StartseiteAktuellesNachrichtenNeue OECD-Daten zu Forschung und Entwicklung: Wachstum der Ausgaben der OECD-Länder verlangsamt sich – Anstieg in China

Neue OECD-Daten zu Forschung und Entwicklung: Wachstum der Ausgaben der OECD-Länder verlangsamt sich – Anstieg in China

Berichterstattung weltweit

Die neueste Ausgabe der OECD Main Science and Technology Indicators (MSTI) zeigt, dass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) im OECD-Raum im Jahr 2023 inflationsbereinigt um 2,4 Prozent gestiegen sind (2022: Anstieg von 3,6 %). Mit 8,7 Prozent lag das Wachstum der FuE-Ausgaben in China 2023 wie auch in den Vorjahren deutlich über dem des OECD-Raums.

Gemessen an den Bruttoinlandsaufwendungen für FuE (GERD) hat sich die Lücke zwischen den weltweit führenden Nationen – den USA und China – deutlich verringert. In kaufkraftbereinigten US-Dollar (USD) erreichten Chinas FuE-Ausgaben im Jahr 2023 96 Prozent (2013: 72 %) des US-amerikanischen GERD. Diese Entwicklung ist auf die enormen Zuwächse der chinesischen FuE-Ausgaben in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Die Wachstumsraten in den USA (1,7 %) und der Europäischen Union (1,6 %) lagen 2023 deutlich unter denen von China. In der EU bremsten insbesondere die größten Volkswirtschaften das Gesamtwachstum: In Deutschland stiegen die FuE-Ausgaben lediglich um 0,8 Prozent, während sie in Frankreich sogar um 0,5 Prozent sanken. Im Gegensatz dazu stiegen die FuE-Ausgaben in Spanien und Polen um über 8 Prozent. Das FuE-Wachstum in Japan (2,7 %) und Korea (3,7 %) lag über dem OECD-Durchschnitt.

Bei der Aufschlüsselung des GERD nach FuE-Sektoren behalten die USA ihre Führungsposition in den Bereichen Wirtschaft und Hochschulen. China erreicht dort aktuell 95 Prozent bzw. 74 Prozent des US-Niveaus. Im staatlichen Sektor sind Chinas FuE-Ausgaben 1,6-mal so hoch wie die der USA.

Die FuE-Ausgaben der Unternehmen stiegen stärker als in anderen Sektoren. 2023 wuchsen sie um 2,7 Prozent und machten 74 Prozent (2010: 66 %) der gesamten GERDs im OECD-Raum aus. Die FuE-Ausgaben in staatlichen Einrichtungen stiegen um 2,5 Prozent, während dieser Wert im Hochschulsektor mit 1,7 Prozent etwas geringer ausfiel.

Die FuE-Intensität (Anteil inländischen Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt) im OECD-Raum liegt seit 2020 unverändert bei 2,7 Prozent. In den EU-Staaten liegt die FuE-Intensität ebenfalls konstant bei 2,1 Prozent. Unter den OECD-Ländern verzeichneten Israel und Korea mit 6,3 Prozent bzw. 5,0 Prozent des BIP weiterhin die höchste FuE-Intensität. Deutschland belegt mit 3,1 Prozent Platz 10. Die FuE-Intensität in China lag 2023 bei 2,6 Prozent und näherte sich damit dem Niveau des OECD-Raums an.

Das Wachstum der staatlichen FuE-Mittelzuweisungen (GBARD) verlangsamte sich im OECD-Raum stark und stieg 2023 lediglich um 0,6 Prozent (2022: Wachstum von 5,5 %). Ursache hierfür ist, dass in mehreren OECD-Volkswirtschaften COVID-19-Konjunkturpakete ausliefen. Dies spiegelt sich auch in den Daten zur inhaltlichen Ausrichtung der staatlichen FuE-Budgets wider. Im OECD-Raum sanken 2023 die FuE-Ausgaben für den Bereich Gesundheit und allgemeine Wissensförderung – mit Ausnahme der für Universitäten bereit gestellten Mittel. Dagegen stiegen die FuE-Mittel für Energie und Umwelt sowie für Verteidigung um 29,1 Prozent bzw. 16,1 Prozent.

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Quelle: OECD Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: USA China Deutschland EU OECD Themen: Bildung und Hochschulen Energie Förderung Grundlagenforschung Innovation Lebenswissenschaften Sicherheitsforschung Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit Wirtschaft, Märkte

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