Der Global Innovation Index (GII) wird jährlich von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) herausgegeben. In diesem Jahr erstmals zusammen mit dem 2019 gegründeten Portulans Institute (USA) sowie den Unternehmenspartnern Brazilian National Confederation of Industry (CNI), Confederation of Indian Industry (CII), Ecopetrol (Kolumbien) und Turkish Exporters Assembly (TIM). Erarbeitet wurde die diesjährige Ausgabe von einem akademischen Netzwerk, das neben der Cornell Universität (USA) und der Business School INSEAD (Frankreich/Singapur), die bereits in den Vorjahren am GII mitgewirkt haben, sieben weitere Hochschulen aus Ägypten, Brasilien, China, Kolumbien, Mexiko, Nigeria und Russland umfasst.
Unter dem Titel "Tracking Innovation through the COVID-19 Crisis" enthält der GII erstmals einen Global Innovation Tracker, der eine Übersicht zur Entwicklung des weltweiten Innovationsgeschehens bietet. In den Vorjahren waren verschiedene thematische Schwerpunkte im Ländervergleich Gegenstand vertiefter Analysen gewesen. Der Fokus des Trackers liegt auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Folgen für Innovationen in verschiedenen Branchen und Technologiebereichen. Die Analyse zeigt, dass die Pandemie und die mit ihr verbundenen wirtschaftlichen Einbrüche insgesamt keine Auswirkungen auf die weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung hatten. Einzelne Branchen, die besonders hart von der Krise getroffen wurden, wie beispielsweise der Transport-Sektor, verzeichnen demnach harte Einschnitte in ihren Innovationsaktivitäten wohingegen andere Industriezweige aus den Bereichen Pharmazie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien diese massiv hoch gefahren haben. Insgesamt habe die Krise – und insbesondere die Impfstoffentwicklung – gezeigt, dass Innovation nachhaltige Erfolge versprechen, so die Schlussfolgerung.
Der GII 2021 bewertet zudem die Innovationskraft von 132 Staaten anhand von 81 Indikatoren und stellt auf dieser Grundlage globale und regionale Ranglisten zusammen. Zusätzlich können Porträts einzelner Staaten (siehe unter "Browse by Economy") aufgerufen werden. Für das Ranking werden sowohl Input- als auch Outputfaktoren zum Innovationssystem gemessen. Im Gesamtranking wurde wie in den vergangenen zehn Jahren die Schweiz als Land mit der größten Innovationskraft bewertet. Wie im Vorjahr belegen Schweden, die USA und Großbritannien die Plätze zwei bis vier. Südkorea springt von Rang zehn auf den fünften Platz. Deutschland konnte die Platzierung der Vorjahre nicht halten und rutscht um einen Platz auf den zehnten Rang ab. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechterte sich Deutschland im Bereich des Innovationsoutputs (von Rang 7 auf 8), konnte Rang 14 im Bereich der Indikatoren zum Innovationsinput verteidigen.
Insgesamt belegen vor allem europäische Staaten die Spitzenplätze. 16 der 25 am besten bewerteten Länder liegen in Europa. Nur drei nichteuropäische Staaten werden in den Top 10 geführt: Die USA als führendes Land in Nordamerika sowie Singapur und Südkorea als innovationsstärkste Nation in Südostasien/Ostasien. Damit sind im zweiten Jahr in Folge zwei asiatische Länder in den Top 10 vertreten. Mit China (12) und Japan (13) belegen weitere Staaten aus Asien vordere Platzierungen und konnten sich im Vergleich zum Vorjahresranking um zwei bzw. drei Platzierungen verbessern. China ist zudem die einzige Volkswirtschaft mit mittlerem Einkommen unter den Top 30; die übrigen 29 Länder zählen zu den einkommensstarken Staaten. An der Spitze der Gruppe der Länder mit niedrigem mittlerem Einkommen liegt Vietnam (44). Ruanda (102) führt die Gruppe der Länder mit niedrigem Einkommen an. Insgesamt setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, dass vor allem asiatische Staaten zunehmend an Innovationskraft gewinnen und zu den führenden Nationen in Europa und Nordamerika aufschließen.
Regionale Innovationsführer sind neben der Schweiz (Europa), den USA (Nordamerika) und Südkorea (Südostasien, Ostasien und Ozeanien), Israel auf Rang 13 (Nordafrika und Westasien), Indien auf Rang 46 (Zentral- und Südasien), Chile auf Rang 53 (Lateinamerika und Karibik) und Südafrika auf Rang 61 (Subsahara-Afrika).
Neben Staaten bewertet der GII auch Hightech-Regionen. Insgesamt sind Cluster aus 26 Ländern in der Top 100 vertreten. Die meisten Cluster finden sich in den USA (24), China (19) und Deutschland (9). Neben China sind mit Brasilien, Indien, Iran, Russland und der Türkei weitere Staaten mit mittlerem Einkommen vertreten. Die Top fünf Cluster im GII 2020 sind: Tokyo-Yokohama (Japan), Shenzhen-Hong Kong (China), Seoul (Südkorea), Beijing (China) und San Jose-San Francisco (USA). Als einziges europäisches Cluster ist Paris in den Top 10 vertreten. Köln auf Rang 20 wird als innovativste deutsche Hightech-Region bewertet, gefolgt von München (24), Stuttgart (26), Frankfurt am Main (42) und Berlin (45).