Die Europäische Union ist mit immer komplexeren Krisen und Herausforderungen konfrontiert. Diese reichen von zunehmenden geopolitischen Spannungen und Konflikten über hybride und Cybersicherheitsbedrohungen, ausländische Informationsmanipulation und Einflussnahme bis hin zum Klimawandel. Die EU beabsichtigt, mit der neuen Strategie Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Bürgerinnen und Bürger sowie zentrale gesellschaftliche Funktionen besser vor diesen Bedrohungen zu schützen. Konkret umfasst die EU-Strategie für Krisenvorsorge 30 Leitaktionen und einen detaillierten Aktionsplan, um in allen Politikbereichen der EU eine Kultur der „eingebauten Vorsorge“ zu entwickeln.
Forschung und Innovation für Prävention
Forschung und Innovation (FuI) leisten einen wesentlichen Beitrag zu den EU-Zielen, da sie optimierte und dem neuesten Stand der Technik entsprechende Reaktionen auf Krisen ermöglichen. Zudem soll FuI in die Entwicklung eines umfassenden EU-Bewertungssystems für Risiken und Bedrohungen eingebunden werden. Dieses soll sich auf Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen stützen, einschließlich wissenschaftlicher Analysen, Echtzeit-Frühwarnsysteme, Satellitenüberwachung und Geodaten. Durch FuI soll zudem die strategische Autonomie der EU gestärkt und die Abhängigkeit von anderen Staaten verringert werden. Dies betrifft Bereiche wie Kreislaufwirtschaft, Sicherheit von Lieferketten sowie den Zugang zu Rohstoffen, grundlegenden Gütern und kritischen Versorgungsleistungen.
Die EU betrachtet die auch Anwerbung von Spitzenforscherinnen und Spitzenforschern als erforderlich für langfristige Resilienz und Krisenvorsorge. Daher will sie zügig konkrete Maßnahmen prüfen, um talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zu gewinnen.
Einrichtung eines Europäischen Kompetenzzentrums für Forschungssicherheit
Der FuI-Sektor muss das Bewusstsein für Sicherheitsrisiken und hybride Bedrohungen stärken sowie in die eigene Resilienz investieren. FuI sind in besonderem Maße der Einflussnahme aus dem Ausland sowie Sicherheitsrisiken und hybriden Bedrohungen ausgesetzt. Die EU-Kommission wird daher ein Europäisches Kompetenzzentrum für Forschungssicherheit einrichten, das Wissen bündelt und die Mitgliedstaaten und die Akteure des FuI-Sektors unterstützt. Unter anderem sollen Methoden zur Bewertung der Resilienz der FuI-Sektoren der Mitgliedstaaten entwickelt werden.
Bildung für mehr Resilienz
Bildung spielt in der Strategie eine zentrale Rolle, um die Bevölkerung insgesamt für Bedrohungen zu sensibilisieren und entsprechende Kompetenzen zu vermitteln. Um eine koordinierte und effektive Krisenvorsorge und -reaktion sicherzustellen, soll ein Methoden- und Leitlinienkatalog entwickelt werden, der die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Ausbildung in diesem Bereich unterstützt. Zudem soll ein EU-weiter Plan zur Ausbildung und Kompetenzentwicklung in Sicherheit, Verteidigung und Krisenmanagement entwickelt werden.
Bericht zu HERA
Die EU-Kommission hat zusätzlich den Bericht "Review of the implementation of the operations of the Health Emergency Preparedness and Response Authority (HERA)" veröffentlicht. Er bewertet die Arbeit der EU-Behörde für Krisenvorsorge und -reaktion (HERA) seit ihrer Gründung vor mehr als drei Jahren. Der Bericht hebt die Erfolge der HERA bei der Stärkung der Vorsorge- und Reaktionskapazitäten auf EU-Ebene sowie bei der Übernahme neuer Aufgaben, etwa im Umgang mit Lieferkettenproblemen kritischer Arzneimittel, hervor.
Zum Nachlesen
- Europäische Kommission (26.03.2025): EU-Strategie für eine krisenfeste Union – sich abzeichnende Bedrohungen und Krisen verhindern und darauf reagieren
- Europäische Kommission (26.03.2025): Mitteilung über die Europäische Strategie für eine Union der Krisenvorsorge