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ITB infoservice 07/2024 - Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit

Erscheinungsdatum: 18.07.2024 ITB infoservice

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in dieser Ausgabe informieren wir Sie gerne über Berichterstattung zur Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit. Das Thema Open Science wird weiter vorangetrieben. Im Mittelpunkt stehen langfristige Bestrebungen in Afrika, konkrete Pläne in den USA, oder wie im Fall der OECD, die bereits erfolgte Umsetzung. Ein eng mit Open Science verbundenes Thema ist die Fülle wissenschaftlicher Daten. Für sie werden zunehmend digitale Infrastrukturen geschaffen, die von der Wissenschaft, aber auch von anderen Gruppen genutzt werden. Ein Beispiel ist der „Europäische Digitale Zwilling des Ozeans“, zu dem jetzt ein Prototyp von der EU-Kommission vorgestellt wurde. Über den Atlantischen Ozean hinweg haben derweil sowohl Kanada als auch die USA Verbindungen zu europäischen Institutionen und Netzwerken neu geknüpft oder gestärkt.

Schutz und Nutzung der Meere und Ozeane

Mitte Juli beginnt die Haupturlaubszeit. An Meeresküsten suchen viele Menschen Erholung und Kraft für das nächste herausfordernde Jahr. Gleichzeitig sind Meere und Ozeane und die damit verbundenen Gewässer nicht nur Orte der Regeneration. Sie werden seit jeher vielfältig genutzt und rücken gerade bei der Suche nach neuen Energiequellen und Rohstoffen zunehmend in den Fokus. Ozeane beherbergen aber auch eine große Artenvielfalt und erfüllen wichtige Funktionen für das Klima. Nutzungen durch den Menschen können daher zu Konflikten und Beeinträchtigungen führen. Dies war auch ein wichtiges Thema bei dem G7-Treffen der Wissenschaftsministerinnen und -minister. Von besonderem Interesse sind in diesem Zusammenhang Projekte, die zur EU-Mission „Wiederherstellung unserer Ozeane und Gewässer“ beitragen. Neue Wege beschreitet die EU mit dem „Digitalen Zwilling des Ozeans“. Diese digitale Infrastruktur kann zukünftig nicht nur von Forschenden in Anspruch genommen werden, sondern auch von Behörden, Unternehmen und einzelnen Bürgerinnen und Bürgern.

Fortschritte in Open Science

Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist international bekannt für ihre Studien und Publikationen. Ein Zugang zu den Volltexten war häufig allerdings nur über ein Abonnement möglich. Ab sofort entfallen diese Beschränkungen: Auf der neu gestalteten Website der OECD sind nun alle OECD-Daten, Veröffentlichungen und Analysen unter einer offenen Lizenz frei verfügbar. Auch in den USA gibt es ehrgeizige Bestrebungen zu Open Science: Das White House Office of Science and Technology Policy (OSTP) plant, bis Ende 2025 alle Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung in den USA frei zugänglich zu machen. Ein Fortschrittsbericht thematisiert unter anderem Finanzierungsmechanismen. Derweil bleibt der Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsergebnissen für afrikanische Hochschulen eine große Herausforderung. Zwei afrikanische Organisationen, das Regional Universities Forum for Capacity Building in Agriculture (RUFORUM) und das West and Central African Research and Education Network (WACREN), haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um in den kommenden fünf Jahren gemeinsam offene Wissenschaft zu fördern und digitale Dienste für Hochschuleinrichtungen in Afrika auszubauen.

Ausbau transatlantischer Zusammenarbeit

Das Zusammenrücken westlicher Wertepartner war im ITB infoservice bereits mehrfach ein Thema. Unter der italienischen G7-Präsidentschaft wurde nun die Research 7+ (R7+) als ein Zusammenschluss wichtiger Forschungsorganisationen und Fördereinrichtungen der G7-Staaten gegründet. Im vergangenen Monat rückte zudem besonders die transatlantische Zusammenarbeit in den Fokus. Die Forschungskooperation mit der EU hat in Kanada bereits eine längere Tradition. Neu ist die erstmalige Assoziierung Kanadas mit einem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, die im Juli in Kraft getreten ist. Kanadische Forschungspartner können nun regelmäßig europäische Fördergelder erhalten, was ihre Integration in Projektkonsortien unter Horizont Europa (2021-27) erleichtern wird. Darüber hinaus hat Kanada erstmals eine Führungsrolle in einem zwischenstaatlichen europäischen Netzwerk übernommen: Gemeinsam mit Deutschland teilt sich Kanada bis Mitte 2025 den Vorsitz von Eureka, einer europäischen Forschungsinitiative für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung. Mehr dazu finden Sie auf unserer Eureka-Seite auf Kooperation international. Im Vergleich zu Kanada fällt das Engagement der USA in europäischen Netzwerken bisher deutlich geringer aus. Umso bemerkenswerter ist vor diesem Hintergrund eine neue Kooperation zwischen COST (European Cooperation in Science and Technology) und der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) zur internationalen Vernetzung und Koordinierung von Forschenden.

Wir wünschen Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre zu diesen und vielen anderen strategischen Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik, die wir in der vorliegenden Ausgabe für Sie ausgewählt und aufbereitet haben. 

Wenn Sie Themenvorschläge für die nächste Ausgabe haben, sprechen Sie uns an.

Ihre Sonja Bugdahn und Anna März

Über den ITB infoservice

Der ITB infoservice berichtet über strategische Entwicklungen in der internationalen Forschungs-, Bildungs-, Technologie- und Innovationspolitik weltweit und ist eine wichtige Quelle für Entscheidungsträger in Politik, Wissenschaft und Forschung. Besondere Schwerpunktausgaben berichten fokussiert über ein aktuelles Thema oder eine Region.

Der ITB infoservice kann auf der Startseite kostenlos abonniert werden.

Quelle: DLR Projektträger, VDI Technologiezentrum GmbH Redaktion: von Anna März, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Namibia Kanada Mexiko USA Vereinigte Arabische Emirate Österreich Schweden Schweiz Slowenien Vereinigtes Königreich (Großbritannien) COST EU Eureka G7 / G20 Global OECD Themen: Bildung und Hochschulen Energie Ethik, Recht, Gesellschaft Fachkräfte Förderung Information u. Kommunikation Infrastruktur Innovation Lebenswissenschaften sonstiges / Querschnittsaktivitäten Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit Wirtschaft, Märkte

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