Zielsetzung "Ladenburger Horizonte"
Zur Bewerbung auf das Förderformat "Ladenburger Horizonte" sind Forschungseinrichtungen in Deutschland aufgerufen, die bereits über Kontakte zu wissenschaftlichen Institutionen in Subsahara-, Ost- und Westafrika verfügen oder diese aufbauen möchten. Die Fördermittel von 300.000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren sollen vornehmlich den afrikanischen Partnern zugutekommen. Als Reaktion auf die erstmalige Ausschreibung gingen über 450 Anträge ein, aus denen schließlich zwei Projekte ausgewählt werden konnten. Beide wissenschaftliche Vorhaben widmen sich drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen auf dem afrikanischen Kontinent.
Rasante Verstädterung
Die rasche Urbanisierung in Subsahara-Afrika führt zu einer erheblichen Belastung der Infrastruktur. Es gibt massive Schwierigkeiten bei Stromversorgung, Straßennetz, öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Wasserversorgung und Abwassersystemen, die mit dem Wachstum nicht Schritt halten. Das von der Stiftung geförderte Projekt zielt unter der Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Stork, Karlsruher Institut für Technologie, darauf ab, Akteure aus Wissenschaft, Politik, Infrastruktur und Stadtplanung zusammenzubringen, um neue Lösungen zu entwickeln.
In Kooperation mit verschiedenen Partnern in Äthiopien werden die Forschende über sogenannte Internet-of-Things-Sensoren, die für intelligente Städte entwickelt werden, unter anderem Daten zum Energieverbrauch oder Verkehrsaufkommen sammeln. Kombiniert mit lokalen Informationen aus Wirtschaft und Politik bilden diese die Basis, um einen sogenannten digitalen Zwilling der Stadt zu entwickeln. Durch Modellierungen lassen sich schließlich Gebiete mit dem größten Zustrom von Menschen und dem damit verbundenen notwendigen Investitionsbedarf identifizieren – und Zukunftsszenarien für lebenswerte Metropolen entwerfen.
Geopolitik und Medien
Prof. Dr. Susanne Fengler, Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus der Technischen Universität Dortmund, ist wissenschaftliche Leiterin des zweiten ausgewählten Förderprojekts. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Kollegen aus Uganda, Burkina Faso, Ghana, Kenia, Malawi, Nigeria und Tansania soll untersucht werden, wie sich externe politische und wirtschaftliche Einflussnahme auf die jeweiligen Medienlandschaften auswirkt.
Zielsetzung des Forschungsvorhabens ist es, innerafrikanische Debatten über demokratische Standards wie Presse- und Meinungsfreiheit auszulösen sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Regionen zu entwickeln. Zugleich soll auf nationaler und internationaler Ebene ein ausgeprägteres und vor allem differenzierteres Bewusstsein für die mit geopolitischer Einflussnahme verbundenen Problematiken geschaffen werden. Als Austauschplattform dafür sind Konferenzen mit Forschenden, Medienschaffenden sowie öffentlichen Vertreterinnen und Vertretern in Afrika und Europa geplant.
Zum Nachlesen
- Daimler und Benz Stiftung (14.02.2025): Neue Wissenschaftsförderung in Afrika