;
  • Zugang zu Fortbildungsmaßnahmen am Arbeitsplatz auch für jene in prekären Arbeitsverhältnissen;
  • Ermutigung von Unternehmen, einen höheren Platz auf der Wertschöpfungskette einzunehmen und damit die Nachfrage nach Qualifikationen zu erhöhen;

C. Volle Nutzung der Qualifikationen (13.-17.)

  • Aktivierung von ungenutzten Kompetenzen nicht arbeitender Personen durch Anreize zur Arbeit, Hilfe bei der Arbeitssuche und durch Beseitigung von Hindernissen für Beschäftigung;
  • Systematische Vorwegnahme und Bewertung von, sowie Reaktion auf einen sich ändernden Bedarf an Qualifikationen;
  • Ermutigung von Managern, insbesondere in KMUs, besseren Gebrauch von verfügbaren Qualifikationen zu machen;
  • Sicherstellung, dass die Organisation des Arbeitsmarktes ein mögliches Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage an Qualifikationen verringert.
  • Verbesserung der Anerkennung und Übertragbarkeit von Qualifikationen.  

Historie G7 und G20

G7/G8

Seit Mitte der siebziger Jahre finden sich in den G7/G8-Dokumenten sporadische Absichtserklärungen und Beschlüsse zur Bildung, die ab Mitte der achtziger Jahre verstetigt werden. 1999 wurde die Charta von Köln angenommen, die lebenslanges Lernen thematisiert. G7/G8-Bildungsministertreffen haben bislang nur in größeren Abständen stattgefunden. So war Japan im Jahr 2000 Gastgeber des ersten G8-Bildungsministertreffens. Nach einem vorangegangenen G8-Bildungsministertreffen in Moskau nahmen die Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel in Sankt Petersburg 2006 eine Erklärung zur Bildung für innovative Gesellschaften im 21. Jahrhundert an.

Unter japanischem Vorsitz war Bildung im Jahr 2016 erneut Schwerpunktthema. Die G7-Bildungsminister trafen sich im Mai 2016 in Kurashiki. Die umfangreichen Beschlüsse erstrecken sich auf Leitprinzipien („Guiding Principle of G7 Education Ministers“) sowie eine Reformagenda („Kurashiki Declaration“).

G20

Die G20 legten vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschafts-und Beschäftigungskrise im Jahr 2008 einen Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung als Basis für lebenslanges Lernen. Im Auftrag des G20-Gipfels von Pittsburgh 2009 hat die Internationale Arbeitsorganisation ILO zusammen mit den Sozialpartnern und NGOs eine G20-Ausbildungsstrategie („G20 Training Strategy") erarbeitet. Unter Vorsitz der Türkei nahmen die G20 2015 eine Strategie für Qualifikationen bzw. Kompetenzen („G20 Skills Strategy“) an.

Die  Arbeits- und Beschäftigungsminister der G20 treffen sich seit 2010 regelmäßig jedes Jahr, so auch 2017.

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5.2 OECD

Berufliche Aus- und Weiterbildung

In diesem Bereich sind zwei Projekte von besonderer Bedeutung: das Programm zur internationalen Bewertung von Kompetenzen von Erwachsenen PIAAC und das Berufsbildungsprojekt "Learning for Jobs".    

Kern des PIAAC-Projektes wird ein Test von Erwachsenen im Hinblick auf deren Kompetenzen im Lesen und Rechnen sein. Je Teilnehmerland sollen sich 5000 Personen im Alter von 16-65 Jahren auf freiwilliger Basis dem Test unterziehen. Zu den Teilnehmern werden jeweils Hintergrundinformationen zu Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund und Gebrauch von Kompetenzen bei der Arbeit erhoben. Die PIAAC-Studie kann so wichtige Erkenntnisse über die Kompetenzverteilung der erwachsenen erwerbsfähigen Bevölkerung in den Teilnahmeländern liefern und die Diskussion über geeignete bildungs- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen unterstützen. Die Studie wird unter gemeinsamer Leitung des OECD-Direktorates für Beschäftigung, Arbeit und Soziales und des Direktorates für Bildung durchgeführt.

Nach einer Vorstudie im Jahr 2010 ist eine erste PIAAC-Erhebung für 2011 geplant. Ergebnisse sollen 2013 veröffentlicht werden. Mit 24 Staaten nimmt der ganz überwiegende Teil der OECD-Mitgliedsländer an der ersten Phase von PIAAC teil. Für die Durchführung von PIAAC in Deutschland ist federführend das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF unter Beteiligung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales BMAS verantwortlich. Das nationale Projektmanagement wird von GESIS, dem Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften durchgeführt.

Das Projekt "Learning for Jobs - The OECD Policy Review of Vocational Education and Training" gehört zum Programm des Bildungspolitikausschusses EDPC. Hintergrund des Projektes ist eine Entscheidung der OECD-Bildungsminister aus dem Jahr 2005, Berufsbildung zu einer Priorität im Bildungsbereich zu machen. Das Ziel des Projektes ist es, zu überprüfen, inwieweit die Ausbildungssysteme der Teilnehmerländer auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes hin ausgerichtet sind. Nachdem in einer ersten Projektphase von Ende 2007 bis Ende 2008 bereits acht Länder begutachtet wurden, werden in den Jahren 2009 und 2010 sieben weitere Länder, darunter Deutschland, mit einbezogen. Geplant ist die Veröffentlichung von Länderberichten mit Analysen und länderspezifischen Empfehlungen sowie die Veröffentlichung eines übergreifenden vergleichenden Berichtes im Jahr 2010.  

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6Ozeanien

6.1 Australien alt

Berufliche Bildung

Wie die Zusammensetzung der Teilnehmer an Berufsbildungsprogrammen zeigt, ist die Grenze zwischen beruflicher Erstausbildung und beruflicher Weiterbildung fließend. Zusätzlich zu den Colleges, die Kurse im Bereich Vocational Education and Training offerieren, bieten nahezu alle Hochschulen des Landes sowie eine große Zahl von privaten Anbietern Kurse für Akademiker im Bereich der "Continuing Education" an. Dies trifft auch für das Gebiet des "Distance Learning" zu, welches in den letzten Jahren deutliche Zuwächse zu verzeichnen hatte. Da für den Bereich der Higher Continuing Education keine Dachorganisation existiert, sind Auskünfte über die jeweiligen Webseiten der einzelnen Hochschulen bzw. der privaten Einrichtungen zu beziehen. 

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6.2 Neuseeland alt

Berufliche Bildung

Der Begriff "tertiary education" in Neuseeland beschreibt das gesamte Spektrum der Weiterbildung nach der Schulausbildung. Berufliche Ausbildung findet sehr oft als "training on the job" statt und das berufliche Bildungswesen wird hauptsächlich von Erwachsenen im Rahmen des "continuing learning" parallel zur beruflichen Tätigkeit ausgeübt. "Technical and vocational training" wird meist von den Institutes of Technology, Polytechnics, privaten Trainingsveranstaltern oder direkt auf der Arbeitsstelle angeboten. Zudem gibt es einige Programme an den sekundären Schulen, Wananga, Regierungstrainingsinstituten, an einem College of Education und an den Universitäten.

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